5G Auktion: 1&1 sendet Friedensangebot an die Konkurrenz

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Bildquelle: T-Mobile Austria
Die 5G-Frequenzauktion in Mainz hat auch am Freitag nach nunmehr 318 Runden noch kein Ende gefunden. Klar ist, dass es in der kommenden Woche weitergeht. Dann aber könnte das Prozedere schnell zu einer Einigung führen. Wenn die Konkurrenz ein Angebot seitens 1&1 Drillisch akzeptiert.

Denn nachdem sich in den zurückliegenden Tagen in den Auktions-Räumlichkeiten der Bundesnetzagentur herzlich wenig tun wollte, hat 1&1 Drillisch die letzte Runde des Tages am Freitag genutzt, um ein klares, gut gemeintes Leuchtfeuer in Richtung der Konkurrenz abzufeuern.

Der Ball liegt bei Vodafone

Zunächst sah es am Freitagnachmittag so aus, als wolle 1&1 Drillisch bei der 5G-Auktion das nächste Fass zum Überlaufen bringen. Aus dem Nichts zog das Unternehmen die Gebote für gleich sechs Frequenzblöcke zurück, um gleichzeitig auf andere Blöcke neue Höchstgebote abzugeben. Und das nicht nur im hart umkämpften 3,6-GHz-Bereich, sondern auch im 2-GHz-Bereich. In der letzten Runde am Freitag glich das auf den ersten Blick einer neuen Kriegserklärung.

Schaut man sich die Gemengelage aber genauer an, wird schnell klar, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Denn 1&1 hat nicht nur sechs Blöcke aufgegeben, sondern gleichzeitig neue Gebote auf nur fünf Blöcke abgegeben. Und wenn man berücksichtigt, dass zuletzt um nur einen einzigen Block gestritten wurde, ist das Signal von 1&1 Drillisch eindeutig. Der Konzern verzichtet freiwillig auf den zuletzt heftig umkämpften einen Block im 3,6-GHz-Bereich.

1&1 fordert drei Blöcke im 2-GHz-Bereich

Das alles ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn im gleichen Atemzug hat 1&1 Drillisch ein neues Höchstgebot im 2-GHz-Bereich (auf Block 10) abgegeben, der bisher von Vodafone gehalten wurde. Die Folge: Es liegt nun an Vodafone, das Friedensangebot von 1&1 Drillisch zu akzeptieren und auf den erst ab 2026 verfügbaren Block zu verzichten. Die Alternative wäre, dass Vodafone zum Gegenschlag ausholt. Dann wäre eine Einigung unter Umständen wieder in weiter Ferne.

1&1 Drillisch würde für den Fall, dass das nun gesendete Signal von der Konkurrenz akzeptiert wird, zunächst ein 5G-Netz in Ballungszentren aufbauen (3,6 GHz) und ab 2026 die drei Frequenzblöcke im 2-GHz-Bereich nutzen, um auch in der Fläche 5G anzubieten.

1&1 Drillisch legt die Verantwortung in die Hände der Konkurrenz

Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland haben nun zwei Tage lang über das Wochenende Zeit, sich Gedanken über das Friedensangebot von 1&1 Drillisch zu machen. Das Ende der 5G-Auktion ist zum Greifen nah. Und als neutraler Beobachter ist man geneigt in die Runde zu rufen: Nutzt diese Gelegenheit!

Übrigens: Gegenwärtig beträgt die Summe der Höchstgebote knapp 5,72 Milliarden Euro. Im Vorfeld der Auktion hatten Experten mit einem Ergebnis zwischen 3 und 5 Milliarden Euro kalkuliert.

Bildquellen:

  • 5G Symbolbild: T-Mobile Austria
Basisstation Mobilfunk

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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