Neue Pläne der EU Preis-Obergrenze für alle: Auslandsgespräche sollen maximal 19 Cent kosten

vom 06.06.2018, 14:59
Mann der gerade telefoniert (Symbolbild)
Bildquelle: Pixabay

Nachdem die EU dem Handy-Roaming innerhalb der Mitgliedsländer bereits den Gar ausgemacht hat, geht es nun den Gebühren für Gespräche ins Ausland an den Kragen. Unterhändler des Europäischen Parlamentes haben sich auf eine Obergrenze von 19 Cent pro Minute verständigt. Die Änderung beträfe automatisch jeden EU-Bürger.

Mit Details ist das Europäische Parlament derzeit noch sehr zurückhaltend. Wörtlich heißt es in einer Mitteilung des Parlaments: "Nach der vorläufigen Vereinbarung sind die Gebühren für Anrufe innerhalb der EU auf 19 Cent für Telefonanrufe und 6 Cent für Textnachrichten begrenzt". Es ist davon auszugehen, dass zum einen 19 Cent pro Gesprächsminute gemeint sind und es zum anderen auch nur jene Gespräche betrifft, die vom Handy aus geführt werden. Festnetztarife wurden bislang zumindest auf Endkundenebene nicht von der EU reguliert.

Für die Mobilfunkanbieter ist das Vorhaben, das noch von Parlament und dem EU Rat angenommen werden muss, ein harter Schlag, da ihnen hohe Einnahmen verloren gehen. Oftmals kosten SMS ins Ausland von einem deutschen Handy heute noch 19, 29 oder gar 39 Cent, Gesprächsminuten ins EU-Ausland von 99 Cent oder gar 1,99 Euro sind ebenfalls in den Tariflisten der Anbieter zu finden. Endsprechend hoch ist das Sparpotential für Kunden. Viele Kunden hatten auch den Wegfall des EU-Roamings bereits so verstanden, dass Auslandsgespräche generell kostenlos sind.

Weitere Entscheidungen: 5G EU-weit harmonisiert und Reverse-Notruf

Das Gremium hat sich zudem dafür ausgesprochen, die Anreize zum Aufbau schnellerer Internetleitungen zu schaffen. Dazu gehört auch, dass bis 2020 EU-weit die Frequenzen für das neue 5G-Netz verfügbar sein und für 20 Jahre an die Anbieter vergeben werden sollen. Diese Pläne der EU Kommission waren schon im März bekannt geworden. Die Vergabe der Frequenzen für Deutschland soll Anfang kommenden Jahres erfolgen. Zudem soll ein umgekehrter Notruf eingeführt werden, bei dem die Notrufzentralen im Fall von Terrorakten oder Naturkatastophen die Möglichkeit bekommen sollen, die Bevölkerung zu warnen. Heute geht das in Deutschland bereits über Apps wie Katwarn oder NINA. Wer diese nicht installiert hat, wird bisher jedoch nicht gewarnt.

Wann die Änderungen in Kraft treten, ist offen. Nach der Annahme durch die jeweiligen Gremien hätten die jeweiligen Länder zwei Jahre Zeit zur Umsetzung, heißt es in der Mitteilung an die Medien. In Bezug auf die Kosten für Auslandsgespräche wird jedoch ausdrücklich von 2019 gesprochen.



Quelle: Europäisches Parlament | Bildquelle kleines Bild: Deutsche Telekom | Autor: Thorsten Neuhetzki
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, Mobilfunktarife, Roaming

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