View 2 Plus, Go und Harry 2: Die Wiko-Kollektion angeschaut und hinterfragt

6 Minuten
Neue Smartphones von Wiko auf der IFA 2018
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin hat der französische Hersteller Wiko sein Portfolio um gleich drei neue Smartphones erweitert: Das Harry 2 sowie die beiden Geschwister View 2 Go und View 2 Plus. Das gewählte Konzept ist dabei recht simpel – große Displays für kleines Geld. inside handy konnte sich auf der Messe einen ersten Eindruck verschaffen.

Auf dem MWC in Barcelona hat Wiko gleich acht neue Smartphones der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Darunter auch das View 2 und das View 2 Pro. Charakteristisch für die beiden Handys war dabei der sehr kleine Steg, der zwar Platz spart, allerdings auch seine Kritiker hat. Bei der aktuellen Erweiterung der View-Reihe ruderte der Franzose darum nun zurück und präsentierte zwei Geräte, bei denen neben der Kamera auch eine Ohrmuschel und einige weitere Sensoren in den Steg integriert wurden. Für diejenigen, die mit der Einbuchtung nichts anfangen können, wurde zudem eine Version im alten neuen Design hergestellt – Harry 2. Das Handy bietet zwar ebenfalls ein modernes 18:9-Display, allerdings mit einer altbekannten Gehäuse-Fläche über dem Bildschirm.

Wikos IFA-Kollektion im Detail

  Wiko Harry 2 Wiko View 2 Go Wiko View 2 Plus
 
Wiko Harry 2
Bildquelle: Wiko
Wiko View 2 Go
Bildquelle: Wiko
Wiko View 2 Plus
Bildquelle: Wiko
Display

5,45 Zoll, 720 x 1.440 Pixel

5,93 Zoll, 720 x 1.512 Pixel 5,93 Zoll, 720 x 1.512 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.1 Oreo Android 8.1 Oreo Android 8.1 Oreo
Prozessor Mediatek MT6739WA
Quad-Core / 1,3 GHz
Qualcomm Snapdragon 430
Octa-Core / 1,4 GHz
Qualcomm Sndragon 450
Octa-Core / 1,8 GHz
RAM 2 GB 3 GB 4 GB
interner Speicher 16 GB 32 GB 64 GB
MicroSD ja (128 GB) ja (128 GB) ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten 13 MP / 5 Megapixel 12 MP / 5 Megapixel 12 (Dual-Kamera) / 8 Megapixel
Fingerabdruckscanner nein nein ja
Akku 2.900 mAh 4.000 mAh 4.000 mAh
induktives Laden nein nein nein
USB-Port USB (2,0) / Micro-USB USB (2,0) / Micro-USB USB (2,0) / Micro-USB
IP-Zertifizierung
Abmessungen 147,6 x 71,3 x 8,4 mm 153,6 x 73,1 x 8,5 mm 153,4 x 73,2 x 8,6 mm
Farben

Gold, Deep Bleen, Rot

Anthrazit, Deep Bleen, Rot, Supernova Anthrazit, Gold, Supernova
Einführungspreis 119 Euro

159 Euro

249 Euro

Verfügbarkeit Ende September

Ende September

Ende September

 

Wiko Harry 2 – Der Einsteiger im Team

Harry 2 ist der Schwächste unter den Einsteiger-Smartphones. Das Gerät bietet zwar alles, was ein modernes Handy mit an Bord haben sollte, allerdings in der Spar-Variante – was man unter anderem an dem verbauten Prozessor (Mediatek MT6739WA, 1,3 GHz), der Speicher-Ausstattung (16 GB interner Speicher und 2 GB Arbeitsspeicher) und der vergleichsweise geringen Akkukapazität (2.900 mAh) erkennen kann. Dafür erhalten die Käufer ein 5,45-Zoll-großes Display im modernen Design, jedoch mit einer Auflösung, die heutzutage selbst bei Einsteiger-Geräten oftmals nicht mehr aktuell ist : 720 x 1.440 Pixel. Unter Anbetracht des großen Displays ergibt sich somit eine Pixeldichte von lediglich 295 ppi. Im Vergleich dazu können teurere Geräte problemlos Werte jenseits der 550 ppi erreichen.

Wiko Harry 2: Hands-On

Der erste Eindruck zeigt sich wie erwartet: Das Harry 2 von Wiko ergänzt die Reihe der Namen, die auf „y“ enden, sinnvoll. Es handelt sich um einen reinen Einsteiger. Optisch wirkt das Harry 2 nur von etwas weiter weg halbwegs hochwertig. Beim Anfassen offenbart sich das Plastikgehäuse als zu leicht und billig. Immerhin: Der Farbenfrohsinn von Wiko wirkt erfrischend. Die rote Version des Harry 2 fällt auf. Ein Vorteil für alle, die darauf Wert legen wahrgenommen zu werden.

Wiko View 2 Go und View 2 Plus – Die Weisen aus dem Niemandsland

Wiko View 2 Go

Das View 2 Go siedelt sich leistungstechnisch deutlich über dem Harry 2 an. Betrieben wird es von dem älteren Snapdragon-430-Chip aus dem Hause Qualcomm, welcher von 3 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der interne Speicher beläuft sich indes auf 32 GB und die Akkukapazität ist mit 4.000 mAh durchaus auf einem hohen Niveau. Weitere Flaggschiff-Eigenschaften, die das Gerät verliehen bekommen hat, sind ein Steg sowie die Möglichkeit, das Smartphone per Gesichtserkennung entsperren zu können. Bei der Pixeldichte unterschreitet das Wiko View 2 allerdings aufgrund des größeren Bildschirms selbst das Harry-2-Niveau – 282 ppi.

Wiko View 2 Go: Pressegalerie

Wiko View 2 Plus

Das letzte IFA-Modell, das View 2 Plus, ist das teuerste, dafür jedoch auch das leistungsstärkste. Die Überlegenheit gegenüber dem kleinen Bruder, View 2 Go, spiegelt sich dabei vor allem in der höheren Taktfrequenz (1,8 statt 1,4 GHz) und in der Speicher-Ausstattung (4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher) wieder. Auch die Auflösung der Selfie-Knipse wurde um 3 Megapixel auf nun 8 Megapixel erhöht. Für die 12-Megapixel-Hauptkamera ist allerdings, genau wie bei der günstigeren Variante, der Sony-IMX486-Sensor verantwortlich – jedoch mit dem Unterschied, dass dieses Mal eine Dual-Kamera zum Tragen kommt.

Wiko View 2 Plus: Pressegalerie

View 2 Go und View 2 Plus im ersten Eindruck

Die beiden neuen „Top-Modelle“ von Wiko wollen den Markt deutlich unterhalb der 300-Euro-Marke aufwirbeln. Damit das gelingt, müssen die Smartphones sich abheben von anderen Modellen in diesem Haifischbecken. Das gelingt bedingt bis gar nicht. Die neuen View-2-Modelle folgen aktuellen Trends nur halbherzig und können optisch sowie haptisch keine Akzente setzen. Immerhin setzt Wiko auf – im Vergleich zu Glas – weniger anfälligen Kunststoff als vorwiegendes Gehäusematerial.

Insgesamt fehlt den neuen Wikos allerdings das wirkliche Highlight; Ein Kaufargument, das potenzielle Kunden zum View 2 greifen lässt anstatt zu einem der zahlreichen Konkurrenzmodelle unterhalb von 300 oder 200 Euro.

Wiko View 2 Go und View 2 Plus: Hands-On

So erscheint es nach diesem ersten Eindruck schleierhaft, wohin die Reise von Wiko geht. Restlos überzeugen können die neuen Geräte vor allem angesichts der großen Konkurrenz im bespielten Preissegment nicht.

Wiko im IFA-Kreuzverhör: So geht es weiter mit der View-Serie

Marketing-Manager Ferhat Akbay unterstrich im Gespräch mit inside handy die schlanke Linie, die Wiko nun fahren wolle. Weniger Geräte mit klarerem Fokus, so die Devise. Bei den neuen Geräten setzt man insbesondere auf die Kamera. Kundenbefragungen hätten ergeben, so Akbay, dass Wiko-Nutzer den Bokeh- oder „Blur“-Effekt schätzten. Hier wurde gefeilt und dieser Effekt wird mit der neuen Dual-Kamera im View 2 Plus nicht mehr von der Software hergeleitet, sondern soll hardwareseitig aus dem zweiten Kamera-Sensor kommen.

Ärgernis beim genaueren Betrachten der Geräte ist zudem der aus der Mode gekommene Micro-USB-Anschluss. Laut Akbay sind View 2 Plus und View 2 Go die letzten Wiko-Smartphones, die mit diesem Anschluss erscheinen. Die Serie, die im Frühjahr 2019 erscheint, dürfte mit USB-C auf den Markt kommen.

Warum die aktuelle Kollektion den älteren Standard nutzt, wird damit begründet, dass USB-C nur sehr langsam wachse. Der Standard habe sich außerhalb von Smartphones kaum etabliert. Die meisten Kabel, die in den Haushalten herumlägen, unterstützten den Micro-USB-Standard.

Preis und Verfügbarkeit der neuen Wiko-Smartphones

Wie erwartet sind die neuen Wiko-Geräte keine Leistungsmonster; das müssen Einsteiger-Handys allerdings auch nicht sein. Dafür stellen die beiden günstigeren Varianten mit Einführungspreisen von 119 und 159 Euro selbst für kleine Portemonnaies keine allzu große Belastung dar. Etwas höher ist hingegen die unverbindliche Preisempfehlung des View 2 Plus – 249 Euro. Alle Geräte können ab Ende September auch in den hiesigen Geschäften erworben werden.

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