Sony Xperia XZ2 vs. Sony Xperia XZ3: Wie aus einem Wurf

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Topnews XZ2 vs XZ3
Bildquelle: Sony
Auf dem MWC 2018 hat Sony das Xperia XZ2 enthüllt. Knapp ein halbes Jahr später wird auf der aktuell stattfindenden IFA in Berlin der Nachfolger aus dem Hut gezaubert, das Xperia XZ3. Die allgegenwärtige Frage wird berechtigt gestellt: Kann innerhalb so kurzer Zeit eine grundlegende Veränderung zwischen den Modellen vollzogen werden? Der direkte Vergleich zwischen dem Xperia XZ2 und XZ3 enthüllt die Tatsachen.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und den daran auszumachenden Unterschieden zwischen dem Sony Xperia XZ2 und dem Sony Xperia XZ3. Detaillierte Angaben dazu, wie sich das neue Sony-Smartphone Xperia XZ3 tatsächlich schlägt, wird erst ein ausführlicher Testbericht zeigen, der von inside handy im Laufe der kommenden Wochen veröffentlicht wird.

Verarbeitung und Design

Ein halbes Jahr hinterlässt durchaus seine Spuren. Obwohl die Designsprache Sonys nach wie vor deutlich sichtbar ist, so ist die äußerliche Verwandlung vom Xperia XZ2 hin zum XZ3 unübersehbar. Beim Frühjahrs-Modell verfolgte der japanische Hersteller noch eine eher kastige Optik. Die Gehäusekanten sind recht eckig gehalten, ebenso wie der Rahmen. Auf der Front fallen die breiten Display-Balken auf, für die Sony regelmäßig kritisiert wird. Beherbergt werden dort nicht nur das Sony-Logo, sondern auch der Lautsprecher und die vorderseitige Kamera.

Das Xperia XZ3 wirkt im direkten Vergleich beinahe weich. Sowohl der Gehäuserahmen als auch dessen Kanten sind abgerundet. Bedeutender Unterschied liegt in den sichtbar geschmälerten Rändern, wodurch insbesondere zur linken und rechten Seite fast kein Rand mehr verbleibt. Auch die Display-Kanten sind abgerundet, wodurch es „mehr“ wie ein 18:9-Bildschirm aussieht als noch beim Xperia XZ2. Zudem bietet das Xperia XZ3 im Vergleich zu seinem Vorgänger ein deutlich dünneres Erscheinungsbild.

Auf der Rückseite hat sich indes nichts verändert. Der Fingerabdrucksensor sitzt nach wie vor mittig, was sich im Alltag als recht unpraktisch erwies, da Nutzer des Öfteren auf die Kamera anstatt auf den Sensor tippten. Die Maße des Xperia XZ2 belaufen sich auf 153 x 72 x 11,1 Millimeter, die des brandneuen XZ3 auf 158 x 73 x 9,9 Millimeter. Schwerwiegende Differenzen gibt es also nicht.

Display

Ein Blick auf die verbaute Technik: Der Bildschirm des Xperia XZ3 ist leicht angewachsen. Sony verpasst seinem neuen Smartphone eine Display-Diagonale von 6 Zoll. Der Bildschirm des Xperia XZ2 ist mit 5,7 Zoll geringfügig kleiner. Auch die Auflösung des MWC-Smartphones ist laut der Pixel-Zahl marginal schwächer: Diese liegt bei Full-HD+, sprich bei 1.080 x 2.160 Pixeln. Beim Xperia XZ3 verbessert sich die Darstellungsfähigkeit des Displays auf QHD+-Qualität, was 1.440 x 2.880 Pixeln entspricht. Diese Auflösung bietet unter anderem auch das U12+ von HTC.

Prozessor und Speicherausstattung

In puncto Leistung und Speicherkapazität stehen sich das Xperia XZ2 und Xperia XZ3 in nichts nach. Sony vertraut in beiden Fällen auf Qualcomms diesjährigen Flaggschiff-Prozessor Snapdragon 845, der in beinahe sämtlichen Top-Smartphones des Jahres zu finden sind. Der Chipsatz
arbeitet mit insgesamt acht Kernen, von denen vier mit bis zu 1,7 GHz und die verbleibenden vier mit maximal 2,8 GHz takten. Der neue Adreno-630-Grafikprozessor soll Angaben Qualcomms zufolge bis zu 30 Prozent schneller und bis zu 30 Prozent sparsamer arbeiten. Optimiert wurde der Prozessor außerdem für die Wiedergabe und das Encoding von Ultra-HD-Videos und die bei Qualcomm „eXtended Reality (XR)“ getaufte Augmented Reality.

Prozesse können beide Modelle in einen je 4 GB großen Arbeitsspeicher ausgelagern, der seinerseits auf 64 GB interne Speicherkapazitäten zurückgreifen kann. Das Xperia XZ2 bietet die Möglichkeit, mittels Micro-SD-Karte das interne Datendepot um bis zu 400 GB aufzustocken. Erweitert man den Speicher des XZ3, wird Nutzern mit 512 GB Kapazität auf Wunsch ein wenig mehr Platz geboten.

  Sony Xperia XZ2 Sony Xperia XZ3
 
Sony Xperia XZ2 250px
Sony Xperia XZ3 250px
Display

5,7 Zoll, 1.080 x 2.160 Pixel

6 Zoll, 1.440 × 2.880 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo Android 9.0 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Octa-Core / 4 x 2,8 GHz, 4 x 1,7 GHz
RAM 4 GB
interner Speicher 64 GB
MicroSD ja (max. 400 GB) ja (max. 512 GB)
Kamera vorne/hinten 5 / 19 Megapixel 13 / 19 Megapixel
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.180 mAh 3.300 mAh
induktives Laden ja
USB-Port USB 3.1 Typ-C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz vor Untertauchen)
Abmessungen (mm) 153 x 72 x 11,1 158 x 73 x 9,9
Farben

Schwarz, Silber, Grün, Pink

Schwarz, Silber, Grün, Rot
Einführungspreis 799 EUR

799 EUR

Aktueller Marktpreis 579 EUR

Veröffentlichung Oktober 2018

Kamera

Was zu Beginn des Jahres gut war, funktioniert auch noch im Spätsommer: Zumindest den theoretischen Angaben nach setzt Sony auf die gleiche Hauptkamera. Ergo können sowohl das Xperia XZ3 als auch das XZ2 eine Hauptkamera mit 19 Megapixeln ihr Eigen nennen. Zumindest dem Testergebnis des Xperia XZ2 zufolge gehört Sony in diesem Bereich mit zu den Besten und die zugehörigen Kameramodule zur „Güteklasse A“. Während aus technischer Sicht die beste Seite der Kameratechnik dargelegt wurde, zeigte lediglich die zugehörige Kamera-Software ein paar Schwächen. Die könnte Sony im Xperia XZ3 ausgeglichen haben.

Im Hinblick auf die Frontkamera hat der japanische Hersteller an den Schrauben gedreht. Die generelle Richtlinie besagt zwar, dass eine höhere Megapixelzahl nicht gleichbedeutend mit einer besseren Fotoqualität einhergeht. Angesichts dessen, dass das Xperia XZ2 jedoch lediglich eine 5-Megapixel-Knipse und das Xperia XZ3 mit einer 13-Megapixel-Kamera auftrumpfen kann, sieht die Lage vermutlich anders aus. Die Fotos der XZ3-Frontkamera dürften die des Vorgängers um einiges übertreffen. Genauere Ergebnisse kann aber erst ein ausführlicher Test zeigen.

Betriebssystem und Sensorik

Wenig überraschend ist die Wahl des Betriebssystems, die auf Googles Android fällt. Ab Werk kommt das Xperia XZ3 mit der neuesten Version Android 9.0 Pie. Sony verfolgt bereits seit längerer Zeit eine schnelle Update-Politik und zählte beispielsweise im vergangenen Jahr zu den Herstellern, die Android 8 als erste auf ihre Geräte brachten. Das Xperia XZ2 läuft noch unter der Oreo-Version, soll laut Angaben des Herstellers aber zeitnah ein Update auf Android 9 bekommen.

Zu den sensorischen Fähigkeiten der Sony-Smartphones zählt ein Fingerabdruck-Sensor, der, wie bereits erwähnt, in exakt mittig auf der Rückseite sitzt. Gemäß den aktuelleren Standards können das Xperia XZ2 und XZ3 mit einem USB-C-Anschluss aufgeladen oder Dateien ausgetauscht werden. Sony verzichtet beim neuen wie alten Modell nicht auf eine IP-Zertifizierung, wodurch das Xperia XZ2 und XZ3 gemäß IP68 Staub und Untertauchen bis 1,5 Metern Tiefe gefeit sind.

Das Xperia XZ2 und das Xperia XZ3 sind sind zudem LTE-fähig: LTE Cat 18 gestattet bei beiden Modellen Downloads mit bis zu 1,2 Gbit/s. Zumindest theoretisch. Denn in Deutschland sind die Mobilfunknetze gegenwärtig noch nicht entsprechend aufgerüstet worden, um derart hohe Downloadraten zu gewähren. Fit für die Gigabit-Gesellschaft sind aber beide Smartphones.

Akku

Der Akku des Xperia XZ2 konnte sich im Test mit einer Nennladung von 3.180 mAh durchaus positiv hervorheben. Nach der intensiven Phase konnte das Gerät am Folgetag immer noch 51 Prozent Ladung vorweisen. Da das Xperia XZ3 mit einem 3.300 mAh großen Akku eine dezent größere Ladung besitzt, wird es möglicherweise eine ganz ähnliche Leistung an den Tag legen wie sein Vorgänger. Zu beachten ist aber auch, dass ein größeres Display an Bord ist, das auch mehr Energie verbrauchen dürfte.

Preise und Verfügbarkeit

Es wird weder teurer, noch erschwinglicher: Sony verlangt 799 Euro für das Xperia XZ3 und veranschlagt damit auf den Cent genau den gleichen Kostenpunkt wie für den Vorgänger. Vorteil des Xperia XZ2 ist derweil der Preisverfall aufgrund der längeren Verfügbarkeit. Das Smartphone können Interessenten aktuell für 579 Euro kaufen, wie der Preisvergleich von inside handy offenbart.

Das Xperia XZ3 wird erst im Oktober in den Handel eingeführt und wird damit direkt ins Weihnachtsgeschäft entlassen. Ehe der Preis des neuen Sony-Geräts stärker fällt, wird es dann wohl noch einige Zeit dauern. Denkbar ist jedoch, dass es vor Weihnachten Angebote zum Xperia XZ3 gibt.

Fazit

Die Unterschiede zwischen dem Xperia XZ2 und XZ3 müssen tatsächlich gesucht werden. Dass die Geräte sich wie ein Ei dem anderen gleichen, wäre übertrieben. Trotz dessen setzt Sony zum größten Teil auf die gleiche Technik – die allerdings nach wie vor aktuell ist. Beide Smartphones sind auf dem weitgehend gleichen Stand, sodass die technischen Daten nicht ausschlaggebend für einen Kauf sein können.

So ist der grundlegende Faktor das Design: Diejenigen, die sich auf die traditionelle Sony-Optik verstehen, werden mit dem Xperia XZ2 weiterhin gut bedient sein. Andere, die lieber ein Update und ein moderner anmutendes Gerät haben wollen, sollten zum Xperia XZ3 greifen. Ausschlaggebend ist auch der Preis: Mit einem Startpunkt von 799 Euro ist das XZ3 alles andere als für jeden Interessenten erschwinglich. In diesem Fall kann das Xperia XZ2 seinen Nachfolger deutlich übertrumpfen.

Das Sony Xperia XZ3 im Hands-On

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