Der Mobilfunk-Kundenverlust bei Vodafone geht weiter

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Die Kundenzahlen bei Vodafone gehen weiter zurück – zumindest im originären Mobilfunkgeschäft. Immerhin: Die Umsätze steigen. Im Festnetzmarkt hingegen kann sich Vodafone in seiner Kabelstrategie bestätigt fühlen: Hier sind nicht nur die Umsatzzahlen erfreulich, sondern auch das Wachstum der Kundenzahlen. Das geht aus den heute vorgelegten Quartalszahlen hervor, die für Vodafone gleichzeitig den Abschluss des Geschäftsjahres 2017/2018 bedeuten.

Nachdem Vodafone im eigentlich starken Weihnachtsgeschäft im Mobilfunksegment schon ordentlich Federn lassen musste und 245.000 Kundenkontakte verlor, sind es nun noch einmal 261.000 Kunden, die Vodafone in seiner Bilanz verliert. Somit bleiben zum Stichtag 31. März 2018 noch 30,169 Millionen Kunden bei Vodafone – 551.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Immerhin: Der Verlust geht weitgehend auf den Rückgang im traditionell eher schwachen Prepaid-Segment zurück. Denn der Anteil der Vertragskunden wuchs von zuletzt 17,248 Millionen Kunden auf nun 17,460 Millionen Vertragsbeziehungen. Binnen Jahresfrist sind es sogar 657.000 Verträge, die die Düsseldorfer dazu gewinnen. Damit ist die Entwicklung genau gegenläufig zum Branchenprimus Telekom. Der Bonner Mobilfunkanbieter verlor alleine bei Laufzeitverträgen binnen eines Quartals 785.000 Kunden. Durch 390.000 neue Prepaid-Kunden wurde der Gesamtverlust auf 400.000 Kundenbeziehungen reduziert.

Auch bei den im Vodafone-Netz geschalteten SIM-Karten konnte Vodafone unterm Strich zulegen: Inklusive aller IoT-SIM-Karten und den Karten von Partner-Providern waren zum Stichtag Ende März 46,3 Millionen Vodafone-Deutschland-SIM-Karten aktiv – 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Unterm Strich bleibt ein Serviceumsatz von 1,501 Milliarden Euro im Mobilfunk – 39 Millionen Euro weniger als im Vorquartal. Auch der ARPU, also der durchschnittliche Umsatz pro Kunde – sank gegenüber dem Vorquartal um 40 Cent pro Monat und Kunde auf jetzt noch 15 Euro. Ein Jahr zuvor lag er bei 14,90 Euro.

Festnetzmarkt wächst im Kabel und Breitband

Vodafone will – nach der Übernahme von Kabel Deutschland vor einigen Jahren – jetzt auch Unitymedia übernehmen. Die Strategie scheint aus Sicht des Düsseldorfer Anbieters sinnvoll – denn mit dem Breitbandkabel hat der Anbieter uneingeschränkten Erfolg. Stolze 6,620 Millionen Kunden zählt man jetzt im Festnetz – 3,598 Millionen von Ihnen surfen über das Koaxial-Kabel, der Rest nutzt VDSL, DSL oder andere Zugangsformen. Beachtlich sind die Kundenzuwächse binnen Jahresfrist: 7,7 Prozent mehr Kabelkunden und 3,6 Prozent mehr (V)DSL-Kunden waren aktiv. Auch auf Quartalssicht hat Vodafone hier zugelegt: Um 1,2 Prozent wuchs die Zahl der Festnetzkunden hier insgesamt.

Nach Angaben von Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter geht der Erfolg der Breitband-Produkte vor allem auf die Nachfrage der Kunden nach hohen Bandbreiten zurück. „Über 70 Prozent unserer Kabel-Neukunden entscheiden sich mittlerweile für 200, 400 oder 500 MBit/s schnelle Tarife.“ In ersten Pilotstädten sei die Analogabschaltung erfolgreich verlaufen und die Grundlage für Gigabit-Geschwindigkeiten im Kabel wurde gelegt. Die freigewordenen Frequenzen werden künftig für den neuen Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 verwendet, der diese Geschwindigkeiten bietet.

Der Erfolg der Kabelnetze macht sich auch beim Service-Umsatz bemerkbar, der bei 1,135 Milliarden Euro im Berichtsquartal lag. Das sind 10,9 Prozent mehr als im Vorquartal bzw. 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Hier sind jedoch auch Ausgleichszahlungen aus einem beigelegten Rechtsstreit enthalten. Dabei handelt es sich um bei Streitigkeiten mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern um die Einspeisung der Sender und die damit verbundenen Entgelte. Dieser Einmaleffekt ist relativ groß. Ohne hin bleibt aber immer noch ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,2 Prozent.

Quellen:

  • Vodafone

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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 bei inside handy als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht, schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen, der schon seit vielen Jahren Bayern München die Treue hält, angetan.

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