1.649 Euro für ein Smartphone: Diese Gier kann sich nur Apple leisten

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Apple iPhone XS und XS Max
Bildquelle: Apple
Nun ist sie Geschichte, die wohl wichtigste Keynote des Jahres. Keine Frage: Apple hat es wieder einmal krachen lassen und uns nicht nur die vierte Generation der Apple Watch gezeigt, sondern auch gleich drei neue iPhones. Neue iPhones, die alle auf den Design-Zug des iPhone X aufspringen: Viel Display, praktisch keine Display-Ränder und kein physischer Home-Button mehr. Sieht stark aus, hat aber auch einmal mehr seinen Preis.

Wer ein Produkt von Apple kauft, muss bereit sein, tiefer in die Tasche zu greifen als bei der Konkurrenz. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu und doch ist man immer wieder überrascht, welche Preispunkte Apple bereit ist, zu sprengen. Als Apple im Jahr 2017 das iPhone X vorgestellt hat, war der Aufschrei groß, als bekannt wurde, dass das Topmodell in Deutschland 1.319 Euro kosten wird. „Apple steht gehörig unter Druck“, titelte damals Focus Online, „Ich bin raus“ urteilte Konstantinos Mitsis bei der „Chip“ und Thomas Heuzeroth zählte Apple in der „Welt“ ebenfalls an: „1319 Euro für ein iPhone? Wirklich, Apple?“ Und ja, auch ich stellte damals an dieser Stelle die Forderung in den Raum: „Smartphones müssen bezahlbar bleiben.“

Smartphones werden immer teurer – und Apple treibt den Markt an

Was hat sich seitdem geändert? Nichts, rein gar nichts! Samsung schickt sein Topmodell Galaxy Note 9 für 1.249 Euro ins Rennen, selbst der für vergleichsweise preiswerte Smartphones bekannte Hersteller Huawei will knapp 900 Euro für sein P20 Pro sehen und hat mit dem Mate 20 Pro, das in wenigen Tagen in London vorgestellt werden soll, noch ein weiteres hochpreisig(ere)s Modell in der Hinterhand.

Und Apple? Getrieben von den Erfolgsquartalen der vergangenen zwölf Monate, die eindrucksvoll belegen, dass zumindest mit Blick auf den Konzernumsatz ein iPhone-Absatz auf Rekordniveau möglich ist, setzt einfach noch einen drauf: Wer sich für das iPhone XS Max entscheidet, darf abhängig von der persönlich bevorzugten Speichervariante bis zu 1.649 Euro zahlen. Eintausendsechshundertneunundvierzig Euro! Für ein Smartphone … Da kann man wirklich nur noch mit den Schultern zucken und sagen: Bitte, wer’s bezahlen kann und will, soll’s halt tun. Auch für einen Porsche 911 GT2 RS gibt es eine Zielgruppe und solange Apple die neuen Smartphones aus den Händen gerissen werden wie warme Semmeln dem Bäcker um die Ecke, wird sich an der Preispolitik des US-Konzerns vermutlich nichts ändern. Und so wird auch die (fast) ganze Branche munter weiter daran arbeiten, Highend-Smartphones zu produzieren, die 1.000 Euro und mehr kosten.

Eine Preispolitik, die sich nur einer leisten kann: Apple

Die Botschaft, die aus Cupertino in die Welt gesendet wird, ist klar: Apple will ein Premium-Hersteller sein und auch als solcher wahrgenommen werden. Wer ein iPhone verwenden möchte, soll dafür auch entsprechend bezahlen, um ein echtes Statussymbol verwenden zu können. Das wird auch deutlich, wenn man einen Blick auf die neuen Preise von iPhone 7 oder iPhone 7 Plus wirft: 519 Euro beziehungsweise 649 Euro für das Plus-Modell werden über Apple direkt fällig. Solche Preise für ein zwei Jahre altes Smartphone aufzurufen würde keinem anderen Smartphone-Hersteller im Traum einfallen. Apple hingegen kann und will es sich leisten.

Eines muss aber jedem Apple- und Smartphone-Fan in diesem Zusammenhang bewusst sein: Nagelneue Highend-Smartphones wird es in Zukunft selbst mit einem 24-monatigen Laufzeitvertrag nicht mehr zum Schnäppchenpreis geben. Die Zuzahlungen, die für ein neues Smartphone getätigt werden müssen, werden zumindest mit Blick auf die Top-Modelle weiter steigen. Und auch hier gilt: Wer kann und will, wird die abgerufenen Preise zahlen. Allen anderen sei an dieser Stelle geraten: Nutzt die (Top-)Modelle aus dem Vorjahr. Sie können meist genauso viel, kosten in der Regel aber deutlich weniger als aktuelle Flaggschiffe.

Das sind die neuen iPhones

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