5G vor dem Start: Jetzt geht das Poltern richtig los

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5G Symbolbild
Bildquelle: EU
Auch wenn noch gar nicht klar ist, wer bei der für Anfang 2019 geplanten Versteigerung der 5G-Frequenzen zum Zug kommen wird, bringen sich bereits die ersten namhaften Schwergewichte in Stellung, um Forderungen zu stellen. Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, pocht im "Handelsblatt" auf eine Volldigitalisierung der Autobahnen. Und auch die Industrie macht schon jetzt ordentlich Druck.

In Richtung der deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber sagte der Chef-Lobbyist der deutschen Automobil-Industrie: „Eine der Voraussetzungen, um die Digitalisierung und Vernetzung voll ausschöpfen zu können, ist ein stabiles und flächendeckendes Mobilfunknetz 5G. In den Städten ist das Problem nicht so groß – hier gibt es kaum Mobilfunklöcher. Das Problem besteht auf dem Land. Wenn man beispielsweise von Straßburg über den Rhein nach Deutschland fährt, ist die Verbindung 10 bis 15 Kilometer lang tot. Das ist für die Zukunft nicht hinnehmbar. Die Autobahnen und großen Städte müssen komplett digitalisiert sein und für vollautomatisiertes Fahren brauchen wir auch eine hundertprozentige Abdeckung in der Fläche.“

VDA-Chef steht mehr 5G-Wettbewerb aufgeschlossen gegenüber

Einem weiteren, vierten Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland wie ihn United-Internet-Chef Ralph Dommermuth gerne erschaffen würde, dabei aber auf erbitterten Widerstand der drei etablierten Netzbetreiber trifft, steht Mattes durchweg positiv gegenüber. „Wir in der Autoindustrie stehen seit hundert Jahren im intensiven Wettbewerb. Das hat unseren Firmen nicht geschadet. Im Gegenteil: Ich halte Wettbewerb für eine belebende Form in jeder Branche.“ Wettbewerb sei „ein prima Antreiber, um gute technologische Lösungen zu erreichen.“

Auch die Industrieverbände bringen sich in Stellung

In ein ähnliches Horn blasen die Industrieverbände VCI, VDMA, ZVEI und VDA in einer gemeinsamen Mitteilung. Darin heißt es wörtlich: „Die Industrie ist auf eine international wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur angewiesen. Nur so werden Industrie 4.0, die Vernetzung zwischen den Fabriken und innovative Anwendungen wie zum Beispiel vernetztes und automatisiertes Fahren zu einer Erfolgsgeschichte.“ Eine höhere Verkehrssicherheit und ein flüssigerer Straßenverkehr sei nur zu erreichen wenn ein modernes 5G-Netz rasch aufgebaut werde.

In Richtung der Bundesnetzagentur fordern die Industrieverbände, die Versorgungsauflagen für die Mobilfunknetzbetreiber strenger auszulegen. Es reiche nicht aus, die Auflagen nur an den Haushalten, an Bahnstrecken, Autobahnen und Bundesstraßen auszurichten. Der industrielle Mittelstand, der Verkehr und auch die Landwirtschaft, die teils abseits der Ballungszentren lägen, dürften nicht von der digitalen Zukunft abgekoppelt werden. „Wir fordern daher eine Ausweitung auch auf Industriestandorte, Verkehrswege und Landwirtschaft – kleine und mittlere Unternehmen inbegriffen.“

Forderung: Industrie darf beim 5G-Ausbau nicht vergessen werden

Eine Diensteanbieterverpflichtung, wie sie Telekom, Vodafone und Telefónica in Bezug auf 5G-Netze ablehnen, sei notwendig, um neue Ideen, neue Angebote und günstigere Preise zu erreichen. Nur so sei ein stärkerer Wettbewerb bei 5G überhaupt möglich, fordern die Industrieverbände, die die Interessen von über drei Millionen Industriearbeitsplätzen in Deutschland vertreten. „Wir fordern die politischen Entscheidungsträger daher auf, ihre Entscheidung zur 5G-Versteigerung am Interesse der breiten Industrie auszurichten.“

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