Datenkrake Google: So viele Informationen sammelt Android heimlich

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Ok, Google - Google Suche-App
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
"Somebody's watching me": Smartphone-Nutzer haben allen Grund paranoid zu sein. Wie ein aktueller Bericht aus der Wissenschaft nachweist, greifen Handys persönliche Informationen selbst dann ab, wenn sie nicht aktiv in Benutzung sind. Besonders im Fokus steht dabei Googles Android, das zehnmal mehr Daten sammelt als iOS von Apple.

Keine Überraschung: Mobile Betriebssysteme sammeln persönliche Daten von Nutzern. Wer Google Maps oder einfach nur eine Wetter-App anschmeißt, muss zwangsläufig etwas von sich wie zum Beispiel den Ort oder die Tageszeit preisgeben. Der Austausch von Daten bei aktiver Nutzung ist mittlerweile vielen Nutzern bewusst. Jedoch sammeln Handys auch dann Daten, wenn sie nicht aktiv arbeiten.

Eine wissenschaftliche Studie hat nun aufgezeigt, wie oft Smartphones im Hintergrund arbeiten. Douglas C. Schmidt, Professor für Computerwissenschaft an der Privat-Universität Vanderbilt in Nashville, Tennesee, ist Autor des Berichts, der auf den Namen „Google Data Collection“ hört. In seinem Text beleuchtet Schmidt vor allem Googles Wege und Möglichkeiten, Nutzerdaten zu sammeln. Außerdem vergleicht er das mobile Betriebssystem Android mit Apples iOS. Besonders interessant sind dabei die Aktivitäten, die stattfinden, wenn Nutzer nichts mit dem Handy machen.

Android sammelt zehnmal so viele Daten wie iOS

Die Zahlen, die Schmidt präsentiert, sprechen für sich: 900 Mal kommuniziert das nicht genutzte Android-Handy mit dem Google-Server am Tag, im Durchschnitt 40 Mal pro Stunde. In Daten entspricht das einer Menge von 4,4 MB. 35 Prozent der Anfragen sind Ortsangaben. Hier liegt der Durchschnitt bei 14 Mal pro Stunde. Diese Kommunikation sorgte am Ende auch für knapp 30 Prozent der Datennutzung. Es muss noch erwähnt werden, das Googles Chrome-Browser im Hintergrund aktiv war, aber nicht genutzt wurde.

Zum Vergleich wertete der Professor auch die Verbindung eines iOS-Geräts mit dem Apple-Server aus. Die durchschnittliche Kommunikation lag hier bei 4 Mal pro Stunde und 0,63 MB pro Tag. Das entspricht nur einem Zehntel von dem, was Android am Tag nutzt. Und davon war nur ein Prozent eine Ortsabfrage. Wie beim Android-Handy war ein Browser, namentlich Apples Safari, im Hintergrund aktiv.

Zum Vergleich schaute sich Schmidt auch die Kommunikation während eines normalen Tages an. Mit 90 Verbindungen und 11 MB pro Stunde im Durchschnitt sind die Daten hier wesentlich höher. Bei iOS und Apple wachsen die Zahlen auf knapp 18 Kommunikationsversuche und 1,4 MB pro Stunde an. Gegenüber Google fallen die Werte jedoch geringer aus. In seinem Artikel geht Schmidt auch auf weitere Aspekte der Sammelwut unter anderem durch Dritte ein. Abschließend fasst er zusammen: „Google sammelt einen Großteil der Daten, wenn der Nutzer nicht direkt mit seinem Gerät interagiert.“

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