Der Smartphone-Hamburger-Vergleich: Deshalb baut BQ kein High-End-Smartphone

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BQ Aquaris X2 Pro
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
Der spanische Hersteller BQ ist seit 2014 auf dem Smartphone-Markt vertreten. Bis heute tragen die Geräte den Beinamen "Aquaris". Und noch eines hat sich in dieser Zeit nicht geändert: Ein High-End-Smartphone im Stil eines Galaxy S9, Huawei P20 Pro oder Sony Xperia XZ3 haben die Madrilenen nie im Portfolio gehabt. Im Gespräch mit inside handy verrät der General Manager für Europa, Xavier Gastaminza, warum. Und was das Ganze mit einem Hamburger zu tun hat.

Die Aquaris-X-Serie ist BQs Flaggschiff-Reihe. Hersteller wie Huawei oder Samsung, die ihre Smartphones mit drei Kameras, hochgetakteten High-End-Prozessoren mit künstlicher Intelligenz oder einer obsoleten Innovation wie der Notch ausstatten, würden die neuesten Aquaris-Modelle, das X2 und X2 Pro, nie als solche bezeichnen. Darüber hinaus deutet der Preis für das X2 Pro, der bei rund 400 Euro liegt, nicht unbedingt auf die Oberklasse hin, verlangen Konkurrenten für ihre Spitzenmodelle immer häufiger 1.000 Euro und mehr. Und dennoch: Für BQ sind die beiden Geräte, die mit Mittelklasse-Prozessoren von Qualcomm im Benchmark-Test unter 150.000 Punkten bleiben, Flaggschiff-Modelle.

Jeder kann ein High-End-Smartphone bauen

Doch warum zieht BQ nicht mit der Konkurrenz gleich und zaubert ebenfalls ein 1.000-Euro-Handy aus dem Hut? „Ein High-End-Smartphone zu produzieren, ist kein Problem“, sagt Gastaminza. „Doch das liegt nicht in unserer DNA.“ Vielmehr will BQ Geräte mit aktueller und bestmöglicher Technik bauen, die aber auch erschwinglich sind. „Sie können einen Hamburger mit Blattgold, Safran und Kaviar belegen und diesen für 1.000 Euro verkaufen. Abgesehen davon, dass er dann nicht unbedingt besser schmeckt – es ist nicht notwendig“, sagt der BQ-Mangager. Was Gastaminza meint, ist, dass ein gutes Smartphone, das dem Nutzer alles bietet was er benötigt, kein Monatsgehalt kosten muss.

Neben einer guten Ausstattung ist BQ eine saubere Nutzeroberfläche ohne Bloatware wichtig. Und schnelle Android-Updates. Unlängst haben die Spanier Android 9 Pie für die aktuellen Modelle sowie die Smartphone-Serie des Vorjahres angekündigt. BQ zählt seit jeher zu jenen Herstellern, die hinsichtlich ihrer Update-Politik zu den schnellsten gehören. „Als wir unsere Smartphones mit Android 8 Oreo versorgten, war das Betriebssystem zu diesem Zeitpunkt erst auf 0,5 Prozent aller Smartphones weltweit vorzufinden“, sagt Gastaminza stolz.

Doch die schnellen Updates haben auch einen Haken: Derzeit hat kein deutscher Netzbetreiber ein Smartphone der Spanier im Portfolio. Würde BQ seine Smartphones mit Mobilfunkvertrag verkaufen, müsste auch der Netzbetreiber eine Freigabe für ein Update erteilen. Zudem installieren die Mobilfunker gerne die eine oder andere Anwendung auf Smartphones, die über sie in Verbindung mit einem Vertrag gekauft werden. Das wiederspricht dem Credo der Spanier, die ihre Geräte gerne aufgeräumt an den Mann bringen.

Ein bisschen Trend darf es aber sein

Zwar macht BQ die High-End-Schlacht nicht mit, bei einem Trend ist man aber dabei: Glas. Beim Aquaris X2 Pro etwa. „Die Kunden wollen es, sie bekommen es“, sagt Gastaminza auf die Nachfrage, warum derzeit nahezu jedes Smartphone ein Glasgehäuse hat.

BQ: Wir werden nie die billigsten sein

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