Mobilfunknetze zur Wiesn: So wird das Oktoberfest versorgt

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Sendemasten auf der Theresienwiese
Mobilfunknetze auf der WiesnBildquelle: Telefónica
Am Samstag heißt es wieder "O'zapft is": Das Oktoberfest in München – auch bekannt als die Wiesn - startet in die Saison 2018. Das größte Volksfest der Welt fordert viel von den Mobilfunknetzen ab. Was tun die drei Netzbetreiber, damit die knapp sechs Millionen Besucher telefonieren und surfen können?

Alle drei Netzbetreiber sind mit einer Sonderversorgung, deren Aufbau einen monatelangen Vorlauf benötigt, auf der Theresienwiese in München aktiv. Dabei wird – anders als bei anderen Volksfesten – nicht einfach nur ein zusätzlicher mobiler Sendemast auf einem LKW am Rand geparkt, sondern ein eigenes Mobilfunknetz aufgebaut. Das Netz hat einen solchen Umfang, dass man damit eine ganze Stadt versorgen könnte. Doch es ist immer nur von kurzer Dauer: Nach dem Oktoberfest muss es wieder abgebaut werden. Das ist eine Auflage der Stadt München: Es darf keine dauerhaften Bauten auf der Theresienwiese geben.

Bis zu 17 Sende-Standorte pro Netzbetreiber auf der Wiesn

10 zusätzliche Standorte hat die Telekom in diesem Jahr für das Oktoberfest errichtet. Jedes Jahr werden diese Standorte überprüft. Reicht die Kapazität noch aus? Wurde an einem Standort auffällig viel telefoniert oder besonders viel Datentraffic per LTE generiert? Schließlich verdoppelt sich die Menge der übertragenen Daten von Jahr zu Jahr, während sich an den Telefone kaum etwas ändert. Das Wachstum verzeichnet die Telekom vor allem im LTE-Bereich, während UMTS-Übertragungen eher rückläufig sind.

Dieses Jahr gibt es neue Antennenmasten für die Wiesn, die den Anforderungen der Netze der kommenden Jahre gerecht werden sollen. Sie werden auch von den anderen Netzbetreibern zum Teil mitgenutzt. Die Telekom will im nächsten Jahr auch ihre aktive Technik austauschen und fit machen, noch modernere Netze. Erst zwei bis drei Tage vor Beginn der Wiesn ist alles fertig, dann erfolgen noch Messungen, ob alle Zellen und Frequenzen richtig eingestellt sind.

Glasfaser als Anbindung unerlässlich

Auch Vodafone hat in diesem Jahr weiter in die Wiesn investiert. Wie ein Sprecher der Redaktion von inside handy mitteilte, wurde vor allem in Sachen Anbindung einiges verbessert. Es gibt beispielsweise jetzt eine zweite Glasfaserstrecke für die Anbindung der Sendemasten an das Außennetz. Sollte die Hauptleitung unterbrochen werden, gibt es immer noch eine zweite Leitung. Auch wurde die Kapazität von zwei zentralen Switchen im Netz deutlich erhöht. Das Netz wird zudem jetzt auf Full-IP-Basis betrieben und zwei zusätzliche Standorte gegenüber dem Vorjahr sind auch noch hinzu gekommen.

Heimspiel auf der Wiesn hat O2: Auch der Münchner Netzbetreiber sagt, die aufgebaute Netz-Kapazität reiche für eine mittlere Großstadt mit rund 100.000 Einwohnern aus. Wie auch bei den beiden anderen Anbietern wird seit Monaten an dem Netz gearbeitet. Schließlich muss es in das restliche Münchner Netz integriert werden, damit es keine Interferenzen oder Gesprächsabbrüche gibt. Telefónica versorgt die Wiesn nach eigenen Angaben durch 17 Sende- und Empfangsstandorten. Davon sind zehn Standorte an Masten, sieben weitere in den Festzelten von Schottenhamel, Hacker, Hofbräu, Paulaner Winzerer Fähndl, Armbrustschützen, Löwenbräu sowie die Käfer Wiesn-Schänke. Insgesamt seien es 42 LTE-Anlagen, 48 UMTS- und 6 GSM-Anlagen. Die Anbindung an das Außennetz erfolgt auch hier per Glasfaser mit einer Kapazität von 10 Gbit/s.

Video: Telekom gibt Einblick in den Netzaufbau

 

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