Apple warnt Trump vor teuren iPhones und schwacher Wirtschaft

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Apple Park - die neue Apple-Zentrale
Bildquelle: Apple
US-Präsident Donald Trump will die eigene Wirtschaft schützen und bewirkt durch Strafzölle und restriktive Maßnahmen das Gegenteil. Das befürchtet zumindest Apple. Im Quartalsbericht an die Security and Exchange Commision (SEC) betont der Konzern, dass Protektionismus die Wirtschaft schwäche und sogar das iPhone teurer werden könnte.

Von schlechten Wirtschaftszahlen ist der frischgebackene Billionenkonzern Apple schon seit Jahren weit entfernt. Quartal um Quartal liefert man neue Rekorde oder zumindest astronomische Gewinne am Fließband – so auch im zweiten Quartal 2018. Das könnte sich jedoch durch das Wirken des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump ändern. Unter den befürchteten Risiken für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg erscheinen im Bericht des Herstellers aus Cupertino neben Naturkatastrophen, Krieg und Terrorismus auch „politische Ereignisse und internationale Handelsstreitigkeiten“. Damit dürften vor allem weitere Strafzölle gemeint sein, die Trump gegenüber China erheben will.

So befürchtet Apple, dass „der internationale Handel und die Weltwirtschaft erheblich gestört oder geschädigt wird“. Ferner könnten Handelsstreitigkeiten negative Auswirkungen auf Unternehmen, deren Kunden und Zulieferer aber auch Vertragshersteller, Logistikanbieter, Händler, Mobilfunkbetreiber und andere Spieler am Markt haben. Im Endeffekt befürchtet Apple teurere Produktions- und Logistik-Kosten, die vor allem den eigenen Gewinn schmälern würden. Um diese Zusatzkosten abzufangen wird auch eine Preiserhöhung auf die Endprodukte nicht ausgeschlossen. Auch hier warnt der Konzern jedoch, dass man dadurch weniger wettbewerbsfähig werden würde und die Nachfrage nach Produkten wie dem iPhone oder dem iPad schrumpfen könnte.

Apple warnt vor politischen Machtspielen

Doch nicht nur von Apple selbst könnten Preiserhöhungen herrühren. Auch die Strafzölle anderer Nationen, die als Reaktion auf US-Einfuhrzölle eingeführt werden könnten, könnten die Produkte aus Cupertino für den Endverbraucher teurer machen. Rohstoffe wie seltene Erden oder auch Halbzeuge oder fertige modulare Bauteile von Zulieferern wären von einem weiter andauernden Handelsstreit sicherlich betroffen. 

Als ein weiteres Risiko sieht Apple Einschränkungen außerhalb der Zollstrukturen. So könnten andere Länder „andere protektionistische Maßnahmen“ ergreifen, die den Absatz in den betroffenen Ländern erschweren können. Hier sei das Beispiel ZTE genannt, das vor kurzem als Unternehmen mit einem Importverbot für US-Amerikanische Produkte belegt wurde und kurzzeitig schwer ins Schlingern geriet. Der chinesische Hersteller verbaut unter anderem Snapdragon-Prozessoren und installiert das mobile Betriebssystem Android auf seine Handys. Beide Zulieferer, Qualcomm und Google, sind in den USA verortet. Würde China den Spieß umdrehen, wäre wohl auch die Werkbank Apples im Visier. Der Großteil der weltweiten Smartphone-Produktion wird in China geleistet und so dürfte Apple ein reges Interesse daran haben, dass die politischen wie wirtschaftlichen Beziehungen der USA und dem Reich der Mitte wieder in ruhigere Fahrwasser geführt werden.

So profitiert Apple vom schwachen Tablet-Markt

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