Das steckt hinter dem Zahlenspiel LTE-Ausbau bei Vodafone: Alle drei Stunden eine neue Antenne

vom 10.07.2018, 16:05
Vodafone Campus am Ferdinand-Braun-Platz in Düsseldorf
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Vodafone hat einige Zahlen zum LTE-Ausbau veröffentlicht und macht die Rahmendaten zu dem vielbescholtenen Vorhaben etwas transparenter. Einige der Zahlen lesen sich dabei besser, andere sind im Kontext weniger gut, als sie klingen.

Neben der Telekom und Telefónica ist auch Vodafone fleißig dabei, das LTE-Netz auszubauen. Dabei geht es nicht nur darum, bestehende Infrastrukturen noch besser zu machen – also ältere LTE-Antennen durch neue zu ersetzen. Sondern auch darum, neue Gebiete überhaupt mit LTE zu versorgen.

Um beide Ziele im Blick zu behalten, hat Vodafone innerhalb von vier Wochen im gesamten Bundesgebiet 225 neue LTE-Zugangspunkte angeschlossen. Rechnerisch ist das eine Antenne alle drei Stunden. Geht man davon aus, dass nachts und sonntags nicht gearbeitet wird, ist die Frequenz an Werktagen deutlich höher. Allerdings setzt das Anschließen eines LTE-Zugangspunktes auch keine umfangreichen Bauarbeiten voraus.

Die Antennen wurden auf bestehende Masten gesetzt beziehungsweise die notwendigen Bauarbeiten waren im genannten Zeitraum bereits abgeschlossen. Dennoch ist das Tempo, das Vodafone nachweislich erbracht hat, enorm.

Ortsbeispiele zur Netzverdichtung sind unter anderem Aachen, Essen, Gelsenkirchen, Jena, Köln und Hamburg. Gänzlich neue LTE-Abdeckung bietet Vodafone demnach jetzt in Denkendorf (Baden-Württemberg), Freudenberg (NRW), Hörlkofen (Bayern), Medingen (Sachsen), Vietmannsdorf (Brandenburg) und auf der Insel Juist in der Nordsee.

So sieht das Vodafone-Netz jetzt aus

Nach eigenen Angaben bietet Vodafone nun 25.000 Mobilfunkstationen und gewährleistet damit eine flächendeckende Mobilfunkversorgung von 99,7 Prozent. Soweit die Theorie, denn selbst Vodafone muss eingestehen, dass dieser Wert sich auf die unbestimmte Bezeichnung "in besiedelten Gebieten" bezieht. Außerdem umfasst er die Mobilfunkversorgung an sich, nicht jedoch die LTE-Versorgung im Vodafone-Netz. Hier sind "nur" 92 Prozent abgedeckt – ebenfalls in "besiedelten Gebieten".

Problemzonen sollen aber angegangen werden: Dazu zählen vor allen Dingen Autobahnen und ICE-Strecken der Deutschen Bahn. Bis Ende 2019 sollen auch die Diskrepanzen zwischen Mobilfunk-Abdeckung und LTE-Abdeckung ausgemerzt werden. Die Zielsetzung lautet: 98 Prozent LTE-Verfügbarkeit, Modernisierung von 1.500 LTE-Basisstationen an Autobahnen und damit einhergehend den Anschluss aller deutschen Autobahnen an das Vodafone-LTE-Netz.

Basisstation in Münster
Bildquelle: inside handy / Hayo Lücke

Im Idealfall bietet das Netz aktuell: 500 MBit/s Spitzengeschwindigkeit im Download in 31 Städten. In vier Städten gibt es sogar schon 1-GBit/s-Antennen. Auf dem umgekehrten Weg bietet Vodafone in über 300 Städten 100 MBit/s im Upload an. Alle diese Werte werden allerdings nur im Optimalfall erreicht – in der Praxis sind die Geschwindigkeiten praktisch nicht möglich.



Quelle: Vodafone | Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: Michael Stupp
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