Telekom-Ausbaupläne: Mit MIMO und Smart Cells in die 5G-Zukunft

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Deutsche Telekom: LTE-Mast fürs EAN
Bildquelle: Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom hat ihre Pläne für den Netzausbau für die kommenden Monate und das Jahr 2019 veröffentlicht. Darin werden sechs Baustellen genannt, die der Mobilfunkanbieter entweder abschließen oder aber auch eröffnen will.

Die Deutsche Telekom hat auf ihrem firmeneigenen Blog die Ausbaupläne für das Mobilfunknetz für das Jahr 2018 und 2019 bekanntgegeben. Martin Bouchard, Leiter für technische Planung und Rollout der Telekom, erklärt, welche Baustellen wann und wie angepackt werden. Darunter sind unter anderem neue Kleinstfunkzellen, die sogenannten „Smart Cells“, die 5G-Auktion und das profane Schließen von Funklöchern auf Verkehrswegen oder unter „weißen Flecken“ auf der Landkarte.

5G – Frequenzersteigerung und die technische Bereitschaft

Dass das Thema 5G gerade das am heißesten diskutierte Thema in der Mobilfunkbranche ist, zeigt nicht nur der verbissene Streit um die Frequenzvergabe, sondern auch der immer schärfere Ton, den die Beteiligten, wie Telekom-Chef Höttges oder Chef von Telefónica Deutschland (O2), Markus Haas, unter anderem gegenüber United-Internet-Chef Dommermuth anschlagen. In den Ausbauplänen der Telekom wird als Ziel die Ersteigerung von Frequenzen genannt, jedoch nicht um jeden Preis. So komme es für die Telekom nicht nur auf den Auktionspreis an, sondern vor allem auch auf die Frequenzauflagen. Das wären die Auflagen, die die Mobilfunker erfüllen müssen, um die neuen 5G Frequenzen nutzen zu dürfen. Bouchard erklärt: „Je nachdem, wie die Auflagen aus der Auktion aussehen, bestimmen diese Rahmenbedingungen nicht unwesentlich die Geschwindigkeit, mit der Deutschland Richtung Digitalisierung geht.“ Somit baut die Deutsche Telekom wiederholt Druck auf die Bundesregierung auf, die Regeln möglichst Anbieterfreundlich zu gestalten. Technisch sei man in diesem Bereich bereits „fit“. Unter anderem nennt die Telekom hier die neuen Technologien S RAN und die 4×4 MIMO-Antennen.

Mobilfunknetz in der Fläche

Zwei weitere Themen liegen der Deutschen Telekom nach eigenen Aussagen auch 2019 am Herzen: Das sind zum einen die weißen Flecken auf der Mobilfunklandkarte. Sie sollen von der Landkarte „getilgt“ werden. Alle wird man aber wohl nicht abschaffen können. Sonst müsste man das Hauptziel, LTE-Mobilfunkversorgung für 98 Prozent der Bevölkerung bis Ende 2019, übererfüllen.

Die anderen weißen Gebiete in Deutschland sind keine Flecken, sondern eher Striche: Gemeint sind die Verkehrswege, die laut Telekom schon gut abgedeckt seien. Bouchard sieht jedoch noch „substanziellen Handlungsbedarf, um die Kundenerfahrung an diesen Strecken weiter zu verbessern“. Man sei bei Autobahnen bei 95 und bei ICE-Trassen bei 90 Prozent Abdeckung angekommen. Wie hoch die Ziele bei der Netzabdeckung der Verkehrswege gesteckt sind, lässt die Deutsche Telekom jedoch offen.

Smarte Zellen und 4×4-MIMO-Antenen

Die restlichen drei großen Aufgaben der Telekom liegen nach eignen Angaben in den Funkzellen selbst. So werden zur Zeit 27.000 Standorte der Telekom auf die neue Technologie S RAN umgerüstet. Damit können die unterschiedlichen Netzarten wie GSM, UMTS und LTE in einem Bauteil zusammen gesteuert werden. Die Bandbreiten können so auf die jeweiligen Netze variabel aufgeteilt werden. Diese Technik sei bereits 5G-bereit und man könne das neue Netz per Software-Update aufspielen.

4x4 MIMO, erklärt von der Telekom
Bildquelle: Deutsche Telekom

Mit der neuen Technologie 4×4 MIMO wurden bisher 1.400 Sendestandorte versehen. Mit ihr funkt der Mast über vier Antennen. Das Smartphone bietet im besten Falle ebenfalls vier Antennen und kann somit das erhöhte Übertragungspotential abrufen. Realistisch, so schätzt es Bouchard ein, ist damit ein um 60 Prozent schnellerer Datenfluss möglich. Auch hier geizt die Telekom mit klaren Zahlen zu den Zielen. Wie viele solcher Antennen aufgestellt werden sollen verrät der Anbieter nicht.

Die letztgenannte Technologie für ein modernes Netz nennt sich „Smart Cells“. Diese schuhkartongroßen Mini-Funkzellen sollen in den Städten die weitreichenden Netze entlasten und Lastspitzen wie in Fußgängerzonen oder bei Festivals abfangen. Wiederum nennt die Telekom auch hier keine Zahlen, wie viele solcher intelligenter Zellen installiert werden sollen. Somit bleibt die Deutsche Telekom bei fast allen Angaben vage und wenig konkret.

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