Ausbau Telekom plant insgesamt 9.000 neue Mobilfunk-Sender

vom 25.05.2018, 12:33
Telekom-Chef Tim Höttges
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Die Telekom will weiter und noch mehr in die deutsche Netz-Infrastruktur investieren. Das sagte Tim Höttges, Vorstandschef der Deutschen Telekom, sowohl auf der Jahreshauptversammlung des Unternehmens Mitte Mai aber auch auf dem Kapitalmarkttag des Unternehmenes diese Woche. Nicht nur Mobilfunk-, sondern vor allem Festnetzkunden sollen davon profitieren. Die inside handy Redaktion fasst die Details zusammen.

Vergangenes Jahr habe die Telekom in Deutschland 5,4 Milliarden Euro allein in Netze investiert, sogate der Vorstandsvorsitzende auf der Jahreshauptversammlung. "Niemand in Deutschland kümmert sich so sehr um Netze wie Ihre Deutsche Telekom", sagte er gerichtet an die Aktionäre. So werde man auch die noch existierenden Funklöcher im Mobilfunk schließen. Eigens dafür investiere die Deutsche Funkturm, eine Tochtergesellschaft der Telekom, die Sendemasten und Funktürme errichtet, betreibt und vermietet, ihre Investitionen. In diesem Jahr sollen 1.200 neue Standorte gebaut werden. Kommendes Jahr werden weitere 2.000 Standorte folgen, versprach Höttges. "Bis Ende 2018 versorgen wir 95 Prozent der Bevölkerung mit LTE", so der Vorstandschef. 

Doch dann soll noch lange nicht Schluss sein. Von insgesamt 27.000 Basisstationen im Jahr 2017 will die Telekom bis 2021 die Anzahl der Standorte auf 36.000 erhöhen. Hinzu kommen noch sogenannte Small Cells für die Verdichtung innerstädtischer Bereiche. Dabei handelt es sich um Sender, die nur einen sehr überschaubaren Radius versorgen, aber viel Kapazität und Bandbreite liefern. Verwendet werden sie beispielsweise in Fußgängerzonen oder Bahnhöfen und Flughäfen. In Bezug auf die LTE-Netzabdeckung bedeuten diese Ausbaupläne, dass nach 95 Prozent Abdeckung Ende dieses Jahres für Ende 2019 eine Abdeckung in der Bevölkerung von 98 Prozent erreicht werden soll. Dabei wird sicherlich auch der Einsatz von LTE 900 helfen.

Mit Blick auf die anstehende Vergabe von Frequenzen für den neuen 5G-Standard appellierte er noch einmal, dass die Unternehmen jeden Euro nur einmal ausgeben könnten. "Entweder für Frequenzspektrum. Oder für den Ausbau des Netzes. Mein Vorschlaf wäre: für den Ausbau". Doch entgegen seiner Hoffnungen hat die Bundesnetzagentur die Versteigerung der Frequenzen angeordnet, die entsprechendes Kapital binden wird. Darauf ging er genau so wenig ein wie die sich abzeichnende Verzögerung des ganzen Verfahrens bis ins kommende Jahr hinein.

Bis 2019 100 Mbit/s für 70 Prozent der Haushalte

Doch auch im Festnetz werde die Telekom weiter investieren - und das ausschließlich in Glasfaser. Anhand einer im Saal der Jahreshauptversammlung aufgebauten fiktiven Baustelle erklärte er seinen Aktionären, wie derzeit der Breitband-Ausbau der Telekom in den meisten Fällen erfolgt: Das Kupferkabel bis zum Multifunktionsgehäuse wird durch Glasfaserkabel ersetzt und dann die Kupferleitung weiter genutzt. "So können wir bis Mitte 2019 [zusammen mit den Wettbewerbern, Anm. der Redaktion] 95 Prozent aller Haushalte mit hohen Bandbreiten versorgen", so Höttges. Die Telekom alleine erreiche 80 Prozent der Haushalte mit dem Kupfer-Glasfaser-Netzz und mindestens 50 Mbit/s.

Durch den Ausbau von VDSL Vectoring sollen zum Jahresende 2019 rund 70 Prozent der Haushalte Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s buchen können. In der zweiten Jahreshälfte 2018 startet die Deutsche Telekom zudem den Rollout von Super-Vectoring. Damit sollen die Kunden über die Kupferleitung bis zu 250 Mbit/s nutzen können. Die Mindestdatenrate für diese Anschlüsse liege bei 105 Mbit/s, so die Telekom. Bis Ende dieses Jahres sollen 15 Millionen Haushalte diese Bandbreite buchen können.

Telekom will ab 2021 jedes Jahr Glasfaser für 2 Millionen Haushalte verlegen

Kritisiert wird die Telekom immer wieder dafür, dass sie nicht direkt Glasfaserleitungen bis zu den Kunden nach Hause verlegt, sondern auf VDSL Vectorig und jetzt Super Vectoring setzt. Dem entgegnete er: "Natürlich hätten wir stattdessen auch Glasfaser bis in die Häuser legen können. Aber bis 2019 hätten wir dann nur einen Bruchteil geschafft. 10 Prozent." Jetzt aber erfolge der nächste Schritt mit dem Ausbau bis zum Haus der Kunden, etwa in Bautzen, Vorpommern-Rügen und Naumburg/Saale mit zusammen 142.000 Haushalten. Und er versprach, ab 2021 jedes Jahr zwei Millionen Haushalte direkt mit Glasfaserleitungen anzuschließen – wenn die Politik die richtigen Rahmen setzt. Damit meint er, dass die Glasfaserleitungen aus seiner Sicht nicht reguliert werden dürfen.



Bildquelle kleines Bild: Thorsten Neuhetzki / inside handy | Autor: Thorsten Neuhetzki
News bewerten:
 
9 / 10 - 4Stimmen

* Dieser Link führt auf eine kommerzielle Seite außerhalb von inside handy. Wenn dort Umsatz erzielt wird, erhält unser Verlag von dem dortigen Anbieter eine Provision. Durch diese Provision erhalten wir einen Beitrag zur Finanzierung unseres Angebots, um es weiterhin für alle Leser kostenfrei erhalten zu können.

Themen dieser News: Telekom, DSL und Breitband, Internet & Digitale Welt, Unternehmen und Märkte

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen