Test Einsteiger oder Mittelklasse Samsung Galaxy A6 im Test: Die Messlatte wird versetzt

vom 03.07.2018, 10:22
Samsung Galaxy A6
Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Anfang Mai hat Samsung mit dem Galaxy A6 und dem Galaxy A6+ seine Mittelklasse-Reihe erweitert. Mit dem Plus-Modell hält die Doppelkamera Einzug im mittleren Preissegment. Das Galaxy A6 hingegen muss sich mit einer Kamera begnügen, kostet dafür aber etwa 50 Euro weniger als das A6+. Im Test zeigt das Galaxy A6 was es kann und wo Samsung die Galaxy-A-Klasse verortet.

Samsung hat aufgeräumt. Nachdem das Galaxy A5 (2017) besonders in Deutschland ein nach eignen Aussagen voller Erfolg war, hat man sich vorerst für das Jahr 2018 gegen eine Neuauflage des Bestsellers entschieden. So gab es bisher auch kein Galaxy A3 in einer 2018er-Version. Also alles Neu? Ja, aber nicht ganz: Nachdem das Galaxy A8 erst nur als Business-Version, dann als normales Modell in Deutschland aufgeschlagen ist, hat Samsung das Galaxy A6 und das Galaxy A6+ nachgeschoben. Doch ist damit die Galaxy-A-Reihe gerettet und kann den Testerfolg der Modelle aus dem Vorjahr wiederholen?

Galaxy A6 und Galaxy A6+ - die technischen Daten

Die beiden Modellbrüder unterscheiden sich in den technischen Eckdaten gravierend und Samsung zeigt wieder einmal die Doppelmodell-Taktik. So wird das kleinere Galaxy A6 nicht nur in der Größe sparsamer ausgestattet, sondern auch bei Prozessor, Front- wie Hauptkamera, Display und Akku. Unter anderem bietet das Super-AMOLED-Panel des Galaxy A6 eine HD+-Auflösung von 720 x 1.480 Pixeln. Beide Displays sind jedoch im modernen 18,5:9-Format ausgeführt. Eine Notch, also der Einschnitt im Panel am oberen Rand, fehlt bei beiden Modellen.

Zudem erscheinen das Galaxy A6 und A6+ zusätzlich als Duos-Variante, die auch für den Test der beiden Geräte vorliegt. Tatsächlich setzt Samsung auf eine "echte" Dual-SIM-Funktion, denn die Handys können hier sowohl zwei SIM-Karten als auch eine Micro-SD-Karte zur Speichererweiterung aufnehmen.

 Samsung Galaxy A6
   Samsung Galaxy A6 2018
Bildquelle: Samsung
Display 5,6 Zoll, 720 × 1.440 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor

Exynos 7870
Octa-Core 1,6 GHz

RAM 3 GB
interner Speicher 32 GB
MicroSD ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten 16 MP / 16 MP
Fingerabdruckscanner  ja
Akku  3.000 mAh
induktives Laden  nein
USB-Port  USB 2.0 Typ-B
IP-Zertifizierung  keine
Abmessungen (mm)  149,9 × 70,8 × 7,7
Farben Schwarz, Gold, Blau
Einführungspreis  399 EUR
Veröffentlichung  14.05.2018

Design und Verarbeitung

Betrachtet man das Galaxy A6 mit ausgeschaltetem Display von vorne, stellt sich kein Must-Have-Gefühl dar. Im Gegenteil: Das Smartphone wirkt beliebig und könnte ebenfalls als Mittelklasse-Modell von Huawei oder HTC durchgehen. Knipst man jedoch den Bildschirm an, lässt sich das A6 allein am voreingestellten Hintergrund schnell als Smartphone von Samsung identifizieren. Der in das Metallgehäuse eingelassen Schriftzug des koreanischen Unternehmens auf der Rückseite bestätigt letztlich die Vermutung.

Samsung Galaxy A6 vs A6+

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    Das Samsung Galaxy A6 (2018) im Vergleich mit dem Galaxy A6+ (2018).
    Bildquelle: Samsung
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    Die Kamera des A6 schießt Bilder mit einer Auflösung von 16 Megapixeln.
    Bildquelle: Samsung

Die Optik des Kameramoduls, unterhalb dessen sich auch der Fingerabdrucksensor befindet, spricht die Sprache der Galaxy-S-Reihe und erinnert deutlich an das S9. Im Gegensatz zum aktuellen Flaggschiff besteht der Korpus allerdings nicht aus Glas. Samsung setzt bei der Mittelklasse auf Leichtmetall. Das führt dazu, dass die Koreaner bei der Produktion Antennenstreifen im Gehäuse einlassen mussten, da es sonst zu Empfangsproblemen gekommen wäre. Nun sind Metallgehäuse nichts Neues auf dem Smartphone-Markt. Bevor der Trend zu Glas Einzug hielt, gelang es aber Herstellern wie HTC oder Apple, diese Antennen geschickter und unauffälliger in das Gehäuse zu integrieren. Samsung hingegen rückt sie mit der Anordnung am oberen und unteren Rand in den Vordergrund. Ein Gutes hat das aber: Mit ihrer Dominanz lenken sie von der hässlichen Beschriftung unterhalb des CE-Logos und Mülltonnen-Symbols ab. Interessant bei der Gestaltung der Rückseite ist zudem die Ähnlichkeit mit der J-Reihe, namentlich dem Galaxy J6 (2017). Samsung orientiert sich bei seiner neuen Mittelklasse also am Aussehen der Einsteigerklasse des Vorjahres und mischt sie mit Details der S-Serie. So wirkt das Design wie es ist: zusammengeschustert.

Links Lautstärke, rechts Ein- und Ausschalten: Die Anordnung der Taster ist Samsung-typisch, auch wenn der nahezu obsolete Bixby-Button der Oberklasse vorenthalten bleibt. Merkwürdig erscheint die Anordnung des Lautsprechers: Statt am unteren Rand, oder gar oben und unten für einen Stereoklang, entschied sich Samsung dazu, den winzigen Schallerzeuger oben rechts oberhalb des Ein- und Ausschalt-Tasters unterzubringen. Beim Musikhören oder anschauen von Filmen ist das zunächst sehr ungewohnt, da der Ton von rechts, respektive links oben kommt - je nachdem, ob man das A6 im Quer- oder Längsformat hält. Gut, dass Samsung anderen Herstellern nicht nacheifert und auf den Klinkenanschluss verzichtet. So lassen sich etwa bei den beiden beschriebenen Szenarien Kopfhörer anschließen. Apropos: Im Handgepäck des Galaxy A6 befindet sich neben Steckdosenadapter und Datenkabel ein Headset der Variante "Hop-On-Hop-Off-Bus".

Galaxy A6: Die Verarbeitung im Hands-On

Hinsichtlich der Verarbeitung erlauben sich mittlerweile nur wenige Smartphone-Hersteller einen Schnitzer - selbst Modelle der Mittel- und Einsteigerklasse sind in den allermeisten Fällen frei von Fehlern. Auch das Galaxy A6 wirkt solide, verwindungssteif und kommt ohne scharfe Kanten in die Hand des Käufers. Der Aluminium-Body fühlt sich hochwertig an; die Rundungen schmiegen sich geschmeidig an die Hand. Beim Betätigen der Tasten ist ein angenehmes Klicken zu vernehmen, das mit einem guten Druckpunkt einhergeht.

Samsung Galaxy A6 im ersten Hands-On

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    Das Samsung Galaxy A6 (2018) im Hands-On bei inside handy.
    Bildquelle: inside handy
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    Das Galaxy A6 (2018) überzeugt mit einer 16 MP Haupt- und Frontkamera.
    Bildquelle: inside handy

Das Design des Galaxy A6 wirkt nicht modern, frisch oder innovativ. Samsung geht auf Nummer Sicher und bringt ein solides Smartphone auf den Markt. Das können andere auch. Somit bleibt hier nur eine gute Durschschnittswertung für Samsungs neue Mittelklasse.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das Panel des Samsung Galaxy A6 erstreckt sich auf eine Diagonale von 5,6 Zoll und bietet dabei eine Auflösung von 720 x 1.480 Pixeln. Das bedeutet, Samsung hat sein schwächstes Galaxy-A-Modell des Jahres 2018 auf das Auflösungsniveau des Vorjahres-Galaxy-A3 geparkt. Durch das neue Format von 18,5:9 und der Diagonale von 5,6 Zoll ergibt sich eine Pixeldichte pro Zoll von etwas unter 300. Damit wird die Grenze des menschlich noch Erkennbaren unterboten. Trotzdem bildet das Galaxy A6 scharf genug ab. Das Super-AMOLED besticht durch ordentliche Leitungen im Display-Test, jedoch hebt es sich nicht sonderlich aus dem Markt ab. Die Super-AMOLED-Technik bringt starke Schwarzwerte und gute Kontraste.

Neben der Darstellung von Inhalten, geht es seit einiger Zeit bei Displays auch um den Rahmen um das Panel herum. Hier kann Samsung nicht ganz überzeugen. Die Ränder sind ober- und unterhalb des Panels sehr deutlich. Gerade am unteren Rahmen wird die Fläche nicht genutzt und so hätte man hier noch etwas für die Display-zu-Gehäuse-Wertung machen können. Etwas befremdlicher sind jedoch die seitlichen Ränder, die weit breiter sind, als zur Zeit im Smartphone-Markt üblich.

Das Samsung Galaxy A6 kann Datenschutzexperten nicht empfohlen werden. Es lässt sich auch noch bei schräger Draufsich gut ablesen. Das große Aber folgt jedoch auf dem Fuße. Die Farben durchlaufen beim Kippen mehrere Stufen. So legt sich wahlweise und zum Teil auch gleichzeitig je nach Betrachtungswinkel ein grüner, ein blauer und ein gelber Schleier auf das Display und verkorkst so die Weißwerte und die sonstigen Farben.

Samsung Galaxy A6 im Test - Display-Einstellungen

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    Samsung Galaxy A6 im Test: Die Display-Einstellungen des Mittelklasse-Smartphones der Koreaner.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy
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    Samsung Galaxy A6 im Test: Die Display-Einstellungen des Mittelklasse-Smartphones der Koreaner.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Die automatische Helligkeitsregelung hat eine herausragende Stärke und eine weniger aufdringliche aber sichtbare Schwäche: Sie regelt bei Dunkelheit deutlich unter das marktübliche Niveau herunter. Das hilft im Kino nicht aufzufallen und schont beim nächtlichen Zocken oder Mails beantworten die Augen. Dafür regelt die Automatik etwas hakelig und nicht so flüssig wie man es erwartet.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside handy | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Samsung, Handys, Handys unter 400 Euro, Smartphones, Test

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