devolo Magic: Mit WLAN und Powerline zum 2.400-Mbit/s-Heimnetzwerk

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Neue Powerline-Generation von devolo auf der IFA
Bildquelle: inside handy / Thorsten Neuhetzki
Auf der IFA in Berlin zeigt devolo eine neue Produktlinie mit dem Namen Magic. Mit ihr soll nicht nur das Heimnetzwerk mit bis zu 2.400 Mbit/s Bruttodatenrate deutlich schneller werden, sondern auch noch Powerline und WLAN vereinen. So soll auch die größte Wohnung bis in die letzte Ecke schnelles Internet bekommen. Neuartig ist dabei die Kombination aus Powerline und WLAN in einem Mesh-Netz.

„Powerline hat als Backbone für leistungsstarkes WLAN enorme Vorteile“, sagt Heiko Harbers, CEO der devolo AG. „Denn das Signal wird beim Einsatz von Powerline als Backbone-Technologie nicht durch Decken und Wände blockiert. Durch die neue Powerline-Generation auf G.hn-Basis stoßen wir jetzt in eine völlig neue Leistungsdimension vor.“ Vor allem Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser modernerer Bauart könnten dadurch profitieren. Denn oftmals behindern Stahlbetondecken sowie Fußbodenheizung die Übertragung eines Datensignals zwischen zwei Etagen. Bei Powerline wird hingegen das Stromnetz der Wohnung genutzt und jede Steckdose der Wohnung kann zu einem Hotspot beziehungsweise einer Netzwerkdose werden.

Mit der neuen Produktlinie wird sich auch die Datenrate erhöhen: Statt wie bisher 1.200 Mbit/s werden die neuen Adapter 2.400 Mbit/s übertragen. Das ist weniger für das Internetsignal von Außen relevant, das in aller Regel deutlich langsamer ist, dafür aber um so mehr für die Übertragung von Daten zwischen Rechner und Heimnetzserver und Ähnlichem. Auch mehrere parallele Highspeed-Anwendungen auf unterschiedlichen Geräten sollten kein Problem sein.

Neue Chip-Generation und mehr Leitungslänge

devolo setzt nach eigenen Angaben erstmals die G.hn-Chips der zweiten Generation ein. Sie sorgen nach Unternehmensangaben für eine enorme Performance-Steigerung und verbessern Stabilität sowie Reichweite deutlich: Bis zu 500 Meter Kabelstrecke überbrücken die neuen devolo Magic-Adapter. Das bedeutet aber nicht, dass auch die Nachbarn noch das Signal bekommen. Wie bei Powerline üblich ist der Stromzähler in der Wohnung. Die hohe Leitungslänge, die in normalen Mietwohnungen kaum relevant sein dürfte, ist aber für jene Nutzer wichtig, die beispielsweise auch WLAN in Gartenhäusern auf dem eigenen Gelände realisieren wollen.

Ebenfalls neu ist die eingebaute WLAN-Mesh-Funktion. Die jeweiligen Powerline-Adapter nutzen also die Stromleitung, um das Signal zwischen den Adaptern zu übertragen, senden aber gemeinschaftlich eine WLAN-Kennung aus, die von den eigentlichen Nutzer-Endgeräten wie Smartphone, Tablet und PC genutzt wird. Damit das gut funktioniert, hat devolo einige Funktionen eingebaut. Mit „Fast Roaming“ sind alle WLAN-Clients  permanent mit dem stärksten WLAN-Hotspot verbunden. Das ist gerade dann wichtig, wenn Nutzer sich mit ihren Mobilgeräten im Haus bewegen. „Config Sync“ ermöglicht, die WLAN-Konfigurationsdaten des Routers einfach auf alle WLAN-Zugangspunkte zu übertragen (Single SSID). Durch die neue Funktion „Airtime Fairness“ werden zudem schnelle WLAN-Clients bevorzugt behandelt. Ältere Geräte, die beispielsweise für einen Download viel Zeit benötigen, bremsen deshalb das WLAN nicht mehr aus. Das integrierte „Bandsteering“ sorgt darüber hinaus dafür, dass allen WLAN-Clients automatisch der ideale Funkkanal und die optimale Frequenz zugewiesen werden. 

Inbetriebnahme binnen zwei Minuten

Nach dem Einstecken des ersten Adapters werden alle weiteren Adapter, die in den folgenden zwei Minuten eingesteckt werden, automatisch gepairt. Es muss keine weitere Taste gedrückt werden. Dann steht an jeder Steckdose ein schneller und individuell verschlüsselter Internetanschluss zur Verfügung. Bei der Erstinstallation sollten also im Idealfall alle Geräte ausgepackt und einsatzbereit vor den jeweiligen Steckdosen liegen, damit die zwei Minuten eingehalten werden können. Weitere Konfiguration können über die kostenlose Browsersoftware „devolo Cockpit“ vorgenommen werden. Auch wenn später weitere Geräte ergänzt werden sollen, dann erfolgt das über die App. Diese soll auch mittelfristig noch um zahlreiche weitere Funktionen ergänzt werden.

Diese Modell-Varianten kommen auf den Markt
Bildquelle: inside handy / Thorsten Neuhetzki

devolo präsentiert auf der IFA 2018 zwei Produktkategorien: devolo Magic 1 und devolo Magic 2. Beide sind jeweils als LAN- und als WLAN-fähige Version erhältlich. Das Highend-Modell devolo Magic 2 WiFi verfügt über zwei Gigabit-LAN-Ports und schnelles WLAN ac mit Mesh-Funktionen. devolo Magic 2 LAN bietet einen Gigabit-Port zur kabelgebundenen Vernetzung von Smart-TVs, Streaming-Boxen oder Gaming-Konsolen. Beide devolo Magic 2 Modelle arbeiten mit einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 2.400 Mbit/s auf der Powerlinestrecke. Welche Netto-Datenrate dann in der Praxis übertragen wird, ist von der jeweiligen Vor-Ort-Situation abhängig.

devolo Magic 1 ist die günstigere Produktschiene, deren Ausstattung sich vor allem beim Punkt der Netzwerkdatenrate unterscheidet: Sie bietet nur 1.200 Mbit/s. Alle Adapter haben eine integrierte Steckdose, so dass durch den Adapter kein Steckdosenplatz verloren geht. Die Preise liegen zwischen 119,90 Euro für das devolo Magic 1 Starter Kit und 299,90 Euro für ein Multiroom-Kit der Serie 2. Verkauft werden die Geräte ab September im devolo-Shop, ab Oktober dann auch in anderen Online-Shops.

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