So will Zuckerberg Facebook- und Instagram-Junkies helfen, clean zu werden

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Facebook und Instagram App auf dem Smartphone-Display
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside handy
Facebook und Instagram wollen mit einer neuen Funktion offenbar verhindern, dass ihre Nutzer zu viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen. Das klingt zunächst einmal paradox, war es doch einst der Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst, der das endlose Scrollen populär gemacht hat. Er entwickelte ein soziales Netzwerk, das abhängig macht. Nun will Facebook seinen Abhängigen helfen. Und kämpft weiterhin gegen die andauernde Kritik.

Jahrelang optimierte Facebook zunächst sich selbst und später auch Instagram, damit Nutzer möglichst lange auf der Plattform bleiben. Denn eine längere Verweildauer führt zu mehr Werbeausspielung was wiederum zu mehr Einnahmen führt. Dabei hat man aber das Wohl des Nutzers völlig übersehen. Ein Datenskandal hier, schlechte Presse aufgrund des Suchtpotenzials dort: Facebook steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Zuletzt sorgten mehrere Studien für Aufsehen, die belegten, dass Menschen schlechter gelaunt sind, wenn sie soziale Netzwerke nutzen. Bei Facebook läuteten die Alarmglocken. Das Unternehmen gab weitere Untersuchungen in Auftrag. Das Ergebnis: Ja, Menschen sind unzufriedener wenn sie Facebook nutzen – jedoch nur, wenn sie den Feed durchscrollen und hier und da ein Like hinterlassen. Interagieren sie jedoch mit Freunden und teilen gemeinsame Erlebnisse, steige die Stimmung. Die Wissenschaftler verwendeten dafür die Bezeichnung „Meaningful Interactions“ – bedeutsame Interaktion. Facebook machte sich diese Phrase gemeinsam mit „Time well spent“, was in etwa so viel bedeutet wie „Zeit sinnvoll verbracht“, zum Werbeslogan.

Nutzungsdauer kontrollieren, Zeitlimits setzen

Nun will Facebook eine neue Funktion integrieren, die seinen Nutzern erlaubt, zu kontrollieren, wie lange sie die Feeds von Facebook und Instagram durchscrollen. Demnächst sollen beide Apps dem Nutzer anzeigen, wie viel Zeit dieser bereits mit Liken, Teilen und Posten verbracht hat. Darüber hinaus sollen Nutzer auch eine zeitliche Grenze festlegen können, die sie daran erinnert, die Anwendung zu schließen. Auch Benachrichtigungen lassen sich bald abschalten. Die Macher des sozialen Netzwerks schreiben dazu in einer Erklärung: „Wir möchten, dass die Zeit, die Menschen auf Facebook und Instagram verbringen, bewusst, positiv und inspirierend ist. Mit diesen Funktionen geben wir den Menschen mehr Kontrolle über die Zeit, die sie auf unseren Plattformen verbringen.“ Außerdem möchte Facebook auch Eltern und Kinder dazu ermutigen, darüber zu sprechen, welches Online-Verhalten für sie am besten ist.

So findet man die neuen Funktionen

Das sogenannte Aktivitäten-Dashboard wird Facebook zufolge in Kürze verteilt. Um auf die neuen Funktionen zuzugreifen, muss man die Einstellungsseite in der jeweiligen App aufrufen. Bei Instagram tippt man anschließend auf „Deine Aktivität“, bei Facebook auf „Deine Zeit auf Facebook“. Ganz oben ist ein Dashboard zu sehen, auf dem die durchschnittliche Zeit in der jeweiligen App auf dem Gerät zu sehen ist. Mit einem Klick auf einen Balken lässt sich die Gesamtzeit für einen Tag anzeigen. Unterhalb des Dashboards können tägliche Erinnerungen festgelegt werden, die den Nutzer benachrichtigen, wenn er die Zeit erreicht hat, die er pro Tag in der App verbringen möchte. Um Push-Benachrichtigungen stumm zu schalten, muss man auf „Benachrichtigungseinstellungen“ tippen. Dadurch schränkt man die Benachrichtigungen von Instagram oder Facebook vorübergehend ein, wenn man sich auf etwas anderes konzentrieren möchte – wie etwa die sozialen Kontakte im wirklichen Leben zu pflegen.

Neue Facebook-Funktionen
Bildquelle: Facebook

Quellen:

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  • Facebook und Instagram App auf dem Smartphone-Display: Blasius Kawalkowski / inside handy
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Blasius liebt Technik, Musik und Fotografie. Während er sich bei technischen Themen für Innovationen begeistert, greift er beim Musizieren auf die Old-School-Akustikgitarre und für großartige Fotos auf die klassische Spiegelreflexkamera zurück. Er ist nicht nur im Privatleben ein Familienmensch, sondern als stellvertretender Chefredakteur auch eins der Oberhäupter der Redaktion. Blasius rechnet Handypreise zwar immer noch in D-Mark um, doch seine ruhige, ausgeglichene, kreative Art und sein Einsatz von immer treffenden und humorvollen GIFs, lassen darüber hinwegsehen.

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