Test Zwischen Hitzewallung und Coolness Honor 10 im Test: Heißer Preis-Leistungs-Tipp

vom 15.05.2018, 16:30
Honor 10 im Test
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Das neue Honor 10 setzt mit Huawei-Technik und –Software voll auf die Preis-Leistungs-Schiene. Das Frühjahrs-Flaggschiff ist zwar ein Verwandter des Huawei P20. Allerdings gibt es auch Differenzen. Worin diese liegen, zeigt der Testbericht des Honor 10.

Kirin-Prozessor und EMUI-Software: Auch wenn die Unternehmen Huawei und Honor darauf achten, verschieden zu sein, kann eine gewisse Verwandtschaft zwischen den Firmen und den Smartphone-Modellen nicht von der Hand gewiesen werden.

Im Test gibt es dadurch aber keine Vorteile: Auch das Honor 10 muss sich alleine beweisen: Hat die Kamera dieselbe KI-Power wie die P20-Serie? Kann der Akku mit seinen 3.400 mAh das halten, was er verspricht? Ist das Handling edel, wie die Flaggschiff-Innereien vermuten lassen oder hat Honor hier gespart und setzt auf eine, dem Preis angemessene und mittelklassige Verarbeitung? Diese und mehr Fragen beantwortet der folgende Testbericht.

 Honor 10
 
Honor 10
Display 5,8 Zoll, 1080 x 2280 Pixel, 19:9
Betriebssystem-Version Android 8.1 (Oreo), EMUI 8.1
Prozessor Kirin 970
Octa-Core / 8 x 2,36 GHz
RAM 4 GB
interner Speicher 64 / 128 GB
MicroSD nein
Kamera vorne/hinten 24 MP / 24 MP
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.400 mAh
induktives Laden nein
USB-Port USB 2.0 Typ-C
IP-Zertifizierung Kein besonderer Schutz
Abmessungen (mm) 150 × 71 × 7,7
Farben

Schwarz, Silber, Blau, Grün

Einführungspreis 399 EUR (64 GB) / 449 Euro (128 GB)
Marktstart  15. Mai 2018

Design und Verarbeitung

Notch, Glas und ein wenig Metall. Das Honor 10 weist alle Merkmale auf, die ein Smartphone-Flaggschiff 2018 in der Regel bietet. Honor legt sogar noch einen drauf: Der Fingerabdruck-Sensor liegt unter dem Display-Glas – nicht aber unter dem Display. Hier bleibt also ein kleiner aber feiner Unterschied zu dem Feature, das auch bei Samsung und Apple erwartet wird und das der chinesische Hersteller Vivo bereits zeigte. Außerdem mit dabei beim Honor 10: Ein Klinkenstecker. Zusammen mit den beschriebenen Flaggschiff-Features, die von außen sichtbar sind, bietet das Honor 10 also ein komplettes Rundum-Sorglos-Paket.

Die Unterschiede zu 900-Euro-Smartphones muss man schon suchen. Und man findet sie: Das Honor 10 ist nicht IP-zertifiziert. Besonderer Staub- und Wasserschutz ist von Haus aus also nicht gewährleistet.

Hands-On des Honor 10

Das Honor 10 besticht geradezu durch eine perfekte Verarbeitung. Die Rückseite schmiegt sich dank leicht abgerundeten Kanten schön in die Hand. Die Fläche an sich fühlt sich nach längerer Zeit aber nicht mehr nach dem Glas an, das es sein soll – vielmehr erhält der Betrachter den Eindruck eines Plastikgehäuses. Unter Volllast macht sich teilweise ein extremer Temperaturanstieg an Teilen des Hecks bemerkbar.

Unterbrochen wird die sehr glatte und Fingerabdruck-freudige Platte vom Kamera-Modul, das in der Ecke scharfkantig heraustritt und die Doppel-Kamera beherbergt. Die Honor-Kamera greift nicht auf die Leica-Expertise zurück, zumindest nicht offiziell. Statt des Label-Schriftzugs des deutschen Kamera-Herstellers prangt lediglich die Information "AI Camera" neben den Foto-Objektiven. In der unteren Hälfte der Rückseite hat sich zudem noch Honor selbst per Schriftzug verewigen lassen.

Der Weg zur Vorderseite des Handys führt über den Metallrahmen, der bei den Übergängen zur Rückseiten-Glasplatte sowie zum Display kleine, aber gleichmäßige Falze aufweist. Dieser Rahmen beherbergt die üblichen Bestandteile: SIM-Schublade, Lautstärke-Wippe, Power-Button, Lautsprechergitter, USB-C-Anschluss und Klinkenstecker. Der Vollständigkeit halber gehören auch die Mikrofon-Öffnung und der Infrarot-Sensor auf dem oberen Rahmen dazu. Durch diesen und den Klinkenstecker, ist die Rahmengestaltung zwar weniger symmetrisch als beim Huawei P20, dafür aber als umso vollständiger zu beschreiben.

Honor 10 im Test: Hands-On

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    Das Honor 10 von allen Seiten
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
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    Das Honor 10 von allen Seiten
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Auf der Display-Seite gibt es trotz 80 Prozent "Screen-to-Body-Ratio", also dem Verhältnis von Display- zu Gesamtfläche, noch einiges zu entdecken. Hier wäre einmal die "Notch", der Display-Steg, der beim Honor 10 tatsächlich "Notch" und nicht wie bei Huawei "Einschnitt" genannt wird. Dieser beherbergt den Näherungssensor, die Frontkamera und die Ohrmuschel zum Telefonieren. Der Steg ist etwas rundlicher als zum Beispiel bei Notch-Konkurrenten und mündet in einem 2 Millimeter dünnen Rahmen, der sich auf der Vorderseite rund um die Anzeigefläche schlängelt. Randlos oder nahezu randlos ist das Honor 10 also nicht.

Unterhalb des Displays ist der Rand allerdings nicht ungenutzt. Hier steckt der Fingerabdrucksensor, der allerdings nicht haptisch fühlbar ist. In der zugehörigen Marketinglektüre wirbt der Hersteller damit, dass das Honor 10 den ersten Fingerabdruck-Sensor unter Glas verbaut, dessen Handy weniger als 1.500 Euro kostet. In Sachen europäischer Markt dürfte dies sogar stimmen. Der Sensor selbst ist durch eine feine Punktlinie kenntlich gemacht worden und wirkt insgesamt ähnlich gequetscht, wie die Fingerabdrucksensoren des Huawei P20 und P20 Pro.

Die Haptik des Honor 10 ist insgesamt sehr gut. Das Handy ist an sich nicht klein, aber da gibt es deutlich größere Vertreter auf dem Markt. Für ein Handy mit Aktualitätsanspruch ist es gut zu Bedienen und schick in der Hand zu halten – Hitzewallungen einmal ausgeklammert.

Unboxing: Das steckt im Lieferumfang des Honor 10

Das Test-Exemplar, das der Redaktion von inside handy von Honor zur Verfügung gestellt wurde, kam zwar in einer verkaufsfertigen Box, hier drin fehlt allerdings das In-Ear-Headset, das Kunden, die das Handy regulär laufen, erhalten.

Zusammen mit dem Netzstecker und einem USB-C-Kabel darf der Lieferumfang also als vollständig beschrieben werden. Einen Zusatz gibt es aber doch noch: In der Packungsbeilage der weißen Papp-Box befindet sich außerdem nämlich noch eine transparente Silikon-Schutzhülle. Diese schließt fast bündig mit der Kamera auf der Rückseite ab und nimmt dem Kritikpunkt der Scharfkantigkeit ein wenig den Wind aus den Segeln. Hierfür ist die permanente Anbringung der Schutzhülle Pflicht.

Unter der Schutzhülle leidet aber auch der sonst angenehme Druckpunkt der haptischen Tasten auf dem Rahmen. Insbesondere Screenshots, erstellt durch gleichzeitiges Drücken der Leiser-Taste und des Power-Buttons, lassen sich mit Silikon-Hülle deutlich schwieriger aufnehmen./p>

Der Eindruck der Marke für "digital natives" wird zusätzlich dadurch geschärft, dass dem Honor 10 keinerlei Papier-Anleitungen beiliegen. Die Funktion soll intuitiv erfolgen. Weiß man gar nicht mehr weiter, wird auf die Online-Services verwiesen.

Erhältlich ist das Honor 10 grundlegend in den Farbvarianten Schwarz und Silber. Dazu gesellen sich noch die durch Farbverläufe auffallenden Farben "Phantom Blau" und "Phantom Grün". Letzteres ist, wenn man so will, eine Entsprechung der P20-Pro-Farbe "Twilight".   

Das Honor 10 besticht durch eine tolle Verarbeitung, bei näherem Hinsehen wirkt das Design aber ein wenig uninspiriert, eine Mischung aus Honor 9 und Huawei P20. Klarer Sieger und zukunftsweisend hingegen: Der Fingerabdrucksensor unter Glas. Verlierer: Die fehlende IP-Zertifizierung.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das Notch-Display, wie der Hersteller es nennt, misst in der Diagonalen 5,84 Zoll. Wie üblich im Huawei-Honor-Imperium, gibt es keine Auflösung jenseits von Full HD. So kommt auch beim Honor 9 eine FHD—Auflösung mit 1.080 Pixeln Breite, die in der Länge gemäß 19:9-Format auf 2.280 Pixel langgezogen wird. Hersteller sprechen hier unbestimmt von Full HD+.

Technologisch basiert das Display das Honor 10 nicht auf teurem OLED, sondern auf LCD. Preislich sicherlich begünstigend, ist die Technologie aber auch sonst nicht per se schlecht.



Bildquelle kleines Bild: inside handy | Autor: Michael Stupp
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