Test Mittelklasse-Testbericht HTC Desire 12+ im Test: Tops, Flops und ein Kaufargument

vom 26.07.2018, 12:37
HTC Desire 12+ im Test
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Im Frühjahr 2018 wartete HTC unverhofft mit zwei Mittelklasse-Smartphones und der Auferstehung der totgesagten Desire-Klasse auf. Das nominell bessere der beiden, das HTC Desire 12+, beherbergt unter anderem die erste HTC-Dual-Kamera der neuen Ära. Ob HTC mit dem Handy ein ernst zu nehmender Mittelklasse-Konkurrent gelingt oder ob dem Gerät zurecht wenig Beachtung geschenkt wird, zeigt der Testbericht.

Der Glanz, der die Desire-Serie einst erstrahlen ließ, ist längst passé. In der jüngeren Vergangenheit setzte HTC vorwiegend und miest sehr ordentlich auf das Flaggschiff-Segment. Die Desire-Reihe wurde im Einsteiger-Segment pflichtbewusst weitergepflegt und erhielt fortan weniger Aufmerksamkeit.

2018 könnte mit dem Desire 12+ wieder ein potentes Mittelklasse-Smartphone die HTC-Fahnen hochhalten. Eines, das dazu auch beim Preis konkurrenzfähig erscheint.

Ein schweifender Blick über das Datenblatt: 

 HTC Desire 12+
 
HTC Desire 12+
Bildquelle: HTC
Display 6 Zoll, 720 × 1.440 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 450
Octa-Core 1,8 GHz
RAM 3 GB
interner Speicher 32 GB
MicroSD ja (2.048 GB)
Kamera vorne/hinten 8 MP/
13 + 2 MP (Dual Kamera)
Fingerabdrucksensor ja
Akku 2.965 mAh
USB-Port USB 2.0 (Typ B)
IP-Zertifizierung nein
Abmessungen (mm) 158,2 x 76,6 x 8,4
Farben Schwarz, Silber, Blau
Einführungspreis 249€
Aktueller Marktpreis 220€

Design und Verarbeitung

Das HTC Desire 12+ erscheint im glasigen Unibody-Stil. Die schmieranfällige Oberfläche zieht sich bei HTC durch alle 2018 erschienen Geräte. Optisch und blank poliert macht das Design des Desire 12+ allerdings einiges her: Die Verarbeitung der eingelassenen Elemente – zum Beispiel die Dual-Kamera und der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite – ist über jeden Zweifel erhaben.

Der angesprochene Unibody lässt zudem gar nicht zu, dass Verarbeitungsfehler bei etwaigen Materialwechseln auffallen könnten. Die kritischste Stelle – der Übergang vom Seitenrand zum Display – ist mit einer unscheinbaren Plastikumrandung kaschiert worden. Diese geht fast nahtlos in das zu allen Seiten leicht abgerundete Displayglas über.

Kurz zu den Seitenrändern: Vom Hochformat aus gesehen auf der rechten Seite befinden sich die physischen Tasten für Lautstärke und zum Einschalten des Handys – die Sensor-Tasten des HTC U12+ haben es nicht in die Mittelklasse geschafft. Der Power-Button hat eine fein geriffelte Struktur und hebt sich so auch haptisch von der Lautstärkewippe darüber ab.

Der obere Rand ist blank, links ist die Dual-SIM-Schublade eingelassen, die Steckplätze für zwei SIM-Karten und eine Speicherkarte bereithält. Man kann beim HTC Desire 12+ also von einem echten Dual-SIM-Smartphone reden.

Die restlichen Elemente liegen also auf der Unterseite: Neben einem Klinkeneingang und dem Lautsprechergitter wartet hier ein USB-Port auf den passenden Stecker. Das große Ärgernis ist, dass es sich hierbei um einen ausgedienten Micro-USB-Port vom trapezförmigen Typ B handelt. Im Jahr 2018 darf dieser Umstand auch bis in die Mittelklasse kritisiert werden.

Auf der Displayseite gibt es optisch wenig zu kritisieren. Das Prädikat "randloses Display" erhält das Smartphone nicht, dies wird allerdings auch nicht angestrebt. Störend sind die Ränder ohnehin nicht, rein rechnerisch wird das Smartphone hierdurch aber größer, als es sein müsste.

HTC Desire 12+ im Hands-On

Das Plus im Namen Desire 12+ kommt nicht von ungefähr: Denn klein ist das Handy nicht. Stolze 6 Zoll Display plus Ränder hält der Nutzer in den Händen. Dazu kommt die Dicke von 8,4 Millimetern, womit das Handy nicht zu den dünnsten Vertreten gehört.

Und trotzdem fühlt sich das HTC Desire 12+ gut an. Die Verarbeitung tut ihr übriges zu einem guten Handgefühl. Unangenehme Kanten, Falzen und Lücken gibt es nicht. Die Bedienelemente, einschließlich des Fingerabdrucksensors auf der Rückseite, sind gut erreichbar. Die Dual-Kamera ist in der Ecke platziert, sodass die Hände nicht Gefahr laufen, die Kamera zu bedecken und gegebenenfalls mit Fingerabdrücken zu verschmieren. Diese Gefahr lauert sonst aber an jeder Stelle des Gehäuses.

HTC Desire 12+ im Test: Hands-On

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    Das HTC Desire 12+ von allen Seiten.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
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    Das HTC Desire 12+ von allen Seiten.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

HTC Desire 12+ im Unboxing

Die schlichte, mattschwarze Box, in der das HTC Desire 12+ geliefert wird, enthält neben dem Handy einiges an Papierkram, darunter sogar HTC-Fanaufkleber. Die nützlicheren Beilagen sind so vollständig wie notwendig und bestehen aus folgender Konstellation:

  • Netzadapter
  • USB-Kabel
  • In-Ear-Headset
  • SIM-Karten-Nadel

Die beigelegten Kopfhörer dürften HTC-Kenner interessieren. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick jedoch ernüchternd: Anders als in der Flaggschiff-Serie gibt es hier keine hochwertige Ware, sondern 08/15-Kopfhörer, die bereits beim Anschauen Ohrenschmerzen verursachen. Weniger wegen des zu erwartenden Klangs, sondern eher wegen der unsauberen und harten Plastikverarbeitung der Ohrstecker.

Beim HTC Desire 12+ zeigt HTC, dass Design und Verarbeitung zu den Stärken des Herstellers gehören. Auch wenn weder die Gestaltung noch die Materialwahl wirklich neu und innovativ sind, gefällt das Smartphone doch auf Anhieb.

Einzelwertung: 4,5 von 5 Sternen

Display

Macht das HTC Desire 12+ beim oberflächlichen Blick noch einen sehr guten Eindruck, wird dieser geschmälert, sobald nur kurz hinter die Fassade geschaut wird. Diese ist in diesem Falle glasig und nennt sich Display.

Die Anzeige misst in der Diagonalen stolze 6 Zoll. Damit hier ein scharfes Bild entsteht, bedarf es also einer vernünftigen Auflösung. Diese bietet HTC auch im besseren Desire 12 nicht.

Auf dem IPS-Panel werden Inhalte in HD-Qualität dargestellt, was – auf das 2:1-Format bezogen – eine Auflösung von 720 x 1.440 Pixeln bedeutet. Hieraus lässt sich eine Pixeldichte von 268 ppi (Pixeln pro Zoll) errechnen: ein schlechter Wert. Langes Betrachten aus kurzer, Smartphone-üblicher Distanz, macht hiermit keinen Spaß.

HTC Desire 12+: Display
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Immerhin: Geblendet wird man vom Desire 12+ nicht, denn auch in der maximalen Helligkeitsstufe basiert die Hintergrundbeleuchtung der Anzeige auf einer Sparflamme. Gerade im Sommer wird die Ablesbarkeit des Displays draußen zur Herausforderung.

Die weiteren Aspekte, Blickwinkelstabilität und automatische Helligkeitssteuerung, sind grundlegend zufriedenstellend. Die letzten Prozentpunkte nach oben fehlen aber auch hier. An sich wäre das nicht weiter schlimm. Im Zusammenspiel macht das Display so aber keine gute Figur.

Immerhin, es gibt auch einen Lichtblick: Die hintergründigen Einstellungen des Displays sind vielfältig und bieten Modifikationsoptionen, die in der Preisklasse des Desire 12+ nicht alltäglich sind.

Zu dunkel und eigenschaftslos. Das Display ist einer der Schwachpunkte des HTC Desire 12+. Hier lässt der Hersteller viel Potenzial ungenutzt.

Einzelwertung: 3 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Ein Leistungsmonster wird mit dem HTC Desire 12+ nicht erwartet. Der Prozessor, ein Qualcomm Snapdragon 450, entstammt der unteren Mittelklasse. Hier arbeiten acht Kerne mit bis zu 1,8 GHz Taktfrequenz.



Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside handy | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Testcenter, Android, Apps & Software, Hands-On, Handys unter 400 Euro, HTC, Mobilfunk-News, Smartphones, Technik, Unternehmen und Märkte

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