Kampf der Generationen iPhone X oder iPhone XS – Lohnt sich der Umstieg?

vom 14.09.2018, 17:23
iPhone X vs XS vs XS Max Topnews
Bildquelle: Apple

Apple hat mit drei neuen iPhones eine Armada vom Zaun gebrochen, wie es sich Samsung zu Hochzeiten nicht erlaubte. Verwässert wird das hochpreisige Sortiment dadurch jedoch nicht. Das Basismodell der neuen Serie, das iPhone XS, tritt die Nachfolge des iPhone X an. Aber lohnt sich das Upgrade für jene, die erst vor einem Jahr mehr als 1.000 Euro für das 2017er-Flaggschiff in die Hand genommen haben?

Die S-Versionen stellen seit jeher ein Facelift der ein Jahr zuvor auf den Markt gekommenen Generation dar. So auch das iPhone XS. Die Designsprache bleibt gleich – allerdings ist diese in Apple-Dimensionen weiterhin als "neu" zu bezeichnen, legt man die iPhone-Historie der Home-Button- und Balken-Designs zugrunde, die mit dem iPhone 8 (Plus) endgültig abgeschlossen wurde.

Warum also, sollte man als Kunde direkt vom iPhone X auf das iPhone XS umsteigen? Der Vergleich präsentiert Argumente dafür und dagegen.

Statussymbol Apple: iPhone X oder iPhone XS?

Wie bereits angeklungen, das Design hat sich gar nicht bis marginal verändert. Wer also auf der Straße erkannt werden will, weil er ein iPhone der aktuellen Designlinie mit sich spazieren trägt, dem reicht ein iPhone X. Auf den "Lifestyle-Faktor" dürfte die Modellwahl zwischen iPhone X und iPhone XS also nur einen minimalen Einfluss haben.

Das sieht beim iPhone XS Max etwas anders aus: Allein die Größe – das Display misst 6,5 Zoll in der Diagonalen – fällt ins Auge und darf als Merkmal des neuen iPhones gelten.

Frau mit einem iPhone XS
Bildquelle: Apple

Was hat das iPhone XS (Max), was das iPhone X nicht hat?

Technisch haben sich immerhin ein paar Dinge verändert in einem Jahr iPhone-Entwicklung: Das Alleinstellungsmerkmal Face ID wurde nochmals verfeinert. Größte Neuheit ist aber wohl der Prozessor, ein Apple A12 Bionic, der mit einer gehörigen Portion künstlicher Intelligenz und Selbstlernpotenzial ausgestattet ist.

Schneller Prozessor

Darüber hinaus ist der Apple-Prozessor der erste in einem Smartphone erhältliche Chipsatz aus 7-nm-Fertigung. Huawei hatte seinen 7-nm-Prozessor Kirin 980 zwar vor Apple auf der IFA vorgestellt, im Einsatz ist der Rechner aber erst zu sehen, wenn das neue iPhone bereits auf dem Markt ist. Die Fertigungs-Unterschiede sorgen in der Praxis dafür, dass der neue Prozessor leistungsfähiger und energieeffizienter sein kann. Apple selbst spricht vom schnellsten Prozessor, der je in einem Smartphone verbaut worden sei.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Prozessor im iPhone X keineswegs langsam war und auch nach einem Jahr Nutzung weiterhin mit einer durchaus beeindruckenden Geschwindigkeit seinen Dienst verrichtet.

Dual-SIM und Speicher

Und es gibt weitere, innere Werte, die das iPhone XS zum besseren Smartphone machen: Da wäre zum ersten Mal die Dual-SIM-Funktion in einem iPhone. Diese Funktion erscheint zwar anders als geglaubt und nur als eSIM plus physische SIM-Karte, aber die Geste stimmt. Wer das iPhone in einem Vertrag nutzen will, dessen Anbieter eSIM unterstützt, der kann die Dual-SIM-Funktion nutzen und zum Beispiel zwischen privater und geschäftlicher Nummer auf einem Handy unterscheiden.

Der nächste Punkt ist der Speicher: Eine Erweiterung des fest verbauten Datendepots ist nach wie vor nicht vorgesehen. Hier kann man also getrost beim iPhone X bleiben. Die maximal mögliche Speicherausstattung des neuen iPhone XS beträgt aber 512 GB und damit doppelt soviel wie bei der Top-Ausstattung des iPhone X.

Wer also viel Speicherbedarf hat, kann sich gegen den entsprechenden Aufpreis für einen deutlich größeren Massenspeicher entscheiden. Trugschluss: Nur, weil das iPhone XS Max, den Namenszusatz "Max" trägt, bietet Apple hier keine höheren Speicherlösungen an, als beim Basismodell XS.

Änderungen bei der Kamera? Nur unter der Lupe

Knallt es denn bei der Kamera? Im Offensichtlichen nicht. iPhone XS und iPhone XS Max zeichnen sich genau wie das iPhone X rückseitig durch eine Dual-Kamera aus. In der Display-Notch auf der Vorderseite steckt die Frontkamera. Nach wie vor mit 7 Megapixeln ausgerüstet und als "TrueDepth"-Kamera verkauft, unterstützt sie unter anderem die Gesichtserkennung Face ID, die bei den 2018er-Modellen etwas schneller und sicherer funktionieren soll.

Objektiv gesehen verbaut Apple die Kamera-Features aus dem iPhone X auch in die S-Modelle wieder ein. Der Zauber, der für bessere Fotos sorgen soll, kommt also wieder vom besseren Prozessor und er liegt in der hintergründigen Software. Wunderdinge, die auf das aufbauen, was die ohnehin schon gute iPhone-X-Kamera erzeugt, sollten Nutzer der neuen XS-Varianten also nicht erwarten.

iPhone XS und XS Max

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    Der Bildschirm des iPhone XS ist 5,8 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2.436 x 1.125 Pixeln.
    Bildquelle: Apple
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    Der Bildschirm des iPhone XS Max ist 6,5 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2.688 x 1.242 Pixeln.
    Bildquelle: Apple

Was bei allen Modellen fehlt, ist ein Super-Zeitlupen-Modus, wie ihn andeer Flaggschiff-Hersteller mittlerweile serienmäßig anbieten. Diese Spielerei bleibt den iPhone-Nutzern trotz aller Bildgewaltigkeit vergönnt.

Ansonsten setzt sich das Kamera-Setup auf der Rückseite aus zwei 12-Megapixel-Sensoren zusammen, die durch ein f/1.8-Haupt- und ein f/2.4-Tele-Objektiv blicken. Damit ist ein 2-facher optischer und ein 10-facher digitlaer Zoom drin.

Videomacher können 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps) erstellen. In Zeitlupe stehen bei Full-HD-Qualität bis zu 240 fps zur Verfügung. All diese Werte kennen iPhone-X-Nutzer bereits aus ihren Geräten.

Der Kamera-Test des iPhone X in Bildern:

iPhone X: Kamera-Bilder

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    Nicht nur bei Mittags-Sonne zeigt das iPhone X was es kann …
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
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    … auch wenn die Sonne unter geht sind Bilder gestochen scharf.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Akku und Arbeitsspeicher

Die große Unbekannte: Traditionell verrät Apple mit keinem Wort, wie viel Arbeitsspeicher dem Nutzer zur Verfügung steht und auf welche Akkukapazität man zurückgreifen kann. Nach Verkaufsstart werden diese Werte von spezieller Software und in "Teardowns" erster Käufer offengelegt werden.

Möglich ist, dass Apple an die Speicherversionen angepasste 3- und 4-GB-Konfigurationen anbietet. Beim iPhone X kamen 2017 erstmals 3 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. 6 oder 8 GB wie in den Premium-Smartphones der Android-Anbieter, wird Apple nicht anbieten. Das iPhone-Ökosystem mit dem neuen Betriebssystem iOS 12 erfordert dies jedoch auch nicht.

 iPhone XiPhone XSiPhone XS Max
 
iPhone X Vergleichsbild
Bildquelle: Apple
iPhone XS Vergleichsbild
Bildquelle: Apple
iPhone XS Max Vergleichsbild
Bildquelle: Apple
Display

5,8 Zoll,
1.125 x 2.436 Pixel

6,5 Zoll,
1.242 x 2.688 Pixel
Betriebssystem-Version iOS 12
Prozessor A11 Bionic A12 Bionic
RAM 3 GB 4 GB
interner Speicher 64 / 256 GB 64 / 256 / 512 GB
MicroSD nein
Kamera vorne/hinten 7 / 12 + 12 Megapixel
Fingerabdruckscanner nein
Akku 2.716 mAh 2.658 mAh 3.174 mAh
induktives Laden ja
USB-Port Lightning
IP-Zertifizierung IP67 (Schutz vor Untertauchen) IP68 (Schutz vor Untertauchen)
Abmessungen (in mm) 143,6 x 70,9 x 7,7
157,5 × 77,4 × 7,7
Farben

Grau, Silber

Gold, Grau, Silber
Einführungspreis

64 GB: 1.149 Euro
256 GB: 1.319 Euro

64 GB: 1.149 Euro
256 GB: 1.319 Euro
512 GB: 1.549 Euro

64 GB: 1.249 Euro
256 GB: 1.419 Euro
512 GB: 1.649 Euro

Die Akkukapazität dürfte sich zumindest beim iPhone XS ebenfalls unwesentlich erhöhen und auf einem Level mit den vom iPhone X bekannten knapp 2.700 mAh verharren. Das iPhone XS Max bietet dem Akku allerdings mehr Platz und das größere Display sollte auch energiehungriger sein. Um diesen Hunger zu stillen, ist davon auszugehen, dass Apple den Akku auf über 3.000 mAh Kapazität hochschraubt. Aber: Angebot und Nachfrage der zusätzlichen Energie dürften sich in etwa die Waage halten.

Apple iPhone X: Hands-On-Bilder

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    Das Apple iPhone X im Hands-On.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
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    Das Apple iPhone X im Hands-On.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Die Kardinalfrage: iPhone XS vs. iPhone X - Upgrade oder nicht?

Die neue iPhone-Generation, bestehend aus iPhone XS und XS Max, bedeutet nur eine marginale Verbesserung gegenüber dem iPhone X aus dem Vorjahr. Nur wer Jahre lang auf Dual-SIM gewartet hat und diese Funktion direkt in seinem iPhone braucht, kann vom X direkt auf das XS umsteigen. Wenn besonders große Displayfläche das Nonplusultra ist, dann wird man auch am iPhone XS Max seine helle Freude haben.

Ansonsten lohnt sich die neue Generation nur für jene, denen kein Preis zu hoch ist, um technisch das absolut Beste zu besitzen, das ein iPhone derzeit bietet, Stichwort Prozessor und Face ID. Im Alltag wird man die gebotenen Unterschiede kaum spüren. Selbiges gilt auch für die IP-Zertifizierung, die von IP67 auf IP68 verbessert wurde.

Ist das iPhone XS und dessen großer Bruder also zum Scheitern verdammt, wenn so wenig wirklich neu ist? Nein, denn das iPhone X wird von Apple ab sofort nicht mehr verkauft. Die beste und günstigere Alternative zum iPhone XS ist somit vom Markt. Neukunden werden perspektivisch – spätestens wenn die Restbestände des 2017er-Modells bei Online-Shops vergriffen sind – ohnehin zum XS greifen.



Bildquelle kleines Bild: Apple | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Handy-Vergleiche, Apple, Apple, Oberklasse-Smartphones, Unternehmen und Märkte

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