Test Flaggschiff-Testbericht HTC U12+ im Test: Drückend überlegen

vom 25.06.2018, 14:41
HTC U12+
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

HTC hat das gewöhnliche Flaggschiff übersprungen und präsentiert mit dem HTC U12+ gleich die Plus-Version als Außenseiter-Kandidat im Rennen um die Smartphone-Krone 2018. Dabei setzen die Taiwaner erstmals im Flaggschiff-Segment auf eine Dual-Kamera, außerdem wird das Edge-Sense-Feature verfeinert. Nicht nur deswegen ist das HTC U12+ etwas eigen. Wann das gut ist – und wann schlecht – zeigt der Testbericht.

Von Innen nach außen: Das HTC U12+ ist ein pflichtbewusstes Flaggschiff. Neben High-End-Technik – Snapdragon 845 und 6 GB Arbeitsspeicher gehen Hand in Hand – erscheint das U12+ in einem Glaskörper: Ganz, als sei das im Jahr 2018 oberste Flaggschiff-Pflicht.

Interessant ist darüber hinaus, wie konsequent HTC die Druck-Interaktion Edge Sense weiterentwickelt hat und ob es gewöhnungsbedürftig ist, dass das Handy ohne richtige Tasten erscheint. Die haptischen Schalter für Power, Lauter und Leiser sind beim U12+ nicht-drückbaren Tastern mit integrierten Sensoren gewichen.

Ein Streifzug durch das technische Datenblatt:

 HTC U12+
 
HTC U12+ vergleichsbbild
Bildquelle: HTC
 
Display 6.0 Zoll, 1.440 × 2.880 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Octa-Core 2,8 GHz
RAM 6 GB
interner Speicher 64 GB
MicroSD ja (2 TB)
Kamera vorne/hinten 8 und 8 MP (Dual Kamera)/
12 und 16 MP (Dual Kamera)
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.500 mAh
USB-Port USB 3.1 Typ-C
IP-Zertifizierung IP68
Abmessungen (mm) 156,6 × 73,9 × 8,7
Farben Schwarz, Blau, Rot
Einführungspreis 799 EUR
Aktueller Marktpreis 799 EUR

Design und Verarbeitung

Das HTC U12+ wird angeführt von einem 6 Zoll großen Display, das in einem 15,6 Zentimeter hohen und knapp 7,4 Zentimeter breiten Gehäuse seinen Platz findet. Trotz langgezogenem 18:9-Display und aktueller Design-Trend-Folge, sind markante Ränder ober- und unterhalb der Anzeige sichtbar. Diese sind auch von Nöten: HTC verbaut nämlich nicht nur rückseitig, sondern auch auf der Vorderseite eine Dual-Kamrea, deren Objektive ein bisschen Platz benötigen. Einen Display-Einschnitt – auch "Notch" genannt – gibt es nicht. Hier zeigt sich HTC konservativ und gibt Nutzern, die mit dem Steg überhaupt nichts anfangen können, eine weitere Flaggschiff-Alternative, die nicht Samsung heißt.

Neben der sonst nur in den von HTC mitgestalteten Google-Pixel-Handys verbauten Technik "Edge Sense", erscheint das HTC U12+ gänzlich ohne Tasten. Ja, es gibt die Erhebungen für Power und Lautstärke an der Seite. Diese besitzen aber keinen Tastenhub und reagieren lediglich auf Fingerdruck. Dies ist gewöhnungsbedürftig, genau wie Edge Sense selbst, wenn man mit der Funktion noch nicht vertraut ist. Ist die Bedienung aber in Fleisch, Blut und Gedanken übergegangen, kann HTC bei konsequenter Weiterentwicklung der Features eine besondere Kundenbindung erzielen, die dem Unternehmen nur zuträglich sein kann.

Der Blick auf die Rückseite aus Glas zeigt neben der neuen, im Hochformat horizontal angeordneten Dual-Kamera zum Glück einen HTC-Schriftzug. Andernfalls steigt die Verwechslungsgefahr - vor allem mit dem LG V30, das dem HTC-Flaggschiff hier verblüffend ähnlich sieht. Lediglich kleinere Merkmale, wie die Position des LED-Blitzes oder die Mikrofon-Öffnungen offenbaren die HTC-Handschrift. Auch die Spiegel-Kompetenz der Gasfläche ist bei HTC höher als bei LG. Voraussetzung ist eine entsprechende Farbvariante; zum Beispiel die graue, die für diesen Test zur Verfügung stand. Die ebenfalls erhältliche, halbtransparente Erscheinungsform eignet sich für gewöhnlich nicht als Spiegel.

HTC U12+ und LG V30 nebeneinander
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Links das HTC U12+, rechts das LG V30.

HTC U12+ im Hands-On

Erfrischend anders trifft beim HTC U12+ nur auf die formbedingten Zusatz-Funktionen Edge Sense und Touch-Keys zu. Ansonsten ist das Gehäuse ohne Zweifel zwar hervorragend verarbeitet, aber eben auch altbekannt. Die geschwungene Glas-Rückseite zieht Fingerabdrücke magisch an und kann das Gefühl eines markanten, aber kratzanfälligeren Alu-Gehäuses nicht ersetzen. Zwischen Glas-Platte und Vorderseite befindet sich dann doch noch eine Metall-Reling. Die durch den Rahmen entstehenden Materialwechsel sind herausragend verarbeitet, sämtliche Elemente sind stimmig eingebracht.

Das Gerät selber liegt auch dank der geschwungenen Rundung der Rückseite gut in der Hand. Allerdings ist das Plus im Gerätenamen neben dem technischen Aspekt auch der Größe zuzuschreiben. Das HTC U12+ ist nämlich ziemlich ausladend und gewinnt auch keinen Preis für das dünnste Gehäuse. Der Gesamteindruck ist propper und markant, trotz "weicher" Materialien. Das Zusammenspiel beherrscht HTC aber nahezu perfekt.

HTC U12+ im Test: Hands-On

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    Das HTC U12+ von allen Seiten.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
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    Hingucker: Die Dual-Front-Kamera fällt gleich auf.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Lieferumfang des HTC U12+

Die flache, weiße Box, in der HTC seine Flaggschiffe seit Generationen an den Mann bringt, beherbergt alles, was der Nutzer für den Start benötigt. Wichtig ist dabei das Headset, das in Ermangelung des Klinken-Eingangs direkt mit USB-C-Stecker erscheint. Schade ist derweil, dass HTC keinen Adapter beilegt, der aus dem USB-C-Port in Windeseile eine Klinkenbuchse macht.

Dafür freut sich der Käufer über eine mitgelieferte Plastikhülle, die die sensible Glasrückseite schützen soll.

Das HTC U12+ ist in Sachen Verarbeitung eine Augenweide. Die Materialauswahl ist aber bekannt und gewöhnlich. Auch beim Design fällt HTC wenig Neues ein. Der Ansatz, ein Gerät ohne physische Tasten herzustellen, ist zunächst gewöhnungsbedürftig, per se aber nicht schlecht.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Kein OLED, keine Party? HTC verzichtet auf das Display-Merkmal der Premium-Flaggschiffe und setzt "nur" ein Super-LCD-Panel in sein neues Oberklasse-Smartphone ein. Die Anzeige im HTC U12+ erstreckt sich über 6 Zoll, langgezogen auf ein 2:1-Seitenverhältnis. Inhalte werden größtmöglich aufgelöst in QHD+ dargestellt, was 1.440 x 2.880 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 537 ppi entspricht. Wem es reicht und wer Sparpotenzial beim Akkuverbrauch sucht, der kann die Auflösung in den Displayeinstellungen auf Full HD+ (1.080 x 2.160 Pixel) herunterfahren.

Der Unterschied von OLED und LCD, wie es beim U12+ zum Einsatz kommt, ist tief in der Technologie zu suchen. Der Alltagsnutzer, der von einem OLED-Display-Modell auf das HTC-Flaggschiff wechselt, wird kaum etwas vermissen. Nur absolute Kenner und Display-Experten könnten OLED-Schwarzwerte vermissen oder den leicht poppigeren Farben hinterhertrauern. Alleine die Wahl der konservativeren Display-Technologie stellt keinen Grund dar, das Display des HTC U12+ abzuwerten.



Bildquelle kleines Bild: inside handy | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Testcenter, Android, Handys, HTC, Mobilfunk-News, Mobilfunktechnik, Oberklasse-Smartphones, Smartphones

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