Blaupunkt greift mit 6 neuen Handys an

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Blaupunkt Smartphones Handys
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
Die ehemalige deutsche Marke Blaupunkt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Handysparte etwa wird zur Zeit aus Ungarn heraus gesteuert. Dabei nimmt sie fast unbemerkt am Mobilfunkmarkt teil, was sich jedoch ändern soll. So kündigt CEO Tamás Szilvási gleich sechs neue Geräte unter eigenem Label noch für dieses Jahr an. Doch was steckt hinter dem traditionsreichen Unternehmen? Auf der IFA 2018 in Berlin gab es einige Einblicke.

Blaupunkt ist mit wenig eigenen dafür aber mit zahlreichen Auftrags-Modellen am deutschen Smartphone- und Feature-Phone-Markt vertreten. Man produziert für Shell kleine Handys im Rennwagen-Design und beliefert unterschiedliche Händler mit Core-Smartphones, die dann umgebranded in den Regalen der Einzelhändler landen. Doch man will raus aus dem Schattendasein und nun auch verstärkt auf den eignen Namen als Marke setzen.

Blaupunkt kündigt Smartphones und Feature-Phones an

Unter der Marke Blaupunkt will der Auftragsfertiger noch in diesem Jahr drei Smartphones und drei Feature-Phones auf den Markt bringen. Das Alleinstellungsmerkmal soll dabei der Name sein, der in Deutschland noch einen guten Klang besitzt. Doch allein darauf will sich Szilvási nicht verlassen und betont wo die Qualität der neuen Smartphones und Handys liegt: „Wir paaren unsere Blaupunkt-Entwicklungs-Expertise mit den Produktions-Experten aus China.“ Damit sei Blaupunkt nicht länger nur eine deutsche Geschichte.

Über die technischen Daten hielt man noch den Mantel des Schweigens, jedoch werden die sechs neuen Geräte bald, Sascha Korz, Country Manager D/A/CH, verweist auf September und Oktober dieses Jahres, vorgestellt. Ein technisches Datum wurde jedoch preisgegeben: Die Feature-Phones sollen mit Kai OS laufen. Das System speziell für schlaue Tastentelefone bietet den Vorteil, dass auch App-Dienste wie WhatsApp oder Facebook auf den zumeist günstigen Handys laufen.

Zu erwarten, und das wurde auch gegenüber inside handy bestätigt, sind Geräte mit Fokus auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ob damit der von Blaupunkt angekündigte Durchbruch am Markt, der „Big Bang“, 2019 schaffbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedoch ist das vorderste Ziel nicht die Marktführerschaft. Verständlich, bei einem der kompetitivsten Märkte überhaupt.

Sorgen um den Service muss sich laut Blaupunkt keiner machen. Die Reparatur- und Austausch-Leistungen werden in der Länderregion Deutschland, Österreich und Schweiz von einem ansässigen Service-Unternehmen erledigt.

Blaupunkt Smartphones Handys
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Blaupunkt – Eine Marke, viele Unternehmen

Schaut sich der interessierte Messebesucher den Stand von Blaupunkt an, entsteht der Eindruck, man hat es mit einem Elektronik-Hersteller zu tun, der mit allen Wassern gewaschen ist. Neben Fernsehern und Handys, Smartphones und Tablets, gibt es von Smart-Home-Geräten über Staubsaugerroboter bis hin zu Batterien alles, was der moderne Technik-Nerd braucht. Doch täuscht der Eindruck, es mit einem einigen Unternehmen zu tun zu haben. Die einzelnen Abteilungen sind quer über Europa verstreut und teilen sich zumeist nur den Markennamen. Das Ganze nennt sich Blaupunkt Global Brand Community und darunter fällt auch die Blaupunkt Mobile, die sich nun selbstbewusster am Markt präsentieren will.

Mit 30 Mitarbeitern und bisher 250.000 bis 300.000 Geräten jährlich spielt man bisher im Smartphone-Business eine untergeordnete Rolle. Doch wie will man sich in den Markt einbringen? Hier werden die ersten drei Stufen von Szilvási erklärt: Zuerst, und hier sei man schon dabei, will man über den Einzelhandel und Discounter – genannt wurden hier Lidl, Real und Co. – stationär punkten. Im Anschluss sollen die Smartphones in großen Online-Händler-Angeboten auftauchen. Der dritte Schritt sei zur Zeit eine Facebook-Kampagne.

Der zweite Vertriebsweg ist die Auftragsfertigung von „Concept Phones“. Dahinter stecken Smartphones oder Feature-Phones, die nach Kundenwunsch gefertigt werden. So können sich interessierte Unternehmen eigene Geräte mit eigenem Branding und Design und eigener Ausstattung fertigen lassen, ohne auf vordefinierte Geräte zurückgreifen zu müssen. Das kann dann auch schon einmal ein Rennwagen-Handy für den Ölkonzern Shell sein. Einzige Voraussetzung für eine solche Auftragsfertigung sei eine entsprechende Anzahl an Geräten. Und hier liegen die Stückzahlen überraschend niedrig: Mit 5.000 Smartphones oder 3.000 Feature-Phones sei man dabei.

Blaupunkt Shell Rennwagen-Handy
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Alle Blaupunkt-Smartphones im Überblick

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