Apple-Produkte werden wegen Trump-Zöllen teurer

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Donald Trump bei seiner Vereidigung zum 45. Präsidenten der USA
Bildquelle: White House / Instagram
Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China hat endgültig die Tech-Branche erreicht. Doch während Apple versucht sich zur Wehr zu setzen, hat Präsident Trump bereits eine einfache Lösung für das Problem parat.

Die Maßnahmen, mit denen US-Präsident Donald J. Trump die Wirtschaft in seinem so geschätzten Heimatland Amerika ankurbeln will, treiben seltsame Blüten. Denn mit Einfuhrzöllen sollen Produkte aus China aus dem amerikanischen Markt gehalten werden. Eine amerikanische Firma, die dies empfindlich treffen wird, ist Apple. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die iPhone-Erfinder das nicht einfach so geschehen lassen. Stattdessen appelliert die von Tim Cook geleitete Firma an den Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten und kündigt empfindliche Preiserhöhungen an, zu denen sich die Firma unter Trumps Gebührenordnung genötigt sieht.

Die Sonderabgabe in Höhe von 25 Prozent trifft laut Apple entweder die Produkte des Technologiekonzerns oder aber deren Komponenten. Als Beispiel nennt die Firma in ihrem offenen Brief (PDF) die Apple Watch, die kabellosen Kopfhörer AirPods und den smarten Siri-Lautsprecher HomePod. Außerdem sollen der Mac Mini, der Pencil, die kabellose Maus und das Trackpad, diverse Lederhüllen und -Covers sowie einige Adapter, Ladegeräte, Kabel und interne Bauteile betroffen sein.

Apple bittet die Vereinigten Staaten darum, die vorgeschlagene Gebührenordnung noch einmal zu überdenken und schreibt: „Es ist schwer zu erkennen, wie Zölle, die US-Unternehmen und amerikanische Verbraucher treffen, die Ziele der Regierung in Bezug auf Chinas Technologiepolitik voranbringen werden.“ Die aus den Zöllen resultierenden Preiserhöhungen würden Apple gegenüber ausländischen Mitbewerbern benachteiligen, schreibt das Unternehmen. Dabei würde der amerikanische Markt besonders getroffen werden.

Trumps Lösung: Apple solle in den USA produzieren

Der US-Präsident zeigt sich von Apples bedenken wenig beeindruckt. Auch wenn bislang nicht klar ist, wann die nächste Stufe der Strafzölle gezündet wird, hat der Geschäftsmann einen einfachen Rat an den Tech-Konzern aus Cupertino: Verlegt eure Produktion nach Amerika! Dies twitterte Donald Trump am Samstag:

Der Deal, den der Präsident den Apple-Managern anbietet, umschließt nicht nur das umgehen der Strafzölle. Der Geschäftsmann bietet dem Unternehmen sogar Steuergeschenke an, um die Produktion in Amerika wirtschaftlicher zu machen.

Denn obwohl Apple bereits Erfahrung mit der Herstellung in den USA hat – der Mac Pro wird in Amerika montiert – lässt der Konzern die meisten seiner Produkte in China herstellen. Dies liegt vor allem daran, dass die Arbeitskraft in dem asiatischen Land deutlich billiger ist, als sie es in Amerika wäre. Auch kommen die meisten Komponenten, die Hersteller wie Apple zukaufen, ebenfalls aus China, womit sich bei einer Endmontage in den Vereinigten Staaten das Problem nur an eine andere Stelle der Lieferkette verlagern würde und außerdem höhere Logistik-Kosten entstehen würden.

Laut einem Bericht von Marketplace aus dem Jahr 2014 würde ein gänzlich in den USA gefertigtes iPhone um die 660 US-Dollar kosten, im Gegensatz zu den rund 190 Dollar, die Apple in China aufwenden muss, um ein iPhone zu produzieren. Der Verkaufspreis für ein solches iPhone müsste demnach bei rund 2.000 US-Dollar liegen – oder weit darüber, denn seit 2014 haben die Preise für die Kult-Telefone aus Cupertino jedes Jahr angezogen. Strafzölle dürften hier also das kleinere Übel ausmachen.

Dies ist nicht die erste Warnung von Apple an Trump

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