Virtual Reality auf der Gamescom 2018: "5G wird VR maßgeblich verändern"

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Samsung Gamescom 2016 Gear VR Symbolbild
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de
Das nächste große Ding sollte es sein, die Erfahrungen von Spielern revolutionieren. Dennoch blieb Virtual Reality (VR) in den Augen vieler Kritiker hinter seinen Erwartungen zurück. Auf der Gamescom 2018 ist die Stimmung gemischt: Es gibt Erfolge, jedoch nicht unbedingt da, wo man sie anfänglich vermutet hat. Und auf eine Technologie wartet man besonders gespannt.

Pünktlich zur weltweit größten Spielemesse lohnt sich ein erneuter Blick auf die Zukunftstechnologie VR. Im Rahmen der Gamescom haben Entwickler neue Spiele angekündigt und Hersteller HTC eine Erweiterung namens „Vive Wirless Adapter“ für sein Vive-Headset vorgestellt. Bei Letzterem handelt es sich um einen Aufsatz für die VR-Brille, der eine kabellose Verbindung zwischen PC und Headset erlaubt. Die Erweiterung ist ab dem 24. September erhältlich und wird je nach Vive-Modell 345 Euro (HTC Vive) oder 420 Euro (HTC Vive Pro) kosten.

Während Hersteller und Entwickler VR weiter mit frischem Blut in Form von Hard- und Software versorgen, zeichnen aktuelle Umfragewerte düstere Zahlen: Laut einer Bitkom-Umfrage, die vor der Gamescom 2018 vorgestellt wurde, kennen 89 Prozent der Befragten die Technologie. Jedoch besitzen nur ungefähr 8 Prozent davon ein Headset. VR hat weiterhin viel Potenzial, weiß dieses aktuell jedoch nicht abzurufen.

Business-Bereich ist der versteckte Champion

„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung von VR im vergangenen Jahr“, sagt hingegen Oliver Wöhler, Verkaufsleiter (Sales Manager) von HTC Vive in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut ihm habe sich die Technik an allen Fronten verbessert und teilweise sei die Nachfrage so hoch, dass man mit der Produktion nicht nachkommt. Diese Aussage steht Berichten und Kritiken gegenüber, die von einem baldigen Ende der Technologie ausgehen. HTC sah sich selbst knapp einem Monat vor der Gamescom genötigt, einen Blog-Eintrag zu verfassen, der das Gegenteil behauptet.

Wie kommt es also zu dieser Kluft beim Thema VR? Eine Erklärung könnte die folgende sein: Oftmals ist im Gespräch mit Verantwortlichen und Experten der Branche die Rede von großem Erfolg im Business-Bereich. Ob nun in der Weiterbildung, dem Einzelhandel oder Kulturbereich: Virtual Reality erfreut sich bei Unternehmen größter Beliebtheit – besonders in der Bundesrepublik: „Die Deutschen sind nicht so technikmuffelig wie man ihnen oft unterstellt“, erklärt Wöhler. Es scheint also so, als ob die Technologie vor allem im sogenannten B2B-Bereich Einsatz findet. Im Endkundensegment hingegen scheint sich VR aktuell noch nicht durchgesetzt zu haben. Wirklich belegen lässt sich das aufgrund fehlender Verkaufszahlen jedoch nicht.

Sony PlayStation VR gamescom 2016
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de

Next Big Thing: 5G

Wie jedes Jahr stellt sich auch die Frage nach der Zukunft von VR. 2018 ist das Fragezeichen größer als je zuvor. Denn die wirklich bedeutenden Veränderungen der Technologie bleiben aktuell aus: höhere Auflösungen, Eye- und Körper-Tracking sowie Inside-Out-Tracking, um nur ein paar zu nennen. Dennoch könnte VR von einer Entwicklung profitieren, die eigentlich aus dem Mobilfunk kommt. „Aus unserer Perspektive wird 5G Virtual Reality maßgeblich verändern. Es ist für uns ein wichtiger Baustein in der Zukunft“, erläutert Wöhler im Hinblick auf die Technologie.

5G soll vor allem dabei helfen, VR überall einsetzen zu können. Ein Großteil der Rechenleistung kann damit ausgelagert werden, sodass die Headsets wesentlich flexibler einsetzbar sind. Ob daraus auch eine umfassende Änderung der Hardware erfolgt, bleibt abzuwarten. Aktuell gibt es weder bei HTC noch dem Konkurrenten Oculus Hinweise darauf, dass an einem neuen Brillen-Modell gearbeitet wird.

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