Deutsche Telekom Quartalszahlen: Einbruch bei den Vertragskunden

4 Minuten
Zentrale der Deutschen Telekom
Bildquelle: Deutsche Telekom
Die Quartalszahlen für das Q1 2018 der Deutsche Telekom sind offiziell: Das Finanzergebnis lässt sich sehen, die Kundenentwicklung in Deutschland sorgt jedoch für Stirnrunzeln. Das Wachstum im boomenden US-Geschäft lässt dabei nicht nach und auch im Breitbandgeschäft stimmen positive Zahlen zufrieden.

Insgesamt hat die Deutsche Telekom laut den jetzt offiziellen Zahlen für die Zeitspanne zwischen Januar und März einen Gesamtumsatz in Höhe von gut 17,9 Milliarden Euro gemacht. Im ersten Quartal 2017 hatte der Umsatz bei höheren 18,65 Milliarden Euro gelegen. Den größten Anteil am Umsatz hat erneut das USA-Geschäft von T-Mobile US beigesteuert: 8,46 Milliarden Euro. Im Vorjahr belief sich die Zahl mit 8,98 Milliarden Euro ebenfalls auf einem leicht höheren Niveau.

Geschäftszahlen zeigen sich robust

In Deutschland wurden 5,325 Milliarden Euro umgesetzt und damit etwas weniger als zum Auftakt in das Jahr 2017. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt die Telekom im Gesamtkonzern im Jahresvergleich etwas zurück. Er schrumpfte von 5,96 Milliarden Euro im Q1 2017 auf 5,269 Milliarden Euro im Q1 2018. Jedoch leidet darunter nicht der Konzerngewinn: Er steigert sich von 747 Millionen Euro in 2017 auf 992 Millionen Euro. Der prognostizierte Gewinn von etwas mehr als einer Milliarde Euro wurde demnach verfehlt. Zum Vergleich: Das Vorquartal, von Oktober bis Dezember 2017, war wesentlich besser. Der Umsatz betrug 19,16 Milliarden Euro und der Konzerngewinn lag bei 1,33 Milliarden Euro. Alleine das EBITDA lag mit 4,70 Milliarden Euro unter dem aktuellen Niveau.

Kundenschwund bei den Mobilfunk-Verträgen

Im wichtigen Bereich Mobilfunk in Deutschland muss die Deutsche Telekom einen herben Dämpfer einstecken. Die Zahl der Kunden mit Laufzeitvertrag schrumpft im Vergleich mit dem Vorquartal um satte 785.000 Kunden. 390.000 neue Prepaid-Kunden federn den Schwund etwas ab womit unter dem Strich ein Verlust an Mobilfunk-Kunden von knapp 400.000 stehen bleibt.

Die Begründung für den Kundenverlust bleibt knapp: „Dies ist im Wesentlichen auf die saisonalen Geschäftsschwankungen bei einem unserer Service Provider zurückzuführen. Die Anzahl der eigenen Vertragskunden unter den Marken ‚Telekom‘ und ‚congstar‘ konnte aufgrund der hohen Nachfrage nach Mobilfunk-Tarifen mit integriertem Datenvolumen gesteigert werden.“

Besser läuft dieser Bereich in den USA. Dort geht der Boom unentwegt weiter: Auch im ersten Quartal des neuen Jahres kommen die Kunden in Scharen zur Telekom-Tochter T-Mobile. Mit über 1 Million neuer Kunden im Postpaid- und über 200.000 Neukunden im Prepaid-Geschäft kommt man auf der anderen Seite des Teichs auf ein Kundenwachstum von insgesamt knapp 1,5 Millionen Neukunden.

Kundenverlust im Festnetzgeschäft geht weiter

Im Festnetz-Geschäft in Deutschland ging die Zahl der geschalteten Anschlüsse im Frühjahrsquartal ein weiteres Mal zurück – um 90.000 auf 19,15 Millionen. Davon sind inzwischen 12,84 Millionen IP-basiert, werden also für Sprach-Telefonie über Internet genutzt. Bei den Breitband-Anschlüssen gab es ein Quartalswachstum um 148.000 auf 13,36 Millionen – davon 6,232 Millionen Glasfaser-Anschlüsse. Ein TV-Produkt von der Telekom (Produktkategorie: Entertain) nutzen inzwischen knapp 3,2 Millionen Menschen, die Zahl der von Telekom-Wettbewerbern geschalteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) war hingegen einmal mehr stark rückläufig. Hier war im Startquartal des Jahres 2017 ein Rückgang um 292.000 Anschlüsse auf 5,85 Millionen zu verzeichnen.

Stetiges Wachstum prognostiziert

Die Telekom hat auch die Einschätzung der Analysten über zukünftige Umsatz-, Gewinn- und Geschäftsentwicklungen beigefügt. So soll der Gesamtumsatz bis ins Jahr 2022 die Grenze von 80 Milliarden Euro überschreiten. Die Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für alle vier Quartale sollen demnach bei 26,6 Milliarden Euro liegen. Mit zwei Prozent mehr beim Umsatz und knapp vier Prozent mehr beim EBITDA handelt es sich um zurückhaltende Prognosen. Anders sieht es bei den Gewinnen aus: Hier soll eine Steigerung von knapp 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro erfolgen. 

Die hauseigene Prognose für das Geschäftsjahr 2018 hat der Konzern etwas angehoben. Das bereinigte EBITDA soll sich im Gesamtjahr nicht auf 23,2 sondern auf 23,3 Milliarden Euro belaufen.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS