"Spiegel": Deutsche Bahn will ihr Glasfasernetz für 5G öffnen

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Regional-Express der Deutschen Bahn
Bildquelle: Deutsche Bahn
Ein Unternehmen, das hierzulande beim Breitbandausbau in der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wird, könnte in den kommenden Jahren verstärkt in den Fokus rücken: die Deutsche Bahn. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, will die Bahn ihr bereits bestehendes Glasfasernetz nicht nur ausbauen, sondern zukünftig auch den deutschen Mobilfunknetzbetreibern für 5G-Verbindungen zur Verfügung stellen.

Wer mit der Deutschen Bahn in Deutschland unterwegs ist oder nahe der Bahngleise des Konzerns spazieren geht, wird an vielen Stellen entlang der Trassen einen grau-silbrigen Schacht finden. Der eine oder andere wird sich in diesem Zusammenhang schon einmal die Frage gestellt haben, was in diesen Schächten zu finden ist. Die Antwort: Zum Beispiel Glasfaserleitungen, die dafür sorgen, dass der Zugverkehr in Deutschland schnell und intelligent gesteuert werden kann.

Deutsche Bahn will ihr Glasfasernetz öffnen – zum Beispiel für 5G

Wie es in dem Bericht des „Spiegel“ heißt, verlaufen die Schächte entlang der Gleise der Deutschen Bahn auf rund 33.500 Kilometern Länge; vielerorts schon mit Glasfaserleitungen bestückt. Sabina Jeschke, seit einem Jahr Digital-Vorstand der Bahn, will das existierende Glasfasernetz nicht nur ausbauen, sondern auch für den Breitbandausbau in Deutschland anbieten. Dafür suche die Bahn einen Partner in der Telekommunikationsbranche. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Bahn-Chef Richard Lutz: „Wir haben an unseren 33.000 Kilometern Streckennetz bisher 18.500 Kilometer mit Glasfaser ausgerüstet. Diese Glasfasern sind nicht vollständig von der Bahn ausgelastet. Wir als Bahn könnten also unser Glasfasernetz vermarkten und so Teil der Lösung werden.“

Die Öffnung des Bahn-Glasfasernetzes dürfte vor allem auch für diejenigen Unternehmen von Interesse sein, die bei der nahenden 5G-Frequenzauktion im Jahr 2019 mitbieten werden. Denn wer ein Mobilfunknetz betreibt, muss die anfallenden Datenmengen von den Basisstationen schnell abtransportieren können und dafür sind Glasfaserleitungen unverzichtbar. Mit 5G werden die Übertragungsraten in den deutschen Mobilfunknetzen nicht nur schneller, sondern auch mit deutlich beschleunigten Reaktionszeiten (Latenzen) arbeiten.

Die Deutsche Bahn wollte ihre Glasfaserpläne auf Anfrage nicht kommentieren. Laut „Spiegel“ soll sie für die Suche nach privaten Geldgebern aber die Investmentbank Morgan Stanley mandatiert haben.

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