Note-Upgrade Samsung Galaxy Note 9 im Benchmark-Test und Hands-On: Business-Smartphone mit Stil

vom 09.08.2018, 21:19
Samsung Galaxy Note 9
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Mit dem Galaxy Note 9 hat Samsung sein neuestes Business-Flaggschiff vorgestellt. Da es kaum Unterschiede zum Galaxy S9+ gibt, ist es auch die Business-Zielgruppe, die das koreanische Unternehmen mit dem Galaxy Note 9 ansprechen will. Doch ist es wirklich nur der sogenannte S-Pen, der den Unterschied ausmacht? Nicht ganz, wie das Hands-On und der Benchmark-Test zeigt.

Design und Ausstattung des Galaxy Note 9

Betrachtet man das Galaxy Note 9 von vorne, wird man kaum Unterschiede gegenüber dem Vorgängermodell feststellen. Der Größenunterschied von 0,1 Zoll ist so marginal, dass er nicht ins Gewicht fällt. Apropos Gewicht: Auch hier sind es lediglich sechs Gramm, die das Galaxy Note 9 mehr auf die Waage bringt. Mit 8,8 Millimetern ist es aber auch um 0,2 Millimeter dicker geworden – was wohl am größeren Akku liegt. Hand angelegt hat Samsung aber beim Übergang zur Rückseite. Der Aluminium-Rahmen ist nicht mehr ganz so rund wie noch beim Vorgänger. Er ist kantiger geworden, maskuliner, markanter. Das stellt man spätestens dann fest, wenn man das Business-Smartphone in die Hand nimmt und es mit ebendieser umschließt. Und wie bei der Note-Serie üblich: Für kleine Hände ist das Galaxy Note 9 nicht geschaffen.

Auf der Rückseite geht es weiter mit den Neuerungen. Befand sich beim Galaxy Note 8 der Fingerabruckensor noch rechts neben der Kamera, wandert er beim Galaxy Note 9 unter das Kameramodul. Möchte man das Smartphone per Zeigefinger entsperren, ertastet dieser eine Vertiefung, in der sich der biometrische Sensor befindet. Rutscht man zu hoch, wir eine klarer Kante fühlbar, die dem Nutzer sagt: Stopp, gleich befingerst du das Abdeckglas der Kamera.

Darüber hinaus hat sich Samsung beim S-Pen ins Zeug gelegt. Bei der blauen Version des Galaxy Note 9 zieht der Nutzer einen Gold-gelben Stift aus dem Schacht – ein wahrer Blickfang. Die schwarze Variante hingegen beheimatet einen pechschwarzen S-Pen.

Das Galaxy Note 9 ist so stabil wie ein knapp zehn Millimeter dickes Stück Stahl – könnte man meinen. Denn bei Beanspruchung auf Biegung oder Torsion passiert nichts. Ebenso wäre es eine Farce, wenn man dem 1.000-Euro-Smartphone ein Knarzen entlocken könnte. Die Verarbeitung ist demnach auf allerhöchstem Niveau.

Samsung Galaxy Note 9: Hands-On

  • 1/16
    Das Galaxy Note 9 erscheint mit einem 6,4 Zoll großen Bildschirm.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
  • 2/16
    Das SuperAMOLED-Display bietet eine Auflösung von 1.440 x 2.960 Pixeln.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Hardware und Benchmark-Test des Galaxy Note 9

Ein etwas schnellerer Prozessor, ein etwas größeres Display und ein deutlich größerer Akku: Das sind nur drei Eigenschaften, die sich gegenüber dem Galaxy Note 8 verbessert haben. Einer der größten Unterschiede ist jedoch der Stift, von Samsung S-Pen genannt. Die Koreaner haben ihn im Galaxy Note 9 nämlich etwas smarter gemacht. Wie? Sie haben Bluetooth integriert. Und einen Akku. Doch dazu später mehr. Wer sich die technische Ausstattung im Detail ansehen möchte, kann das in der folgenden Tabelle machen:

 Samsung Galaxy Note 9
Display 6,4 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.1 Oreo, Samsung Experience 9.5
Prozessor Samsung Exynos 9810
Octa-Core 2,7 + 1,7 GHz
RAM 6/8 GB
interner Speicher 128/512 GB
MicroSD ja (512 GB)
Kamera vorne/hinten 8 MP / 12 + 12 MP (Dual Kamera)
Fingerabdruckscanner ja (Rückseite)
Akku 4.000 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung  IP68
Abmessungen (mm) 161,9 × 76,4 × 8,8
Farben  Blau, Schwarz
Einführungspreis 128 GB: 999 EUR
512 GB: 1.249 EUR
Marktstart 24. August 2018

Wenn es um die Geschwindigkeit geht, macht das Note 9 im ersten Schnelltest eine gute Figur. An keinem Punkt kommt es zu Verzögerungen oder Rucklern. Das bestätigt auch der Benchmark-Test von AnTuTu, in dem das S-Pen-Smartphone auf 242.139 Zähler kommt. Das ist zwar ordentlich, zur Spitzenposition fehlt dem Note 9 aber Einiges. An der Spitze befindet sich derzeit das HTC U12+, das im Test von inside handy auf gut 270.000 Punkte kam. Ebenfalls vor dem Note 9: Das OnePlus 6 (269.000 Punkte) und das LG G7 ThinQ (262.000 Punkte). Selbst das Galaxy S9 sowie das Galaxy S9+ übertrumpfen mit rund 245.000 und 249.000 Zählern das Note 9.

Benchmarktabelle -  Die Werte im Vergleich

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät Samsung Galaxy Note 9  242.139
     
 ehemalige Spitzenmodelle  HTC U11+ 216.125
Huawei Mate 10 Pro 212.419
Razer Phone 208.107
     
 aktuelle Referenz (Android) LG G7 ThinQ 262.448
OnePlus 6 268.802
HTC U12+ 270.006

Das Display des Galaxy Note 9

Mit 6,4 Zoll in der Diagonalen ist das Super-AMOLED-Display des Galaxy Note 9 nur 0,1 Zoll größer als das des Galaxy Note 8. Die Auflösung indes bleibt bei WQHD+. Hinsichtlich der automatischen Helligkeitsregelung reagiert das Galaxy Note 9 etwas träge, wenn man sich aus einer hellen in eine dunkle Umgebung bewegt. Anders herum ist die Reaktion deutlich flotter. Zudem lässt sich das Display sehr dunkel einstellen, sodass man auch noch nachts im Bett E-Mails an Geschäftspartner verschicken kann, ohne dass es den Schlafrhythmus des Ehepartners oder der Geliebten stört.
Bei der Blickwinkelstabilität gibt es nichts auszusetzen. Das Display büßt kaum an Strahlkraft ein. Jedoch wird es etwas bläulich. Was die sonstige Farbbetrachtung angeht, gibt es nichts zu meckern.

Ausprobiert: Die Doppelkamera im Note 9

Bei der Kamera-Ausstattung hat sich zwar gegenüber dem Galaxy Note 8 einiges verbessert, respektive geändert. Jedoch ist die Doppelkamera mit der des Galaxy S9+ identisch. Auch in der Kamera-App hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert. Die folgende Galerie zeigt einige Beispielbilder, die mit dem Galaxy Note 9 aufgenommen wurden.

Samsung Galaxy Note 9: Fotos geschossen mit der Kamera

  • 1/12
    Aufgenommen mit der Kamera des Galaxy Note 9
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
  • 2/12
    Aufgenommen mit der Kamera des Galaxy Note 9
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Für eine Bewertung an dieser Stelle wäre es aber noch zu früh. Dafür muss das Galaxy Note 9 zunächst den Testparcours von inside handy durchlaufen und sich in teils standardisierten Verfahren beweisen. Jedoch lässt sich bereits jetzt sagen, dass die Naheinstellgrenze erfreulich kurz ist. Das kommt insbesondere bei Markos zur Geltung. Darüber hinaus sind Fotos auch bei Dunkelheit recht rauscharm und überzeugen mit einer enormen Schärfe.

Software: Der S Pen als Allzweckwaffe

Bis auf einige Google-Apps, ein paar Microsoft-Anwendungen wie Word, Excel und Co. sowie Samsungs eigene Programme ist keine Bloatware vorhanden. Die wohl wichtigste Neuerung hinsichtlich Soft- und Hardware betrifft den S-Pen. Da dieser beim Galaxy Note 9 Bluetooth-fähig ist, lassen sich mit dem Stift beispielsweise PowerPoint-Präsentationen oder Bilder in der Galerie weiterklicken, wenn man das Smartphone per HDMI-Kabel an einen großen Bildschirm wie den heimischen Fernsehapparat anschließt. Zudem kann der Stift als Fernauslöser für die Kamera fungieren oder als Fernbedienung für Spotify. Der integrierte Akku setzt dem Nutzer zwar Grenzen - nach einer halben Stunde muss er nämlich wieder aufgeladen werden - jedoch ist der Energieträger binnen 40 Sekunden von 0 auf 100 Prozent aufgeladen. Dafür muss man ihn nur in den Schacht des Galaxy Note 9 schieben.

Ein Schmankerl hält Samsung für eine Zielgruppe bereit, die definitiv nicht zur Business-Klasse zählt. Über die App "Game Launcher" lässt sich nämlich das Spiel "Fortnite" installieren. Dieses ist anfangs exklusiv nur über Samsung-Smartphones spielbar.

Samsung Galaxy Note 9: Der S Pen

  • 1/6
    Der S Pen des neuen Galaxy Note 9 in Action.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
  • 2/6
    Der S Pen des neuen Galaxy Note 9 in Action.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy

Hands-On-Kurzfazit zum Galaxy Note 9

Samsung gelingt eine kleine aber feine Weiterentwicklung der Note-Reihe. Der Bluetooth-fähige S-Pen darf jedenfalls zu den Highlights gezählt werden, der verlagerte Fingerabdrucksensor unterhalb des Kameramoduls gehört zur Kategorie: Fehler eingesehen und behoben. Ein bischen Design hier, etwas Hardware-Upgrade da: Wahnsinnig viel hat sich im Vergleich zum Galaxy Note 8 nicht getan. Samsung setzt eher punktuell an und schafft beispielsweise mit einem deutlich größeren Akku und der Verdopplung des internen Speichers in der kleinen Version für Verkaufsargumente. Jedoch müssen Nutzer auch mindestens 1.000 Euro auf das Konto des Herstellers überweisen, um ein Galaxy Note 9 ihr Eigenen nennen zu dürfen. Die Version mit 512 GB Speicher und 8 GB RAM schlägt sogar mit 1.250 Euro zu Buche. Für Kunden der Business-Klasse kein sonderlich hoher Betrag für ein Smartphone, dass unterwegs auch einen Computer ersetzen kann. Für Fortnite-Spieler jedoch, die meist im Teenager-Alter sind, ist das eine Stange Geld. Wer als Samsung-Fan stattdessen zum aktuell deutlich günstigeren Galaxy S9+ greift, muss zwar auf den stylischen Stylus verzichten, bekommt aber ein nahezu gleichwertiges Smartphone.



Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside handy | Autor: Blasius Kawalkowski
News bewerten:
 
10 / 10 - 1 Stimme

Themen dieser News: Samsung, Android, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Technik, Testcenter

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen