Google-App mit Überwachungs-Schutz YouTube rollt den Inkognito-Modus aus

vom 10.07.2018, 18:07
Inkognito-Modus in der YouTube-App
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Per In-App-Update hat Google den Inkognito-Modus für die YouTube-Anwendung ausgerollt, der bereits seit einigen Wochen getestet wurde. Damit erhält auch die Video-Plattform den Unsichtbarkeits-Modus, den Google Chrome bereits besitzt. Was der Modus kann und wozu er nicht taugt, das zeigt der folgende Artikel.

YouTube hat ab sofort einen Inkognito-Modus. Die App-Erneuerung wird serverseitig ausgerollt, das App-Update kommt also nicht zwingend über den Play Store. Dadurch können Nutzer nun Videos gucken, ohne dass die Clips im Verlauf gespeichert und in der Folge entsprechend verwandte Video-Empfehlungen ausgegeben werden.

Das Feature bietet sich zum Beispiel für das beruflich bedingte Streamen von Inhalten über den privaten YouTube-Account an. So kommen Nuzer dann ohne den Nebeneffekt aus, dass fortan Videoempfehlungen ausgesprochen werden, die sich auf das Ansehen dieses Videos beziehen.

Auch die YouTube-Suchergebnisse werden im Inkognito-Modus nicht gespeichert und das Nutzerverhalten nimmt keinen Einfluss auf künftige Suchen und deren Algorithmen. Der vom Browser Chrome bekannte Inkognito-Modus wird quasi nur auf da Video-Portal bezogen.

Der Inkognito-Modus für YouTube steht aktuell nur für Android zur Verfügung. iPhone-Nutzer müssen sich hierfür noch etwas gedulden.

So wird der YouTube-Inkognito-Modus eingeschaltet

Den neuen Inkognito-Modus auf YouTube erreichen Nutzer wie folgt:

  1. YouTube-App öffnen
  2. Oben rechts auf den Account-Avatar klicken
  3. "Inkognitomodus aktivieren" auswählen

Von nun an informiert eine schwarze Banderole unten im Display darüber, dass der Modus aktiv ist. Anstelle des Google-Avatars in der rechten oberen Ecke befindet sich nun das Inkognito-Avatar von Google – dargestellt durch die Silhouetten-Darstellung von Hut und Brille auf schwarzem Grund.

Deaktiviert wird der Inkognito-Modus wieder über einen Klick auf den Avatar und die entsprechende Schaltfläche "Inkognitomodus deaktivieren".

In der Desktop-Browser-Version von YouTube gibt es den Inkognito-Modus nicht - hierfür gibt es nach wie vor den Browser-basierten Inkognito-Modus. Bei Microsoft Edge heißt dieser zum Beispiel "InPrivate" bei Firefox schlicht "privates Surfen".

Können altersbeschränkte Inhalte auf YouTube im Inkognito-Modus angesehen werden?

Inkognito-Modus in der YouTube-App
Bildquelle: inside handy

Die Antwort lautet schlicht: Nein. Wenn YouTube ein Video als Jugendgefährdend eingestuft hat, bleibt die Barrikade auch im Unsichtbar-Modus bestehen. Über das Video, das währenddessen nicht startet, wird ein Dialogfeld gelegt, das den Nutzer zur Anmeldung auffordert. FSK-18-Inhalte bleiben für unbedarfte Nutzer also auch im Inkognito-Modus gesperrt.

Die Videos von inside handy bei YouTube unterliegen natürlich keiner Altersbeschränkung und sind im normalen, wie auch im Inkognito-Modus sichtbar.

Internetanbieter und Netzwerk-Admin sehen die Daten weiterhin

Wer glaubt, dass der Inkognito-Modus tatsächlich keine Spuren hinterlässt, liegt falsch. Schon beim ersten Aktivieren des neuen Modus informiert YouTube darüber, dass die Unsichtbarkeit nur auf die App und die Nutzer des Endgeräts beschränkt ist. In dem Infotext heißt es unter anderem: "Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass dein Arbeitgeber, deine Schule oder dein Internetanbieter nicht sehen kann, was du tust."



Quelle: YouTube | Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside handy | Autor: Michael Stupp
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