Ausbau Telekom: 1200 neue Mobilfunk-Sender in diesem Jahr

vom 17.05.2018, 15:28
Telekom-Chef Tim Höttges
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Die Telekom will weiter und noch mehr in die deutsche Netz-Infrastruktur investieren. Das sagte Tim Höttges, Vorstandschef der Deutschen Telekom, heute auf der Jahreshauptversammlung des Unternehmens. Nicht nur Mobilfunk-, sondern vor allem Festnetzkunden sollen davon profitieren.

Vergangenes Jahr habe die Telekom in Deutschland 5,4 Milliarden Euro allein in Netze investiert. "Niemand in Deutschland kümmert sich so sehr um Netze wie Ihre Deutsche Telekom", sagte er gerichtet an die Aktionäre. So werde man auch die noch existierenden Funklöcher im Mobilfunk schließen. Eigens dafür investiere die Deutsche Funkturm, eine Tochtergesellschaft der Telekom, die Sendemasten und Funktürme errichtet, betreibt und vermietet, ihre Investitionen. In diesem Jahr sollen 1200 neue Standorte gebaut werden. Kommendes Jahr werden weitere 2000 Standorte folgen, versprach Höttges. "Bis Ende 2018 versorgen wir 95 Prozent der Bevölkerung mit LTE", so der Vorstandschef.

Mit Blick auf die anstehende Vergabe von Frequenzen für den neuen 5G-Standard appellierte er noch einmal, dass die Unternehmen jeden Euro nur einmal ausgeben könnten. "Entweder für Frequenzspektrum. Oder für den Ausbau des Netzes. Mein Vorschlaf wäre: für den Ausbau". Doch entgegen seiner Hoffnungen hat die Bundesnetzagentur diese Woche die Versteigerung der Frequenzen angeordnet, die entsprechendes Kapital binden wird. Darauf ging er genau so wenig ein wie die sich abzeichnende Verzögerung des ganzen Verfahrens bis ins kommende Jahr hinein.

Telekom will ab 2021 jedes Jahr Glasfaser für 2 Millionen Haushalte verlegen

Doch auch im Festnetz werde die Telekom weiter investieren - und das ausschließlich in Glasfaser. Anhand einer im Saal aufgebauten fiktiven Baustelle erklärte er seinen Aktionären, wie derzeit der Breitband-Ausbau der Telekom in den meisten Fällen erfolgt: Das Kupferkabel bis zum Multifunktionsgehäuse wird durch Glasfaserkabel ersetzt und dann die Kupferleitung weiter genutzt. "So können wir bis Mitte 2019 [zusammen mit den Wettbewerbern, Anm. der Redaktion] 95 Prozent aller Haushalte mit hohen Bandbreiten versorgen", so Höttges. Die Telekom alleine erreiche 80 Prozent.

Kritisiert wird die Telekom immer wieder dafür, dass sie nicht direkt Glasfaserleitungen bis zu den Kunden nach Hause verlegt. Dem entgegnete er: "Natürlich hätten wir stattdessen auch Glasfaser bis in die Häuser legen können. Aber bis 2019 hätten wir dann nur einen Bruchteil geschafft. 10 Prozent." Jetzt aber erfolge der nächste Schritt mit dem Ausbau bis zum Haus der Kunden, etwa in Bautzen, Vorpommern-Rügen und Naumburg/Saale mit zusammen 142.000 Haushalten. Und er versprach, ab 2021 jedes Jahr zwei Millionen haushalte direkt mit Glasfaserleitungen anzuschließen – wenn die Politik die richtigen Rahmen setzt. Damit meint er, dass die Glasfaserleitungen nicht reguliert werden dürfen.



Bildquelle kleines Bild: Thorsten Neuhetzki / inside handy | Autor: Thorsten Neuhetzki
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