IFA 2018: Die Tops und Flops der Redaktion

16 Minuten
IFA Messe
Bildquelle: Blaisus Kawalkowski / inside handy
Die IFA 2018 ist Geschichte. Wieder einmal wurden auf dem Messegelände in Berlin viele spannende Neuigkeiten präsentiert. Vor allem die Vorstellung von 8K-Fernsehern dürfte vielen Besuchern in Erinnerung bleiben. Doch auch an anderer Stelle hat es spannende Neuvorstellungen gegeben. Die Redaktion von inside handy fasst die persönlichen Tops und Flops der Messe zusammen.

Hayo Lücke – Chefredakteur

IFA-Highlight – Huawei Kirin 980

Huawei wird häufig dafür kritisiert, dass die in Eigenregie entwickelten Prozessoren der Kirin-Reihe nicht mit den CPUs von Qualcomm oder Apple mithalten können. Trotzdem muss man Huawei dafür loben, den Kopf allen Unkenrufen zum Trotz nicht in den Sand zu stecken, sondern munter weiter an CPU-Neuentwicklungen zu arbeiten. Wie an dem Kirin 980, der, gefertigt im 7-Nanometer-Verfahren, als neuer Super-Chip Huaweis samt künstlicher Intelligenz bezeichnet werden darf.

Stromsparender, leistungsfähiger und effizienter soll der mit acht Prozessorkernen ausgestattete Kirin 980 sein und im Zusammenspiel mit dem Grafikprozessor Mali G76 auch bei Smartphone-Games eine starke Performance an den Tag legen. Und natürlich hat Huawei auch an die Foto- und Videografen gedacht: Ein neuer Bildprozessor soll dafür sorgen, dass nicht nur ein besserer HDR-Modus nutzbar ist, sondern bei schlechten Lichtverhältnissen auch eine optimierte Rauschunterdrückung zum Einsatz kommt.

Erstmals wird der Kirin 980 im Huawei Mate 20 Pro zum Einsatz kommen, das es Mitte September in London zu sehen gibt. Die Versprechungen von Richard Yu, seines Zeichens Chef der Privatkunden-Sparte von Huawei, lassen auf einen kleinen Quantensprung hoffen. Ob das tatsächlich der Fall ist, wird sich zeigen.

IFA-Flop – Mobilfunk-Branche ohne Innovationen

Geht man mit der Mobilfunk-Branche hart ins Gericht, kann das Fazit in Bezug auf die IFA nur folgendermaßen lauten: Innovationen? Mangelware! Während in Deutschland ein wilder Streit um die Frage entbrannt ist, wer zukünftig in welcher Form auf den 5G-Zug aufspringen wird, fehlt es den Smartphone-Herstellern (weiterhin) an Ideen, das nächste große Ding zu präsentieren. Viele Smartphones der Gegenwart gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Mal mit größerer, mal mit kleinerer Notch am oberen Display-Rand. Und selbst wenn der Einheitsbrei im Zeitalter von riesigen Auftragsfertigern wie Foxconn – sogenannten OEMs – streng genommen nicht einmal verwundern darf, ist es doch ziemlich ernüchternd.

Auch Apple dürfte mit der Vorstellung neuer iPhones am 12. September das Rad nicht neu erfinden. Und selbst wenn zeitnah Samsung, LG oder ein anderer asiatischer Hersteller das schon lange erwartete Smartphone mit einem faltbarem Display vorstellen werden, halte ich das persönlich für wenig zukunftsträchtig. Denn dann werden Smartphones wohl wieder deutlich dicker und das kann im Grunde auch nicht das Ziel der Branche sein. Ein wenig scheint es momentan so, als sei die Geschichte des Smartphone-Formfaktors zu Ende erzählt worden.

Michael Büttner – stellv. Chefredakteur 

IFA-Highlight – Preis-Leistung ist das neue High-Tech

Zwei Smartphones der IFA bleiben im Kopf: Das Motorola One und das BQ Aquaris C. Doch warum sind diese beiden unscheinbaren Modelle die heimlichen Stars der IFA 2018? Sie besitzen keine High-End-Prozessoren, keine gekrümmten Displays, kein 4K oder Dreifachkameras. Das große „Aber“ folgt jedoch auf dem Fuße: Sie sind mit ihren Preispunkten zum Marktstart von 299 und 169 Euro dort verortet, wo die Nutzer auch zugreifen. Was nützen Stiftbedienung, Face-ID und LTE Cat.21, wenn man sich die High-End-Klöpse nicht mehr leisten kann oder will? Selbstverständlich muss die Branche mit Spitzenmodellen zeigen, was sie drauf hat und wo die Reise technisch hingeht, den Kunden und damit den Massenmarkt verliert man dabei jedoch zusehens aus den Augen.

So ist es erfrischend, dass man bei den neuen Modellen aus den USA und Spanien jeweils an den richtigen Punkten gespart und dort Highlights gesetzt hat, wo der Kunden einen Mehrwert erhält. Damit ist die wahre Herausforderung für die Hersteller nicht mehr, das beste Produkt, das möglich ist, anzubieten, sondern das beste Produkt, das sich jeder leisten will.

IFA-Flop – Honor: Mehr Schein als Sein

Die Huawei-Marke Honor lud auf der IFA 2018 zur Pressekonferenz ein und viele folgten diesem Ruf. Doch viele blieben auch weg. Das lag zum einen daran, das vorher schon gemunkelt wurde, was es dort zu sehen gibt: nichts. Zumindest nichts handfestes. Doch der Reihe nach.

Die Pressekonferenz von Honor wurde im Vienna House im Osten von Berlin abgehalten und damit möglichst weit weg vom Messegelände selbst. Doch das ist nur ein organisatorisches Ärgernis. Dass man jedoch auf der einstündigen Show zu 90 Prozent mit dem Honor Play berieselt wurde, grenzt in Anbetracht dessen, dass das Gerät eine Woche vorher schon auf der Gamescom in Köln seine Premiere hatte, an Zeitverschwendung. Das große Highlight, dass danach noch für 5 Minuten angerissen wurde, war nicht etwa ein revolutionäres Handy oder eine Neuheit, die zumindest überraschen konnte, sondern eine Vorankündigung eines Abklatsches des Vivo Nex oder des Oppo Find X. Insgesamt ein lascher Auftritt des sonst so selbstbewussten Huawei-Schwesterchens.

Blasius Kawalkowski – stellv. Chefredakteur

IFA-Highlight – Eingriff in den Samsung-Huawei-Zweikampf?

Wer mit Slidern und Klapphandys aufgewachsen ist, wird sicherlich wissen, dass es am Verkaufstresen beim Saturn um die Ecke einst auch Handys von Sharp gab. Die Japaner versuchten 2011 ein Comeback mit einem damals modernen Smartphone, sind aber am europäischen Markt gescheitert. Mit der Aquos-Reihe versucht man es jetzt noch einmal und schickt das Aquos D10 aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Deutschland. Das Smartphone kostet rund 400 Euro und machte im Hands-On bereits eine gute Figur. Aber auch das kommende Flaggschiff, das derzeit noch keinen Namen trägt, aber mit einem gebogenen OLED-Display ausgestattet ist, setzt im Vergleich zu den unzähligen Glashandys Akzente. Inwieweit es die Japaner mit ihrem Smartphone-Comeback ernst meinen, muss man abwarten. Wenn es aber weder LG, noch Sony oder HTC schafft, in den Android-Zweikampf zwischen Samsung und Huawei einzugreifen, dann vielleicht ein Hersteller, mit dem man nicht rechnet. Vielleicht wird es Sharp.

Mit dem zweiten Highlight der Messe hat das Smartphone nur am Rande etwas zu tun. Noch gilt es als Steuerung und Anzeige für all die Sensoren und Aktoren, die ein vernetztes Zuhause, ein Smart Home, bietet. Auf der IFA hat man allerdings gesehen, wo die Reise hingehen soll. Das smarte Heim wird künftig noch intelligenter. Es wird Personen – ob an der Stimme oder einfach nur an der Anwesenheit – erkennen und sich dementsprechend verhalten. Das Türschloss erkennt am Fingerabdruck, dass ich an einem Samstagmittag das Haus betrete und schaltet den Fernseher an, damit ich Fußball gucken kann. Der Kühlschrank indes wusste bereits anhand meines Terminplaners, dass ich an diesem Tag zu Hause sein werde und sorgte automatisch dafür, dass ausreichend Bier kalt steht. Bald ist das nicht mehr nur eine Zukunftsvision. Jedoch wird noch einige Zeit vergehen, bis sich jeder ein solches smartes Heim leisten kann – zumindest beim Aufrüsten. Neubauten werden schon jetzt mit Komponenten vernetzt, die das Leben zu Hause einfacher machen sollen.

IFA-Flop – Der Untergang des französischen Querdenkers

Als Lenovo auf seiner Pressekonferenz das Yoga Book vorstellte, zählte es für mich sofort zu den Geheimfavoriten für den Titel „Highlight der Messe“. Zwei Bildschirme, einer davon E-Ink. Die Idee dahinter: Die Tastatur lässt sich individualisieren. Ob deutsches QWERTZ-Layout, arabische Schrift oder Hiragana und Katakana – eine Win-Win-Situation für den Nutzer, aber auch für den Hersteller, der drumherum kommt, Notebooks mit vielen verschiedenen Tastatur-Layouts produzieren zu müssen. Zudem lässt sich der Laptop mit seinen beiden knapp 11 Zoll großen Bildschirmen zusammenfalten und kann als E-Book-Reader genutzt werden. Oder man schreibt einfach mit dem Stift auf dem E-Ink-Display und die Software übersetzt das Geschriebene in computerlesbare Sprache. Am Messestand von Lenovo kam dann aber die Enttäuschung. Das Vibrationsfeedback beim Drücken der hublosen Tasten ist sehr schwach – auch auf höchster Stufe; die Verzögerung, insbesondere beim Schreiben mit dem Stift, viel zu hoch. Die Idee ist also kolossal, die Umsetzung eher mangelhaft.

Lenovo Yoga Book C930: Hands-On-Bilder

Der zweite Flop der IFA 2018: Der französische Smartphone-Hersteller Wiko. Mit dem View 2 Plus hat man ein Mittelklasse-Smartphone präsentiert, das ziemlich billig wirkt, obwohl es mit 250 Euro nicht wirklich billig ist. Mit einer Display-Notch und den beiden Kameras auf der Rückseite orientiert sich Wiko am iPhone-X-Design. Zudem klauen die Franzosen mit der „Supernova“-Version den Farbverlauf des P20 Pro. Jedoch bepinselt Wiko Kunststoff statt Glas, was beim ersten Hands-On bereits zerkratzt war. Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen die Franzosen mit eigenständig entwickelten Designs und neuen Farben sowie einer besonderen Haptik überraschen konnten. Offensichtlich will man mit billiger Ware von der Stange auf dem Markt bestehen. Gegen die Mittelklasse von Nokia, BQ und Co. hat man aber keine Chance damit.

David Gillengerten – Redakteur 

IFA-Highlight – (Smartphone-)Gaming spielt endlich eine Rolle

Auf der Gamescom 2018 hatte es sich schon abgezeichnet, auf der IFA gab es die Bestätigung: Gaming ist für Handy-Hersteller mittlerweile ein ernst zu nehmendes Geschäftsfeld. So stellte Honor 50 Minuten lang ein Zocker-Handy vor, was Kollege Büttner frevelhafterweise als Flop bezeichnet, und mit Asus, Razer sowie Nubia gibt es erste Unternehmen, die teilweise schon absehbar in der zweiten Generation auf Gaming-Smartphones setzen. Auch wenn der Erfolg solcher speziellen Modelle noch in den Sternen steht, erfreut mich der Auftritt auf zwei unterschiedliche Arten. Einerseits, weil Mobile Gaming damit endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Andererseits, weil das Thema damit abseits der Nische und ihren Veranstaltungen auch im großen Smartphone-Mainstream-Markt angekommen ist. Und zusammen mit dem Gaming kommt auch eine Flut an enthusiastischen Zockern. Frisches Blut, das eine alte Messe wie die IFA bitter nötig hat.

IFA-Flop – Messebau, mäßige Mittelklasse und Sonys Fingerabdruck-Sensor

Die eine große Enttäuschung auf der IFA 2018 gab es nicht – dafür aber viele kleine. So zum Beispiel der Zustand der Messe an den Pressetagen. Ja, ich weiß, es handelt sich dabei um Kritik aus dem Elfenbeinturm der Journaille. Dennoch wäre es schön, die Messe einen Tag vor Veröffentlichung normal betreten zu können und nicht alle zwei Meter einem Handwerker im Weg zu stehen.

Ebenfalls negativ aufgefallen ist HTC mit ihrem U12 life. Das Smartphone verspricht ein besonderes Gehäuse-Design, um weniger anfällig für Fingerabdrücke zu sein. In der Realität bleibt aber nicht viel davon übrig. Denn die Oberfläche verschmiert so oder so sehr schnell. Abschließend noch eine Zukunftsprognose in Richtung Sony: Wenn der japanische Hersteller so weiter macht, befindet sich der Fingerabdruck-Sensor beim Xperia XZ5 auf der Unterseite des Smartphones und beim Xperia XZ7 könnte er gar die Seiten gewechselt haben und auf der Front zu finden sein.

Stefan Winopal – Redakteur 

IFA-Highlight – Endlich eine neue ARD-Mediathek

Wer das lineare Fernsehen verlernt hat, soll trotzdem etwas für seinen Rundfunkbeitrag bekommen. Die Mediatheken von ARD und ZDF erfreuen sich großer Beliebtheit, allein die der ARD konnte ihre Zugriffszahlen seit dem Launch im Jahr 2008 versiebenfachen. Happy Birthday, ARD-Mediathek – man darf gratulieren. Und das schönste Geschenk macht sich die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland auch noch selbst: eine runderneuerte Mediathek, die in Berlin auf der IFA vorgestellt wurde.

Die alte Mediathek ist alles andere als Zeitgemäß – eine Runderneuerung gab es in den letzten 10 Jahren kaum, neue Features wurden notdürftig drangedoktert. Rund war die App schon lange nicht mehr – wie man schon am Design sieht, das in einer Zeit entstand, als von High-DPI-Displays noch keine Rede war.

Dass die ARD Apps kann, hat sie schon vergangenes Jahr mit der großartigen Audiothek-App bewiesen – die nun vorgestellte Mediathek-Runderneuerung holt auch das Video-Angebot ins Jahr 2018.

IFA-Flop – Jeder macht jetzt Smartphones

Smartphones soweit das Auge reicht – mit Sharp und Blaupunkt gibt es zwei recht bekannte Marken, die plötzlich den Mobilfunkmarkt aufmischen wollen. Doch auch an anderen Ständen wurde man fündig. Wer hätte gedacht, dass der Sofortbildkamera-Spezialist Polaroid auch in Smartphones macht? Leider handelt es sich bei solchen Modellen meist um Billigware aus China, Smartphones aus dem Katalog, denen ein Markenstempel aufgedrückt wurde. In der Autoindustrie wird dies meist spöttisch als „Badge-Engineering“ bezeichnet. Innovation bleibt hier freilich meist auf der Strecke. Stattdessen bekommt man müden Einheitsbrei serviert, der sich gleicht wie ein Ei dem anderen.

Blaupunkt Smartphones Handys
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Braucht es das? Die Antwort ist einfach: Nein. Wer Innovationen bieten und seinem Produkt einen Twist verleihen kann, ist hochwillkommen. Doch wer einfach eine halbwegs bekannte Marke lizenziert und sie auf Stangenware presst, soll doch bitte da bleiben, wo der Pfeffer wächst.

Thorsten Neuhetzki – Redakteur

IFA-Highlight – WLAN-Mesh-Repeater mit Triband

Reine WLAN-Repeater hatten bis dato einen schlechten Ruf – oftmals zurecht. Denn obwohl sie das eigentliche WLAN-Signal verstärkten und so in großen Wohnungen für eine bessere Abdeckung sorgen, verschlechterten sie gleichzeitig das Netz. Denn der Repeater muss sein Signal nicht nur an das Endgerät, sondern auch zur Basis schicken. Lange Zeit passierte das auf der Frequenz, die auch das WLAN nutzte. Die Folge: Die Datenrate reduzierte sich deutlich, weil ein Datensignal gleich zwei Mal über dieselbe Frequenz geschickt werden musste. Zwar schienen Dual-Band-Repeater das zu lösen, indem sie den Client beispielsweise per 2,4-GHz-Frequenz bedienten und die Daten zum Router über 5 GHz schickten. Das heißt aber, dass das 5-GHz-Signal nicht verstärkt wurde.

Auf der IFA haben mit AVM und Devolo nun zwei Hersteller einen Triband-Ansatz gezeigt. AVM nutzt bei seinem FritzRepeater 3000 einen anderen 5-GHz-Frequenzbereich für die Zu- und Abführung zum Router und kann so als WLAN-Mesh-Netzwerk das 2,4 und 5 GHz-Heimnetz der Wohnung verstärken. Noch besser bei devolo: Bei der neuen Produktlinie devolo Magic wird die Stromleitung der Wohnung als Backbone genutzt. So muss das 5-GHz-Signal gar nicht bis zum Repeater reichen. Bei dicken Stahlbetonwänden oder dem Gartenhaus kann das nämlich ein Problem sein. Und auch dort, wo selbst die 5-GHz-Netze schon viel genutzt oder gar überlastet sind, ist eine stabile Zuführung per Stromnetz möglich.

IFA-Flop – Die vernetzte Küche

Es ist ein ehrenwertes Ziel, nach dem Smarthome nun auch die Küche zu vernetzen, sodass Kühlschrank, Herd, Ofen und Dunstabzugshaube miteinander reden. Doch zurecht fragt sich der Kunde: Will und brauche ich das? Soll wirklich jedes Mal, wenn ich nur kurz Milch aufkoche, die Dunstabzugshaube angehen? Muss mein Kühlschrank automatisch Lebensmittel bei Amazon nachbestellen, die ich vielleicht gar nicht mehr brauche. Keine Frage: Die Kamera im Kühlschrank ist eine nette Spielerei, um im Supermarkt zu sehen, was noch im Kühlschrank vorhanden ist  – solange niemand etwas vor die Kamera gestellt hat. Auch, dass aus der Ferne per App überwacht werden kann, ob man wirklich den Backofen ausgemacht hat oder selbigen mit der vorbereiteten Lasagne schon einmal starten kann, ist nett. Mehr eben auch nicht.

Aber der größte Flop ist der fehlende Standard. Damit alles perfekt miteinander funktioniert, müssen alle Geräte vom gleichen Hersteller kommen. Das ist ein hohes Investment, tauscht doch vermutlich niemand Backofen und Kühlschrank aus, ist der Geschirrspüler defekt. Hier sollten die Hersteller smarter werden und der Realität ins Auge sehen: Ein gemeinsamer Standard muss her.

Michael Stupp – Volontär

IFA-Highlight – Vielseitigkeit, soweit das Auge reicht

Die IFA ist eine vielseitige Messe. In dieser Hinsicht kann ihr kein MWC der Welt das Wasser reichen. Der Blick über den Tellerrand reicht auf der Berliner Messe so weit, wie selten gesehen. Das macht die Ausstellung zu einer, die man gerne besucht.

Auf der IFA 2018 sind die verschiedenen Teile und Themenspektren der Aussteller noch enger zusammengerückt. Durch die Vernetzung, die dank Smart Home nun auch beim Privatanwender ankommt, zeigt sich die Dynamik und Flexibilität, die in der Branche „Digitale Technik“ steckt. Der Mobilfunk ist nur ein Teil des Ganzen und als affiner Journalist bereitet es Freude, Teil und Beobachter dieser Entwicklung zu sein. Das zeigt sich auch und immer wieder im Austausch mit Journalisten-Kollegen, Blog-Betreibern oder auch Firmen- und PR-Vertretern. Dieser ist auf Messen so intensiv wie sonst nirgends.

IFA-Flop – Messen sind unattraktiver geworden

Samsung präsentiert sein Note 9 drei Wochen vorher, Huawei sein Mate 20 Pro wahrscheinlich knapp anderthalb Monate später. Für die großen Shows der Smartphone-Hersteller sind Messen wegen des ausbleibenden, klaren Fokus unattraktiv geworden. Das nimmt den Veranstaltungen den Glamour-Faktor und im Nachklang heißt es mittlerweile gerne: „Schön war’s, aber irgendwo fehlte der Knall.“

So ist der Zauber der IFA für Handy-Fans wohl schnell verflogen und spätestens, wenn am 12. September das neue iPhone vorgestellt wird, ist die Messe vollkommen in Vergessenheit geraten.

Marina Ebert – Volontärin

Smart Home – IFA Highlight und Flop zugleich

Smart-Home-Produkte gibt es bestimmt schon seit zehn Jahren, aber erst die starke Verbreitung des Smartphones und gleichzeitig damit einhergehend das schnelle mobile Internet führten zu einem regelrechten Boom des Themas. Smart Home rückt immer mehr in die Medien und auch das Interesse der privaten Kunden steigt langsam an. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auf der IFA 2018 in Berlin die gesamte Halle 6.2 sich dem Thema gewidmet hat. Große Stände, bekannte sowie kleine Unternehmen und vor allem Produkte zum Anschauen und Ausprobieren.

Und beim genaueren Hinsehen kam ein IFA-Highlight zum Vorschein: Ein großes und weitverbreitetes Problem im Smart-Home-Bereich ist die Kompatibilität. Die meisten Geräte funktionieren nur in ihrem eigenen Hersteller-Kosmos und lassen keinen Blick über den Tellerrand zu. Diese Problematik scheint vielen Unternehmen bewusst geworden zu sein, denn zahlreiche Kooperationen, der Grundgedanke von einheitlichen Standards und kompatible Hersteller-übergreifende Geräte, wurden präsentiert. Definitiv ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Der IFA-Flop im Oberthema Smart Home geht jedoch mit dem Begriff Innovation einher. Die Hersteller überschlagen sich geradezu mit ihren „innovativen“ Lösungen. Doch das hundertste Heizungsthermostat oder ein Facelift der Steuerungs-App ist zwar interessant, doch von Innovation kann hier wohl keine Rede sein. 

Affiliate-Link: inside handy erhält eine kleine Provision, wenn du über den markierten Link einkaufst. Den Preis für das Produkt beeinflusst dies nicht. Die Einnahmen tragen dazu bei, dir unseren hochwertigen Journalismus kostenfrei anbieten zu können.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE ARTIKEL