VDSL Super Vectoring: Schon 8,9 Millionen Haushalte bekommen 250 MBit/s

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Deutsche Telekom Zentrale Bonn
Bildquelle: Deutsche Telekom
Die Telekom gibt beim Ausbau mit Super Vectoring Vollgas: Schon einen Monat nach dem Vermarktungsstart können 8,9 Millionen Haushalte auf Datenraten mit bis zu 250 Mbit/s per VDSL zugreifen. Darunter sind auch Haushalte in geförderten Gebieten, bei denen der VDSL-Anschluss schneller wird. Binnen vier Wochen kamen mehr als 3 Millionen Haushalte neu hinzu.

Am 1. August hat die Telekom die Vermarktung von VDSL Super Vectoring offiziell aufgenommen, nachdem es zuvor einen  Beta-Test mit rund 1.000 Personen im Rheinland gab. Zum Start waren mit einem Schlag etwas weniger als 6 Millionen Haushalte in der Lage, VDSL-Anschlüsse zu buchen. Möglich machte das die Art des Ausbaus: Es wurde zunächst in den Gebieten, in denen die Telekom bereits VDSL Vectoring angeboten hat, auch Super Vectoring freigeschaltet. Da die Telekom schon seit geraumer Zeit die erforderliche Hardware im Netz eingebaut hat, war dieser Schritt per Knopfdruck mit einem Software-Update erledigt.

Mittelgroße Städte bekommen Super Vectoring von der Telekom – Ballungsräume später

„Wir bauen unser Breitband-Netz nicht nur in den Großstädten, sondern in der Fläche in Deutschland von Nord nach Süd und von West nach Ost aus – und täglich kommen neue Haushalte hinzu“, sagte Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner beim Start. Die Anschlüsse seien in rund 900 Kommunen in ganz Deutschland geschaltet. In der ersten Tranche standen Mittelzentren und der ländliche Raum im Fokus. Ballungsräume werden bis Ende des Jahres folgen. Ein paar dieser Ballungszentren hat die Telekom seit dem Start vor etwas mehr als vier Wochen schon erschlossen – allerdings nur punktuell. Als Beispiele nannte die Telekom heute mehrere hundertausend Anschlüsse in Berlin, München oder Frankfurt und ein paar Dutzend Anschlüsse in kleinen Orten wie Grünsfeld, Gumtow oder Kaub.

Eine Liste mit Orten gab  es dieses Mal nicht, wohl aber die Information, dass seit 1. August 2,9 Millionen weitere Haushalte VDSL Super Vectoring bekommen haben und somit ist 8,9 Millionen Haushalte VDSL mit bis zu 250 MBit/s bekommen. Kunden, deren Kupferleitung zum nächsten Super-Vectoring-Verteiler zu lang ist, bekommen mindestens 175 MBit/s als Rückfallebene. Bis Ende 2019 will die Telekom nach eigenen Angaben mehr als 15 Millionen Haushalte per Supervectoring erreichen können. Zusätzlich hat die Telekom auch in einst geförderten Gebieten, in denen bis dato nur VDSL mit 50 Mbit/s eingesetzt werden durfte, VDSL Vectoring geschaltet. Die Zahl der Anschlüsse mit bis zu 100 Mbit/s erhöhte sich durch die Nachrüstung mit Vectoring-Technik in den ehemaligen Fördergebieten aber auch anderen Regionen um 415.000 Anschlüsse.

Was kostet Super Vectoring bei der Deutschen Telekom?

Um Super Vectoring nutzen zu können, müssen Telekom-Kunden den Tarif Magenta Zuhause XL buchen, der während des ersten halben Jahres 19,95 Euro pro Monat kostet. Ab dem siebten Monat werden dann 54,95 Euro pro Monat fällig. Außerdem ist über die Grundgebühr nicht nur eine Flatrate zu allen Festnetz-Anschlüssen in Deutschland inklusive, sondern auch eine Flatrate zu deutschen Mobilfunk-Anschlüssen. Wer auch das IPTV-Produkt Entertain von der Telekom nutzen möchte, muss dafür 9,95 Euro zusätzlich bezahlen. Wichtig: Für die Nutzung von VDSL Super Vectoring ist ein neuer VDSL-Router (Speedport W 925V und der Speedport Smart 3) notwendig, der bei der Telekom für 4,95 Euro pro Monat gemietet werden kann. Natürlich können auch Fremdrouter genutzt werden. Hier muss der Kunde für sich sicherstellen, dass dieser Router auf die Geschwindigkeiten ausgelegt ist.

Im Vorfeld des Marktstarts konnten sich interessierte Kunden für den neuen Tarif vorregistrieren. Dazu sagte Telekom-Deutschland-Chef Wössner zum Start: „Wir sind mit der Zahl der Voranmeldungen zufrieden, sie haut uns aber auch nicht vom Hocker.“ Das lässt darauf schließen, dass Tarife mit bis zu 250 Mbit/s aktuell eher noch nicht für die breite Masse interessant sind, sondern eher für Haushalte, in denen mehrere Personen zeitgleich auf breitband-hungrige Dienste zugreifen möchten – zum Beispiel größere Familien oder auch WGs in Studente-Städten. „Mit Super Vectoring sind wir auch fit für Anwendungen der Zukunft, insbesondere in Bezug auf 4K und Virtual Reality.“ Aktuelle Buchungszahlen nannte die Telekom nicht.

Mit dem Start der eigenen Vermarktung konnten auch die Mitbewerber der Telekom auf die Anschlüsse zugreifen. Sie vermarkten sie zu eigenen Konditionen. So hat Vodafone einen eigenen Tarif für Super Vectoring im Angebot und auch 1&1 vermarktet ein entsprechendes Angebot mit bis zu 250 Mbit/s.

Die Telekom bietet Privatkunden auch schon Gigabit-Leitungen

Bis August ermöglichte die Telekom dem Großteil der Kunden maximale Datenraten von 100 MBit/s. Dort wo kein Vectoring eingesetzt werden kann oder darf, sind es gar nur 50 oder 25 MBit/s. Kunden, die gar kein VDSL haben, können maximal 16 MBit/s im Downstream nutzen. Nur wenige hunderttausend Kunden, die einen echten Glasfaseranschluss der Telekom haben, können einen Anschluss mit bis zu 1 Gbit/s buchen. Der Preis liegt hier für Privatkunden aber auch bei stolzen 119,95 Euro monatlich. Die Telekom plant, nach Abschluss des VDSL-Ausbaus die bis zu den Kabelverzweigern verlegten Glasfaserleitungen zu nutzen, um dann die Glasfaserleitungen bis zu den Häusern der Kunden zu verlegen (FTTH/FTTB)

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