Gesichtserkennung: Microsoft fordert mehr Verantwortung

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Der Microsoft Campus bei Seattle
Bildquelle: Microsoft
Microsoft hat sich nun kritisch gegenüber Gesichtserkennungs-Software in öffentlichen Räumen geäußert. Gesichtserkennung sei ein mächtiges Werkzeug, das auch missbraucht werde könne, heißt es in einem Blogeintrag. Deshalb fordert Microsoft Unternehmen zu mehr Verantwortung auf und zusätzlich eine stärkere Regulation von staatlicher Seite.

Der Microsoft-Präsident, Brad Smith, gab zu bedenken, dass Dystopien wie „Minority Report“, „Enemy of the State“ und „1984“ nicht mehr reine Science Fiction wären. Mittlerweile sein diese Szenarien nicht weit davon entfernt, real zu werden. Er spart in seinem Beitrag auch nicht an Seitenhieben gegen Google und Amazon, die Bilderkennungs-Software für militärische oder polizeiliche Zwecke entwickeln.

Der einzige effektive Weg um den Missbrauch solcher Technologien zu verhindern, stellt für ihn eine „proaktive“ Regulierung seitens der Regierung. Diese sei in der Lage darüber zu entscheiden, solche Technologien auch stärker einzusetzen. Er fordert eine Regierungsinitiative und die Bildung einer parteiübergreifenden Expertenkommission, die über den maßvollen Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie beraten und so zu Regulierungen führen soll. Er gibt zu, dass es ungewöhnlich scheinen mag, dass ein Unternehmen einer stärkere Regulierung der eigenen Produkte fordere. Er nennt das Beispiel der Automobilindustrie, wo Vorgaben, wie Airbags und Sicherheitsgurte zu einer enormen Verbesserung der Sicherheit geführt hätten. Gleiches gelte für die Flugsicherung, für Lebensmittel und pharmazeutische Produkte. Eine Welt mit einer starken Regulierung von Produkten, die zwar nützlich, aber potenziell problematisch sind, sei besser als eine Welt ohne rechtliche Standards.

Er ging auch auf die aktuelle Kritik ein, Microsoft stelle der US-Einwanderungs- und Zollbehörde seine Gesichtserkennungs-Technik zur Verfügung. Er stellt deutlich klar, dass es sich dabei lediglich um die Bereitstellung von Maildomains und -Software sowie Dokumentenmanagement-Systemen gehandelt habe. IT, die nicht nur jede Regierungsbehörde, sondern auch jede Regierung, jedes Unternehmen und jede NGO nutzen würde, so Smith.

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