Analyse Apple iPhones Apple verpasst gleich vier iPhone-Modellen den Todesstoß

vom 13.09.2018, 11:15
Das künftige iPhone-Lineup im Überblick
Bildquelle: Apple

Gleich drei neue iPhones hat Apple vorgestellt. Gleichzeitig sind nicht mehr alle bisherigen Modelle weiter erhältlich. Bemerkenswert ist vor allem, dass das gerade einmal ein Jahr alte iPhone X mit sofortiger Wirkung nicht mehr verkauft wird. Doch auch iPhone-SE-Fans tragen Trauer. Das handliche iPhone zum günstigen Preis gibt es ebenfalls nicht mehr - zumindest offiziell. Damit verschwindet auch ein Feature komplett bei Apple.

Wer heute früh, zwölf Stunden nach der Apple Keynote, nach dem iPhone SE bei Google sucht, bekommt an den ersten drei organischen Suchpositionen verschiedene Seiten von Apple angezeigt. Doch wer dann beispielsweise auf die Apple-Seite mit der Überschrift "iPhone SE kaufen" klickt, landet auf einer Seite, die nicht seinen Vorstellungen und Anforderungen entsprechen dürfte. Denn statt ein Handy für 409 bis 519 Euro (laut Google) zu kaufen, wird ihm das iPhone XS schmackhaft gemacht.

Das gestern vorgestellte Smartphone ist nicht nur noch gar nicht erhältlich, es ist auch größer als das iPhone SE und vor allem wesentlich teurer: Die Preise beginnen jenseits der Tausend-Euro-Marke. Mit der Präsentation des iPhone XS und des großen Bruders iPhone XS Max sowie des neuen "Einsteigerhandys", dem iPhone XR, sind iPhone SE, iPhone 6S, iPhone 6S Plus und das iPhone X bei Apple von der Webseite verschwunden. Sie werden nicht mehr verkauft.

Warum das iPhone X und iPhone SE das Feld räumen müssen

Das Vorgehen ist bei Apple durchaus üblich: Wenn neue iPhones oder iPads vorgestellt werden, verschwinden Vorgänger-Generationen vom Markt. So ist es nur konsequent, dass die 2015 vorgestellte Generation des iPhone 6s und iPhone 6s Plus für das iPhone XS und iPhone XS Max den Platz in den Regalen räumen muss. Auf den ersten Blick überrascht jedoch, dass auch die Vorjahres-Generation, das iPhone X, ihren Hut nehmen muss. Doch schaut man sich das neue Line-Up an, so ist der Schritt letztlich konsequent. Denn zwischen den weiter erhältlichen Modellen iPhone 7 (ab 519 Euro) und iPhone 8 (ab 649 Euro) sowie den beiden neu eingeführten Modellen iPhone XR (ab 849 Euro) und iPhone XS (ab 1.149 Euro) wäre preislich kaum Spielraum für das iPhone X (zuletzt ab 1.149 Euro) gewesen. Im Sinne eines schlanken Produktportfolios hat Apple das iPhone X daher aufgegeben.

Apple iPhone SE: Pressebilder

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    Offizielle Bilder vom iPhone SE
    Bildquelle: Apple
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    Offizielle Bilder vom iPhone SE
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Überraschend dürfte diese Apple-Strategie vor allem für jene Kunden haben, die grundsätzlich das Vorjahresmodell nach einer Preissenkung kaufen. Das ist dieses Jahr in der Form nicht möglich. Hier können die Apple-Fans der Vorjahresgeräte höchstens zum iPhone XR greifen, um nicht über 1.000 Euro für ihr Gerät auszugeben. Ärgerlich ist der Schritt auch für alle, die sich dieses Jahr im Rahmen einer Vertragsverlängerung das iPhone X gönnen wollten. Das betrifft beispielsweise alle Kunden, die vor zwei Jahren das iPhone 7 direkt nach dessen Vorstellung im Rahmen eines Vertrages bekommen haben. Apple hingegen kann seine Bilanzzahlen durch diesen Kniff weiter optimieren.

Es gab Gerüchte zu einem iPhone SE-Nachfolger

Das iPhone SE war neben des günstigen Preises auch wegen der geringen Größe beliebt. Mit Außenmaßen von 12,4 x 5,9 Zentimetern gehörte es zu den eher kleinen Apple-Smartphones. Das kleinste iPhone, das offiziell noch auf der Apple-Webseite vertrieben wird, ist das iPhone 7. Mit dem iPhone SE gibt Apple auch dem 3,5-mm-Klinkenstecker in seinem Produktportfolio endgültig den Laufpass. Ab sofort gibt es nur noch Lightning-Stecker – oder eben Bluetooth.

Warum es das eigentlich beliebte iPhone SE, bei dem es erst vor kurzem Spekulationen zu einem Nachfolger gab, bei Apple nicht mehr gibt, kann nur gemutmaßt werden. Möglicherweise spielt auch hier der Preis des iPhone 7 eine Rolle, der nahezu identisch mit dem des iPhone SE ist. Und natürlich greift auch hier das Argument eines schlanken Angebots-Sortiments und möglicherweise das Alter des Gerätes, das im Frühjahr 2016 vorgestellt wurde. Vielleicht waren die Gerüchte zu einem iPhone SE2 aber auch gar nicht verkehrt und im Frühjahr 2019 kommt eine Neuauflage.

Wo bekomme ich noch ein iPhone SE oder iPhone X?

Niemals geht man so ganz, heißt es im Volksmund. Das trifft auch auf die Modelle iPhone SE und iPhone X zu. Das iPhone SE ist in den Tiefen der Apple-Webseite noch zu finden. Dort kann der Nutzer den Hinweis finden, dass das Gerät weiterhin bei autorisierten Apple-Händlern erhältlich sei. Der bekannteste Händler ist wohl Gravis – hier findet sich das Apple iPhone SE mit 32 GB Speicher in der Tat noch. Die silberne Version ist aktuell für 299 Euro zu haben. Und auch bei Amazon gibt es das kleine iPhone noch: In Space Grau, für derzeit 267,99 Euro, verkauft von einem Dritthändler. Gleiches gilt für das iPhone X: Wer dieses Handy noch haben will, findet in inoffiziellen Apple-Verkaufskanälen derzeit noch zahlreiche Angebote, das Handy als Neuware zu erstehen. Sogar Gravis listet das Gerät noch für derzeit 1.089 Euro.

Letztlich sind sowohl iPhone X als auch iPhone SE derzeit noch bei Telekom, Vodafone und O2 mit einem Neuvertrag oder einer Vertragsverlängerung zu haben. Ob sich allerdings der Kauf des iPhone X bei nahezu identischen Preisen wie beim kommenden iPhone XS lohnt, darf bezweifelt werden. Das iPhone XS kann ab morgen offiziell vorbestellt werden.



Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Thorsten Neuhetzki
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