Verspätete Vergabe Frequenzversteigerung für 5G verzögert sich um fast ein Jahr

vom 16.05.2018, 09:57
Telekom-Chef Tim Höttges auf dem MWC 2017 in Barcelona.
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke

Gut Ding will Weile haben – das gilt wohl auch für die Vergabe der Frequenzen für die nächste Generation. Wie das Handelsblatt heute vorab berichtet, sollen die Frequenzen erst im ersten Quartal 2019 versteigert werden. Das wäre dann nahezu ein Jahr später als geplant.

Zuletzt kursierte der Mai diesen Jahres als möglicher Termin. Das "Handelsblatt" beruft sich dabei auf einen Zeitplan, der der Zeitung vorliegt. Dieser sei zu Beginn der Woche dem Beirat der Agentur vorgestellt worden, was der CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer dem Blatt bestätigte.

Hintergrund für die Verzögerung sei ein politischer Streit zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Bundesnetzagentur, berichtet das Blatt. Dabei geht es um Auflagen,die Netzbetreiber erfüllen müssen. So fordert die CSU eine flächendeckende Versorgung und zugleich hohe Erlöse, mit denen der Breitbandausbau und die Digitalisierung von Schulen finanziert werden soll.

Streit zwischen Bundesverkehrsministerium und Bundesnetzagentur

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mit einem Mobilfunkgipfel im Juli "eine Bedienungsanleitung erstellen, mit der wir eine möglichst weitgehende Versorgung garantieren". Bei der BNetzA hingegen will man nur wirtschaftlich realistische Auflagen erteilen und pocht bei der Entscheidung auf ihre Unabhängigkeit, da sie sich nur mit dem Beirat verständigen muss. Der Beirat ist zusammengesetzt aus Politikern des Deutschen Bundestages und Vertretern der Bundesländer. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte den Inhalt des Artikels indirekt gegenüber inside handy: "Wir wollen die Frequenzen so schnell wie möglich versteigern. Wahrscheinlicher Termin ist Anfang 2019."

Das Handelsblatt wird etwas konkreter: In der Beiratssitzung habe BNetzA-Präsident Homann verkündet, dass es eine Versteigerung der Frequenzen geben werde. Betroffene haben nun einen Monat Zeit, Einspruch zu erheben. Am 24. September werde der Beirat zusammentreten und Entwürfe für die Vergabebedinungen vorlegen, am 26. November sollen diese dann final beschlossen werden so dass dann das Zulassungsverfahren für die Auktion und die Versteigerung selber beginnen kann.

"So verlieren wir ein Dreivierteljahr beim Rollout von 5G", zitiert das Handelsblatt nicht näher definierte Regierungskreise. Die Große Koalition hat das Ziel, dass Deutschland als eine der ersten Nationen weltweit ein 5G-Netz aufbaut. Mit ersten Anwendungen wird im Jahr 2020 gerechnet.



Bildquelle kleines Bild: 3GPP | Autor: Thorsten Neuhetzki
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Themen dieser News: Mobilfunktechnik, Mobilfunk-News

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