Test Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis immer noch? OnePlus 6 im Test: Rakete ohne Sonderausstattung

vom 01.07.2018, 12:08
OnePlus 6
Bildquelle: Michael Büttner

Das OnePlus 6 zählt neben dem LG G7 ThinQ und dem Huawei P20 Pro zu den aktuell neuesten Flaggschiff-Modellen auf dem Smartphone-Markt. Mittlerweile geht das oft als Flaggschiff-Killer bezeichnete Smartphone in die siebte Generation. Doch kann es erneut mit überdurchschnittlicher Ausstattung zum Top-Preis überzeugen oder fehlt dem chinesischen Top-Modell ein besonderes Feature das es auszeichnet, wie etwa die Triple-Kamera des P20 Pro?

Während Samsung, Huawei oder LG für ihre Top-Smartphones zum Marktstart mittlerweile Preise von knapp 1.000 Euro aufrufen, bleibt OnePlus bodenständig. Für das Modell mit 64 GB internem Speichervolumen und 6 GB RAM verlangen die Chinesen rund 520 Euro. Für 100 Euro mehr gibt es das OnePlus 6 mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Datendepot. Und selbst dieser Preis liegt etwa 300 Euro unter dem des Huawei P20 Pro oder des Galaxy S9. Nun muss das OnePlus 6 noch zeigen, dass es in der Champions League der Smartphone-Hersteller um den Pokal mitspielen kann.

OnePlus 6 – Die technischen Daten

Wenn es um Prozessor, Display oder Kamerasensoren geht, setzt OnePlus seit jeher auf die neuesten Bauteile. Das ist auch bei der siebten Generation der Fall. In nahezu allen Bereichen wurde die Hardware verbessert.

 OnePlus 6
 
OnePlus 6
Display 6.28 Zoll, 1.080 × 2.280 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.1 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Octa-Core 2,8 GHz
RAM 6/8 GB
interner Speicher 64/128/256 GB
MicroSD nein
Kamera vorne/hinten 16 MP/
20 und 16 MP (Dual Kamera)
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.300 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung Schutz vor Spritzwasser
Abmessungen (mm) 155,7 × 75,4 × 7,75
Farben Schwarz, Weiß, Grau
Einführungspreis 519 EUR
Aktueller Marktpreis 519 EUR

Design und Verarbeitung

Mirror Black, Midnight Black und Silk White: Bei der ersten Betrachtung des OnePlus 6 fallen sofort die drei unterschiedlichen Farben ins Auge, die jeweils auch eine leicht veränderte Haptik bieten. Das besondere daran sind aber nicht die Farbtöne, sondern das Gesamtkonzept. Mit jeder Farbe ändert sich der Charakter des OnePlus 6.

Das Spiel mit Farben und Licht

Die hochglänzende Version "Mirror Black" erinnert stark an Konkurrenten wie das Galaxy S9. Mit ihr begibt sich OnePlus voll in den Mainstream und zeigt, dass man raus will, aus dem Nischendasein. Dabei wirkt das Design etwas abgekupfert und nicht ganz so elegant und hochwertig wie bei anderen Herstellern. Da kann auch das eingebaute "S" in den Spiegelungen nicht helfen. Das mehrschichtige Glas erreicht nicht die Tiefe eines Galaxy S9 oder den Glanz eines HTC U11.

Das Hauptmodell und die Variante, die wohl am häufigsten den Weg zum Käufer finden dürfte, nennt OnePlus Midnight Black - jene Version, die auch der Redaktion zum Test vorliegt. Das Design wirkt dabei klassisch; mattes schwarz vermittelt einen hochwertigen Eindruck, was durch einen matten, gleichfarbigen Rahmen und einer Heck-Oberfläche, die schimmert, ohne zu glänzen, verstärkt wird. Bei Lichteinfall zeigt die gläserne Rückseite aber, dass sie nicht einfach nur matt ist. Im Schein einer Lichtquelle werden abermillionen winzige Punkte sichtbar, die entweder an eine Metallic-Lackierung eines Autos oder aber an ein RGB-Bildschirm erinnern, den man aus nächster Nähe betrachtet. Zudem erscheint - je nach Lichteinfall - ein "S", das auf die unterschiedlich angeordnete Löcher in den verschiedenen Schichten des Abdeckglases zurückzuführen ist. Darüber hinaus erweckt das mitternachtsschwarze Modell nicht den Anschein, dass die Rückseite aus Glas besteht. Schnell könnte man meinen, dass es sich bei dem Material um Metall handelt. Es ist jedoch die für Metall typische niedrige Temperatur, die man beim Anfassen vermisst und die es als Glas enttarnt.

Das krasse Gegenteil zum Klavierlack des tiefschwarzen Models ist das Design der Variante "Silk White". Das matte Finish, das durch Perlenstaub zwischen den Glasschichten erreicht wird, zeigt sich unorthodox und sehr gefällig. Der glanzlose Rahmen besitzt einen natürlichen metallischen Schimmer und ist bei der Farbgestaltung in Rose-Gold nicht jedem Nutzer zu empfehlen. Jedoch harmonieren die Farben hervorragend und es entsteht ein sehr angenehmes Design, das so nicht überall vorzufinden ist. Das Besondere jedoch ist, dass sich die unterschiedlichen rückseitigen Beschichtungen auch unterschiedlich anfühlen.

OnePlus geht den Modetrend mit

Das OnePlus 6 wirkt beim ersten Mal in der Hand etwas zu rund, zu wenig griffig und fast schon einen Tick zu groß. Zudem erinnert es an das runde Design eines Galaxy S9. Nimmt man sich jedoch etwas Zeit und lässt sich auf das neue High-End-Modell aus China ein, zeigt es, dass es mehr zu bieten hat, als nur abgerundete Gehäusekanten. Auch die Größe schrumpft geistig, wenn man sich den geringen Rahmenflächen um das Panel herum bewusst wird.

Die feinen Nuancen der drei Farben in der Haptik kommen beim direkten Vergleich zum Tragen: Das glänzend-schwarze Modell wirkt mit der Zeit etwas weniger hochwertig als die beiden matten Varianten. Gerade das weiße OnePlus 6 überrascht in der Hand mit einem Gefühl von Keramik, auch wenn dort das harte Material nicht verbaut wurde.

OnePlus 6 Pressebilder

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    Pressebilder des OnePlus 6
    Bildquelle: OnePlus
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    Pressebilder des OnePlus 6
    Bildquelle: OnePlus

Die Formgebung ist trotz allem recht feminin geraten, was dazu führt, dass das OnePlus 6 sehr sanft und geschmeidig in der Hand liegt. Damit befindet es sich tief in der Handfläche. Ein sicherer Griff ist auch mit durchschnittlich großen Händen möglich. Die zum Teil etwas glatten Oberflächen brauchen jedoch genau diesen festen Griff, damit das neue Flaggschiff nicht aus der Hand rutscht. Halt finden die Finger an den mechanischen Steuerelementen wie dem Power-Button, der Lautstärkewippe und dem Fingerabdruck-Sensor. Er ist in die Rückseite eingelassen und kann mit dem Zeigefinger ordentlich erreicht werden. Der Slider zum Stummschalten des Smartphones liegt jedoch nur knapp in der Reichweite des Daumen. Hier hätte OnePlus einen Zentimeter weniger Raum lassen können.

Wie schon beim Vorgängermodell 5T wurde die untere Rahmenkante etwas angeschrägt - heißt, sie läuft schräg zur Rückseite hin weg. Damit ist das Handy von hinten betrachtet etwas kürzer als von vorne. Das mag zwar ein Designmerkmal sein, hat jedoch den Nachteil, dass der USB-Stecker beim Laden halb hervorsteht. Man mag es als Charakter auslegen, man kann jedoch auch die Meinung vertreten, dass OnePlus hier auf biegen und brechen eine eigene Design-Idee unterbringen wollte.

OnePlus 6 - Hands-On

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    Das OnePlus 6 im Hands-On von inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner
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    Das OnePlus 6 im Hands-On von inside handy
    Bildquelle: Michael Büttner

Verarbeitung auf Top-Niveau

An der Verarbeitung lässt sich kaum negative Kritik äußern. Spalten oder Grate lassen sich nicht ertasten und auch die Öffnungen im Metallrahmen sind ohne scharfe Kanten ausgeführt. Die Buttons und auch der Slider tasten beziehungsweise rasten satt und wirken stabil. Hier wandelt OnePlus auf guten alten Pfaden. Sucht man das Haar in der Suppe, lässt sich das Schutzglas des Kameramoduls respektive sein Einbau kritisieren. Es fehlt ein Zehntel Millimeter, damit das Glas bündig mit dem das Modul umgebenden Rahmen abschließt. So sammelt sich schnell Schmutz in den Kanten, was sich durchaus negativ auf die Fotoqualität auswirken kann.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner | Autor: Blasius Kawalkowski
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Themen dieser News: OnePlus, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Testcenter

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