Test Made in Germany auf dem Prüfstand Gigaset GS185 im Test: Dunkler Akkugigant aus Deutschland

vom 17.07.2018, 09:35
Gigaset GS185
Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Gigaset hat mit dem GS185 sein erstes Smartphone mit dem Label "Made in Germany" vorgestellt. Das Gerät wird zum Teil also im Werk in Bocholt zusammengebaut. Die Auswirkungen auf die Qualität und den Preis findet das Testlabor von inside handy heraus.

Nachdem Gigaset mit der ME-Serie das Comeback verhauen hatte, startete man danach noch einmal neu durch und orientierte sich nicht mehr im Markt der Oberklasse sondern positioniert sich im Einsteiger- und Mittelklassebereich. In dieser Grauzone befindet sich auch das "Made-in-Germany"-Smartphone GS185. Die technischen Daten sprechen ebendiese Sprache und lassen zusammen mit dem Preis von knapp 190 Euro auf ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis hoffen.

Die technischen Daten in der Übersicht

 Gigaset GS185
 
Gigaset GS185
Bildquelle: Gigaset
Display 5,5 Zoll ,720 x 1.440 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0
Prozessor Qualcomm Snapdragon 425
RAM 2 GB
interner Speicher 16 GB
MicroSD ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten

13 / 13 Megapixel

Fingerabdruckscanner ja
Akku 4000 mAh
induktives Laden nein
USB-Port USB 2 Typ-B
Abmessungen (mm) 147 x 70,6 x 8,8 mm
Farben

Blau, Braun

Einführungspreis 179 Euro
Aktueller Marktpreis 179 Euro

Design und Verarbeitung

Gigaset baut beim Design und den Materialien auf solide und bewährte Mittel: Metallgehäuse als Unibody ausgeführt, dazu 2,5D-Glas und die langgezogene Form des 18:9-Displays. Der Fingerabdrucksensor liegt auf der Rückseite recht weit oben. Die Kamera und die dazugehörende LED verstecken sich etwas in der linken oberen Ecke. Gut dabei ist, dass man beim Suchen nach dem biometrischen Sensor nicht versehentlich auf die Kamera tippt, was im Zweifel die Bildqualität herabsetzt.

Beim Äußeren hat sich Gigaset nicht weit aus dem Fenster gelehnt und so entstand in der Entwicklung ein solider aber auch langweiliger Zeitgenosse. Gut gelungen ist die Einbindung der Antennenlinien, die an den Rundungen zum Rahmen oben und unten auf der Rückseite verbaut sind. Sie sind farblich etwas abgesetzt, jedoch im selben Ton gehalten. So verfährt Gigaset auch beim deutlichen Markenschriftzug, der mittig auf dem Rücken platziert ist. Das "Made in Germany" findet sich nicht nur auf der Verpackung, sondern auch im "Kleingedruckten" auf dem Handy selbst. Oberhalb des „CE“-Schriftzugs wird der Herstellungsort mit ihm gezeigt.

Der Rest jedoch ist Smartphone von der Stange. Lautsprecher am unteren, Klinkenanschluss am oberen Ende des Smartphones, dazu die obligatorischen drei Taster im rechten Rahmen, die ebenfalls recht weit oben angebracht sind. Das Display-Schutzglas wird mittels Plastikrahmen in das Unybody-Gehäuse eingelassen. Auf der Front befinden sich keine mechanischen Taster und die Display-Ecken sind abgerundet.

Gigaset GS185 unboxing

Nimmt man beim Erstkontakt den Gigaset-Karton in die Hand, fällt auf, dass er etwas anders ist, als bei der Konkurrenz. Mittels aufzureißender Lasche wird der stabile jedoch weiche Karton aus Wellpappe geöffnet. Der Karton kommt dabei aus deutscher Produktion und zählt somit zur Wertschöpfung in Deutschland. Oben auf liegt direkt das GS185 in einer Schutzhülle. Darunter verstecken sich die Zubehörteile und die üblichen Papiere. Das Zubehör ist von durchschnittlicher Qualität und komplett in Schwarz. Das Headset sind dabei erfreulicherweise nicht als Hartplastik-Ohrhörer sondern als In-Ear-Kopfhörer beigelegt.

Gigaset GS185 - Unboxing des Smartphones

  • 1/8
    Das Gigaset GS185 im Unboxing während des Tests des Smartphones bei inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy
  • 2/8
    Das Gigaset GS185 im Unboxing während des Tests des Smartphones bei inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Hands-On des Gigaset GS185

In die Hand genommen wiederholen sich einige Gefühle, die schon bei der optischen Begutachtung aufgefallen sind: Wörter wie "solide" fallen einem ein. Dabei liegt das GS185 gut in der Hand und man gewinnt schnell Vertrauen. Die schmale Silhouette schafft Sicherheit, weil das Gehäuse fast komplett umgriffen werden kann. Dazu tragen die abgerundeten hinteren Rahmenteile zu diesem Gefühl bei. Das Metall kann jedoch, gerade bei verschwitzten Händen rutschig werden. So sollte man trotz sicherer Haptik nicht zu locker mit dem GS185 hantieren. Das Gewicht ist eine Erwähnung wert, auch wenn es als solches mit seinen knapp 150 Gramm nicht besonders ist. Es ist jedoch so auf das Handy verteilt, dass das GS185 seinen Schwerpunkt in der unteren Hälfte des Gehäuses hat und so kaum nach oben aus der Hand fallen kann.

Gigaset GS185 - Hands-On

  • 1/11
    Bilder des Gigaset GS185 während des Tests von inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy
  • 2/11
    Bilder des Gigaset GS185 während des Tests von inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Die Verarbeitungsqualität wirkt in allen Bereichen solide und das GS185 fällt nicht durch scharfe Kanten oder Grate auf. Die Langlöcher vor dem Lautsprecher und ihre Gegenstücke auf der anderen Seite des USB-Ports, hinter denen sich das Microfon versteckt, sind entgratet, der Micro-B-Port könnte noch einen Tick weicher abgeschliffen sein. Dass hier nicht USB-Typ-C verbaut wird ist etwas enttäuschend, wirbt doch Gigaset mit schneller Ladetechnik, die jedoch mit dem neuen Standard noch einmal einen Push bekommen hätte.

Langweilig, unspektakulär und etwas altbacken wirkt das Gigaset von außen. Aber auch solide, bodenständig und stabil. Somit bleibt es bei einer durchschnittlichen Wertung.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Mit den Worten bunt und dunkel kann man das Display des Gigaset GS 185 wohl am schnellsten beschreiben. Doch der Reihe nach: Das HD+-Panel des deutschen Herstellers wird in IPS-Technik hergestellt und erstreckt sich auf eine Diagonale von 5,5 Zoll. Das Format liegt bei 18:9 und damit im Trend. Die nicht ganz so trendige Auflösung von 720 x 1.440 Pixeln bringen es auf eine Pixeldichte von knapp 300 ppi. Damit, und das zeigt sich auch in der Praxis, ist bei der Schärfe fast alles im grünen Bereich. Für VR-Anwedungen ist die Auflösung freilich nur bedingt geeignet, jedoch stellt es den geneigten Nutzer im Alltag zufrieden.

Nicht zufrieden kann man jedoch mit anderen Eigenschaften des Displays sein. Zwei Dinge stechen dabei stark ins Auge: Zum einen ist die Grundeinstellung der Display-Automatik deutlich zu dunkel eingestellt. So kann sie maximal im Kino genutzt werden. Schon in normalen Räumen rauscht die Automatik auf unter 10 Prozent Helligkeit. Selbst in der prallen Sonne wird das Display im Automatikmodus nicht heller als 50 Prozent des Maximalwertes. Nimmt man es aus der Automatik heraus, so bekommt man ein für viele Situationen ausreichend helles Display.

Das zweite Ärgernis kommt erst zu Tage, wenn das Smartphone geneigt wird und die Augen des Betrachters nicht mehr Lotrecht dazu über dem Display sind. Dann entstehen bunte Schleier und das Display dunkelt stark ab. Hier ist man auf einem unterdurchschnittlichen Niveau unterwegs. Das ist umso ärgerlicher, als dass das Display im normalen Gebrauch wenig zu beanstanden übrig lässt. Die Farben sind nämlich bei normaler Draufsicht natürlich.

Gigaset GS185 - Display-Einstellungen

  • 1/4
    Die Display-Einstellungen des Gigaset GS185 im Test von inside handy.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy
  • 2/4
    Die Display-Einstellungen des Gigaset GS185 im Test von inside handy.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Bei den Einstellungen zum Display spart Gigaset ein wenig und installiert keine Software zur Anpassung der Farbtemperatur oder der Intensität. Dafür gibt es einen Nachtmodus, der die blauen Lichtanteile reduziert, um vor dem Einschlafen die Augen und das Gehirn des Nutzers zu schonen.

Das Display des Gigaset GS185 kommt mit zwei bedauerlichen Schwächen aber sonst ordentlichen Leistungen. Wird der Automatikmodus sowieso nicht genutzt und legt man keinen Wert auf Einstellungen und Blickwinkelstabilität, kann das Display gefallen. Für alle anderen ist es ein Ärgernis.

Teilwertung: 2,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Angetrieben vom Snapdragon 425 und gepuffert von 2GB Arbeitsspeicher reißt das Gigaset GS185 keine Bäume aus. Seine 16 GB interner Speicher werden bei Bedarf jedoch per Micro-SD-Karte um bis zu 256 GB erweitert. Der angewandte Benchmark-Test trägt den Namen AnTuTu, landet in der Version 7 auf dem GS185 und bringt das Smartphone ordentlich ins Schwitzen. Am Ende der zum Teil ruckeligen Animationen stehen eine unterdurchschnittliche Wertung von knapp 44.000 Punkten auf der Anzeigetafel. Damit ist in der heutigen Zeit eigentlich kein Blumentopf zu gewinnen, jedoch konzentriert sich Gigaset eben auf andere Stärken wie den Akku mit 4.000 mAh Kapazität.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside handy | Autor: Michael Büttner
News bewerten:
 
6 / 10 - 2Stimmen

Themen dieser News: Gigaset, Handys unter 200 Euro, Handys unter 400 Euro, Smartphones, Testcenter

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen