Test Gehobene Einsteiger-Klasse HTC Desire 12 im Test: Glanz-Gehäuse ohne nennenswerte Qualitäten

vom 23.06.2018, 12:59
HTC Desire 12 Titelbild
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy

Nach anderthalb Jahren Abwesenheit bringt HTC mit dem Desire 12 ein neues Handy aus der Preis-Leistungs-Serie auf den Markt. Das Modell geht mit einem modernen 18:9-Display und einem Preis von knapp 200 Euro auf Kundenfang. Warum interessierte Nutzer jedoch lieber weit weglaufen sollten, klärt der folgende Test von inside handy.

Der taiwanische Hersteller bringt seine Desire-Serie zurück: Mit dem HTC Desire 12 und Desire 12+ stellt das Unternehmen zwei neue Modelle aus dem gehobenen Einsteiger- beziehungsweise unterem Mittelklasse-Segment vor. Ersteres Handy erinnert dabei an das HTC Desire 10 Lifestyle. Die verwendete Technik und das Kamera-Modul könnten dabei direkt vom Vorgänger aus dem Jahr 2016 stammen. Es wurden jedoch auch Modernisierungen wie ein 18:9-Bildschirm und der Wechsel auf einen MediaTek-Prozessor vorgenommen. Einen Überblick über die Hardware des HTC Desire 12 gibt die folgende Tabelle.

 HTC Desire 12
 
HTC Desire 12+
Bildquelle: HTC
Display 5,5 Zoll, 720 x 1.440 Pixel
Betriebssystem-Version Android 7.0 (Nougat), HTC Sense
Prozessor MediaTek MT6739 Quad-Core (4 x 1,3 GHz)
RAM 2 / 3 GB
interner Speicher 16 / 32 GB
MicroSD ja ( 2 TB)
Kamera vorne/hinten 5 / 13  Megapixel
Fingerabdruckscanner nein
Akku 2.730 mAh
induktives Laden nicht möglich
USB-Port USB 2.0 Micro-B
IP-Zertifizierung keine
Abmessungen (mm) 148,5 x 70,8 x 8,2
Farben

Schwarz, Silber

Einführungspreis 199 EUR
Veröffentlichung 4. Mai 2018

Design und Verarbeitung

Es glänzt wie ein Großer: Das HTC Desire 12 möchte mit seiner schimmernden Glasrückseite einen hochwertigen Eindruck vermitteln. Das gelingt ihm jedoch nur teilweise. Denn in seiner Gesamtheit wirkt das HTC Desire 12 eher altbacken. Das beginnt schon beim Design: So erinnert das Smartphone bei der Positionierung seiner Komponenten und dem allgemeinen Aussehen an seinen Vorgänger, das HTC Desire 10 Lifestyle. Dieses Modell galt schon in seinem Erscheinungsjahr 2016 als veraltet. Dementsprechend ist auch das Desire 12 weit davon entfernt, aktuellen Design-Ansprüchen zu genügen. Da helfen selbst der 18:9-Bildschirm auf der Front und die durchaus hübsch schimmernde Glasrückseite nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt: HTC verbaut beim Desire 12 viel Plastik. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches für die Preiskategorie bis 200 Euro. Jedoch passt das billige Material nicht zum hochwertigen Eindruck, den das Handy vermitteln will. Hier gehen Anspruch und Wirklichkeit merkbar auseinander. Unter den verbauten Materialien leidet dann auch die Haptik: So wirkt das Smartphone mit gerade einmal 136 Gramm einerseits zu leicht. Andererseits liegt es aufgrund seiner flachen Rückseite sehr sperrig in der Hand des Nutzers.   

HTC Desire 12: Hands-On

  • 1/13
    Das HTC Desire 12 besitzt ein 5,5-Zoll-Display
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
  • 2/13
    Die Auflösung des 18:9-Bildschirms beträgt 720 x 1.440 Pixel (HD+)
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Wirklich überzeugen kann das Desire 12 nur bei der Verarbeitung. Denn scharfe Kanten oder Spaltmaße sind praktisch nicht vorhanden. Dank Unibody wirkt alles wie aus einem Guss. Auch die Verarbeitung und Haptik der Tasten sind gelungen. Der Glasrücken sorgt derweil dafür, dass die Hinterseite des HTC Desire 12 stabil bleibt. An der Front fehlt diese Sicherheit und sie gibt beim Belastungstest dementsprechend nach. Wie für ein Preis-Leistungs-Modell üblich, kommt das Desire 12 ohne IP-Zertifizierung und damit ohne Schutz gegenüber Wasser und Staub aus.  

Die Verpackung des HTC-Smartphones bietet wenig Überraschendes. So ist das Smartphone in einem Karton-Schuber verpackt, in dem sich auch der Netzstecker, das USB-Kabel und die Kopfhörer befinden. Zusätzlich ist noch viel Dokumentation an Bord. Besonderheiten sucht der Nutzer hingegen vergebens.

Auf die Glasrückseite beschränkt könnte das HTC Desire 12 noch als hochwertig durchgehen. Der Rest des Handys vermittelt jedoch einen anderen Eindruck: Das altbackene Design und die verbauten Materialien zeigen, dass es sich um ein Modell des unteren Preis-Leistungs-Segment handelt.

Einzelwertung: 3 von 5 Sternen

Display

5,5 Zoll, HD+-Auflösung und 18:9-Format: Das Display des HTC Desire 12 haut niemanden vom Hocker. Der eher niedrigen Pixeldichte von 293 ppi zum Trotz stellt der Bildschirm aber Inhalte schön scharf da. Bei Farben und Kontrasten weiß das IPS-Panel des Smartphones ebenfalls zu gefallen. Wem die Darstellung zu kühl ist, der kann sie in den Display-Einstellungen wärmer machen. Dort gibt es auch einen Blaulichtfilter für die schonende Nutzung bei Nacht.

Displayeinstellung des HTC Desire 12
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy

Bei der Display-Beleuchtung enttäuscht das Desire 12 hingegen. Die höchste Helligkeitsstufe des Bildschirms ist gerade einmal für Innenräume akzeptabel. Direkte Sonneneinstrahlung sorgt derweil für enorme Probleme bei der Lesbarkeit. Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet schnell, reguliert jedoch viel zu zaghaft. So leuchtet das Display in einem dunklen Raum nur marginal schwächer als draußen bei Tageslicht. Trotz dieser Probleme kann die Blickwinkelstabilität des HTC Desire 12 jedoch überzeugen. Inhalte lassen sich selbst von einem 80-Grad-Winkel aus noch gut ablesen.

Gut, aber nicht herausragend: So lässt sich der Bildschirm des HTC Desire 12 beschreiben. Das IPS-Display hat seine gewohnten Stärken bei der Darstellung von Inhalten und Farben. Jedoch stören die Helligkeits-Probleme.

Einzelwertung: 3 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Verkehrte Welt: Während viele Hersteller sich mittlerweile komplett von MediaTek-Prozessoren abgewendet haben, greift HTC für das Desire 12 auf einen SoC des taiwanischen Chip-Herstellers zurück. Beim großen Bruder, dem Desire 12+, sowie dem Vorgänger, dem Desire 10 Lifestyle, kommen und kamen noch Qualcomm-Prozessoren zum Einsatz. Der MediaTek MT6739 im Desire 12 besitzt vier Kerne, die mit bis zu 1,3 GHz takten. An dessen Seite reihen sich 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB interner Speicher auf. Letzterer lässt sich per Micro-SD-Karte um maximal 2 TB erweitern.



Bildquelle kleines Bild: HTC | Autor: David Gillengerten
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Themen dieser News: Testcenter, Android, Handys unter 200 Euro, Handys unter 400 Euro, HTC, Mobilfunktechnik, Smartphones, Technik

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