Mehr Gesprächsabbrüche in Handynetzen: Das ist der Grund

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Mann der gerade telefoniert (Symbolbild)
Bildquelle: Pixabay
Wenn es um Beschwerden über Mobilfunknetze geht, sind es meist drei Punkte, die Kunden nennen: Kein oder schlechtes Netz, zu langsame Datenübertragung und Gesprächsabbrüche. Auf der IFA-Pressekonferenz der Telekom gab Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner bereits den Handyherstellern eine Teilschuld für die Gesprächsabbrüche, sein Technik-Kollege Walter Goldenits hat diesen Vorwurf nun präzisiert.

Man stelle eine signifikante Auffälligkeit im Netz fest, dass die Gesprächsabbruchrate vor allem bei jenen langen Telefonaten steigt, bei denen sich der Kunde etwa im Zug oder im Auto bewegt. Das betreffe nicht nur Deutschland, sondern auch andere Märkte, so der Deutschland-Technik-Chef der Telekom. Doch die Ursachen sind demnach weniger im Netz als viel mehr bei den modernen Handygenerationen zu suchen.

„In den neueren Generationen bestimmter Endgeräte sind die Abbruchraten bei Gesprächen doppelt so hoch wie bei anderen Geräten“, sagt auch Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. Dabei sei das Verhalten sehr Geräte-spezifisch. Konkrete Problem-Geräte oder -Hersteller ließen sich die beiden Manager jedoch auch auf mehrfache Nachfrage nicht entlocken – wohl auch aus Angst vor böser Post der Hersteller. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass die Netzbetreiber mit den Herstellern diesbezüglich im Austausch sind.

Mehr Technik bei weniger Platz: Die Antenne bleibt auf der Strecke

Die Ursache des Problems sei vielschichtig, so Goldenits. Dabei sei das Problem gleichermaßen in der Software aber auch in der Hardware zu suchen. Die Handys würden immer kleiner und flacher, es müsse aber immer noch Platz für größere Akkus, mehr Speicher und bessere CPUs sein – und auch für die Mobilfunkantenne. Das ist aber offenbar nicht bei jedem Hersteller gleichermaßen ausgewogen. „Handy-Hersteller optimieren ihre Geräte sehr auf Datenverbrauch. Dabei wird aber die Sprachtelefonie oft vergessen.“ Auch die zur Verfügung stehende Energie sei ein Thema. Wenn Displays heller und größer werden, bräuchten sie mehr Energie. Diese Energie fehle dann möglicherweise bei der Sendeleistung der Handys.

Daten-Abbrüche fallen Nutzern weniger auf

Ein weiteres Problem sei, dass einige Hersteller ihre Handys inzwischen weniger in den einzelnen Netzen testen und dass die Tests auch schwieriger sind. Schließlich habe man anfangs nur das GSM-Netz testen müssen. Inzwischen gibt es drei Netzstandards, zahlreiche Frequenzen und viele Dienste. Da könne selbst beim Testen ein Fehler übersehen werden. 

„Die Funkschnittstelle war schon mal besser“, resümierte Goldenits. Auftreten würde das Problem vor allem bei GSM-Telefonaten. Hier ist eine Verbindung sofort abgebrochen, wenn der Kontakt zum Netz verloren geht. Datenverbindungen hingegen – und das betrifft demnach auch Voice over LTE – hätten dieses Problem in der Form nicht, da die Datenpakete einfach noch einmal gesendet würden. Unterm Strich bleibt nach Darstellung der Telekom jedoch die Erkenntnis: Nicht alle Netzprobleme lassen sich mit einem noch schnelleren Netzausbau bekämpfen.

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