Telekom, Vodafone und O2: 1.000 neue Sender in Bayern

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Ein Sendemast der Telekom wird aufgebaut
Bildquelle: Telekom
Telekom, Vodafone und o2 wollen alleine in Bayern 1.000 neue Sendestandorte für ihre Mobilfunknetze schaffen. Das ist das Ergebnis eines Mobilfunkpaktes mit der Bayerischen Landesregierung, den die drei Netzbetreiber jetzt unterschrieben haben. Erstmals können sie dabei auch auf bestehende Sendertürme der Polizei und Feuerwehr zurückgreifen.

Der Ausbau der 1.000 zusätzlichen Standorte in Deutschlands südöstlichstem Bundesland ist bis Ende 2020 geplant. Darüber hinaus will die Telekom 1.200 vorhandene Standorte mit zusätzlichen Diensten aus. An diesen Sendern ist beispielsweise bisher nur GSM und UMTS aktiv, es wird nun aber auch LTE kommen.

Mit den 1.000 Sendern sollen unter anderem 100 weiße Flecken geschlossen werden, sofern die Kommunen die Netzbetreiber bei der Standortrealisierung unterstützen. Erst vergangene Woche hatte sich Telekom-Chef Wössner im Gespräch mit inside handy darüber beklagt, dass viele Bürger und Kommunen gerade in ländlichen Regionen keine Sendemasten im eigenen Ort stehen haben wollen. Deutschlandweit plant die Telekom den Aufbau von 9.000 Sendern bis Ende 2021. Die Bayerische Staatsregierung will ein Förderprogramm zur Verfügung stellen, mit dem die Kommunen passive Infrastruktur in den weißen Flecken errichten und an die Mobilfunknetzbetreiber vermieten können. Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) will dazu Fördergelder in Höhe von 80 Millionen Euro geben. Das Förderprogramm startet unmittelbar im Anschluss an die Genehmigung durch die EU-Kommission.

Auch vor diesem Mobilfunkpakt haben die Anbieter nach eigenen Angaben ihre Netze ausgebaut. Telefónica Deutschland hat in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben allein in Bayern wöchentlich rund 20 neue LTE-Stationen für das O2-Netz in Betrieb genommen. Bei der Telekom, die ein deutlich dichteres Netz betreibt, seien es in diesem Jahr 30 Standorte gewesen.

Auch die staatlichen Masten des Digitalfunks BOS sind Teil des jetzt aufgelegten Programms und können von den Mobilfunkbetreibern genutzt werden. Mobilfunkbetreiber können hierfür ihren Bedarf beim Mobilfunkzentrum in Regensburg melden. Das Förderprogramm stellt Mittel für eine Ertüchtigung der Masten bereit – dies soll Synergien mit bereits bestehender Infrastruktur heben.

Telekom: Bestehendes Netz wird modernisiert

Parallel zu diesem bereits geschehen und geplanten Ausbau hat die Telekom bekannt gegeben, auch das Bestandsnetz zu modernisiert. In den kommenden neun Monaten sollen nahezu alle Standorte auf die neue Single-RAN-Technik umgerüstet sein. Single-RAN ermöglicht es der Telekom, per Software und Fernwartung neue Dienste wie LTE zu aktivieren und Frequenzen flexibel zu nutzen, wenn einzelne Dienste besonders stark nachgefragt werden. Auf diesem Weg ist es dann beispielsweise leicht, LTE auf den Frequenzen um 900 MHz zu aktivieren. Mit LTE 900 kann dann auch dort im Telekom-Netz gesurft werden, wo bislang nur telefonieren per GSM-Netz und extrem langsame Datenverbindungen per EDGE möglich sind. Von LTE900 sollten die Kunden sich aber auch keine Geschwindigkeitsrekorde versprechen: In der Praxis bleiben die Verbindungswerte im einstelligen Megabit-Bereich.

Telekom im Gespräch mit Techechien, Österreich und Schweiz

Ein weiteres Problem will die Telekom in Bayern ebenfalls in Angriff nehmen: Die schlechte Versorgung in den Grenzregionen. Mit Tschechien, Österreich und der Schweiz hat Bayern gleich drei Nachbarländer, mit denen sich die Mobilfunkunternehmen bezüglich der auch in diesen Ländern genutzten Mobilfunkfrequenzen abstimmen müssen. Gespräche würden hier schon geführt, heißt es von der Telekom.

Mit welchen Problemen die Netzbetreiber sich beim Ausbau ihrer Netze tagtäglich konfrontiert sehen und warum es schon mal 18 Monate dauern kann, bis ein geplanter Sender auch sendet, hat die Redaktion von inside handy in einem Hintergundartikel zusammengefasst.

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