Angeblicher Regelverstoß Google streicht Nahverkehrs-App "Öffi" aus dem Play Store

vom 09.07.2018, 11:37
Öffi App
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Google hat die Nahverkehrs-App "Öffi" aus dem Play Store entfernt. Die vom Konzern genannten Gründe für die Schließung der Download-Möglichkeit treffen auf die App allerdings gar nicht zu. Der Gründer der App versucht sich zu helfen – außerhalb des Play Stores ist Öffi auch weiterhin verfügbar.

Die App "Öffi" stellt seit Jahren eine beliebte Alternative zur Organisation des Personenverkehrs abseits der Anbieter-Apps wie dem "DB Navigator" oder den Apps der einzelnen Verkehrsverbünde dar. Diese Unabhängigkeit gepaart mit der gebotenen Zuverlässigkeit der Daten honorierten Nutzer mit Downloadzahlen in Millionenhöhe.

Nun hat Google die App aus dem Play Store ausgesperrt. Grundsätzlich ein übliches Unterfangen bei privat zur Verfügung gestellten Apps, die womöglich gegen irgendwelche Richtlinien verstoßen. Mit "Öffi" hat es jetzt allerdings ein prominentes Beispiel erwischt. Dazu: Die Begründung seitens Google wirft Fragen auf. Laut Öffi-Entwickler Andreas Schildbach habe Google die kurze und knappe Begründung gegeben, dass die App gegen die "Payments"-Richtlinie verstoße. Laut Schildbach sei Öffi allerdings nach wie vor kostenlos, es geben auch keine Pläne, Kostenpunkte zu installieren.

Der Erfinder teilte die Informationen via Google+ und als Nachricht beim Öffnen der App und ließ verlauten, dass eine Beschwerde bei Google bemüht wurde. Die Fangemeinde der App und des Entwicklers schaut nicht tatenlos zu und unterstützt die Beschwerde mit eigenen Nachrichten und Postings in Richtung Google.

Google rechtfertigt App-Rauswurf mit Spenden-Möglichkeit

Zwischenzeitlich hat sich Google zu dem Rauswurf geäußert und rechtfertigt diesen damit, dass aus der App heraus Spenden abgegeben werden könnten. Per Mitteilung in der App moniert der Entwickler, dass Google sich dabei auf eine Version der App berufe, die gar nicht aus dem Play Store stamme. Den Button gebe es ausschließlich in Versionen, die nicht von Google vertrieben würden.

Screenshot zur App-Sperre von Öffi
Bildquelle: inside handy

Außerdem beruft sich Google im Anschluss auf den Rauswurf darauf, dass Andreas Schildbach per Button in seiner Infomeldung zum .apk-Downoad aufrufe.

Öffi: Die App bleibt weiter verfügbar

Während der Play-Store-Sperre rät Schildbach interessierten Nutzern, die App über die Homepage der App herunterzuladen. Das Installationspaket steht hier als .apk-Datei zur Verfügung. Android-Nutzer, die diese Möglichkeit nutzen wollen, müssen vor der Installation jedoch die Installationssperre in den Systemeinstellungen deaktivieren, die verhindert, dass Apps aus "fremden Quellen" – also von außerhalb des Play Stores – Zugriff erhalten können. Nach der Installation wird empfohlen, die Sperre wieder zu aktivieren.

Gleiches gilt auch, wenn Öffi über alternative App-Marktplätze installiert wird. So ist die App auch im Amazon Appstore und im alternativen App-Store F-Droid weiter gelistet.

Warum eigentlich Öffi?

Die App aus der Entwicklung von Andreas Schildbach genießt hohes Ansehen und Beliebtheit. Viele Nutzer sehen die App vor allem wegen ihrer allgemeinen Gültigkeit als alternativlos an. Auch in Zeiten zahlloser Verkehrs- und Navigations-Apps sticht Öffi zum Beispiel dadurch hervor, dass die App Netzpläne vieler Städte beinhaltet. Für Pendler, die in vielen verschiedenen Städten Nahverkehr nutzen, sind mit Öffi gut aufgestellt und benötigen nicht für jede Stadt eine eigene App.

Dazu genießt Öffi die Gnade der frühen Geburt. Entwickler Schildbach hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und bot seine App an, bevor viele Verkehrsverbünde den App-Markt für sich entdeckten. Für viele Nutzer ist die Öffi-Nutzung also auch Gewohnheitssache.



Quelle: Öffi | Bildquelle kleines Bild: Öffi | Autor: Michael Stupp
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