LG fordert Apple heraus: "Die Notch war unsere Idee"

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LG G7 ThinQ
Bildquelle: LG
LG hat mit dem G7 ThinQ die Katze aus dem Sack gelassen und nach langem Warten das Frühjahrs-Flaggschiff mit der gehörigen Portion KI präsentiert. Eine Eigenschaft, die 2018 bei kaum einem Oberklasse-Handy fehlt ist: Der Display-Steg, der im englischsprachigen Raum meist als "Notch" bezeichnet wird. Jetzt beginnt der Kampf um die Deutungshoheit, bei dem sich auch LG einmischt.

Streng genommen: Die Notch war nicht zuerst im iPhone X verbaut und weiß Gott auch nicht im neuen LG G7 ThinQ. Tatsächlich kam der erste Display-Einschnitt im Essential Phone (PH-1) zum Einsatz, das im Sommer 2017 das Licht der Welt erblickte. Nichtsdestotrotz wird die Notch oftmals eng mit dem iPhone X verbunden.

Bei einer Gesprächsrunde für Journalisten in Südkorea, bei dem es vorrangig um das neue LG G7 ThinQ ging, kam die Notch natürlich zur Sprache. LG-Manager Hwang Jeong-hwan, geschäftsführend für den Bereich Mobile tätig, machte mit herausfordernden Äußerungen auf sich Aufmerksam. Wie The Investor zitiert, habe LG das Notch-Design weit vor Apple geplant und die Idee dazu gehabt.

Nur habe man nicht den Display-Steg als solchen in den Vordergrund schieben wollen, sondern eher über den zusätzlichen Display-Platz links und rechts davon reden wollen. Quasi als Doppel-Zusatz-Display mit Urahnen in der V-Serie. Beim LG V10, V20 und zum Beispiel auch beim HTC U Ultra gab es ein kleines Zusatz-Display am oberen Display-Rand.

Offen ist natürlich, ob LG tatsächlich nur die Zusatz-Screens meinte, die beizeiten auch technisch nicht Teil des Hauptdisplays waren, oder ob es wirklich Notch-Pläne in den LG-Schubladen gab, die die aktuellen Design-Trends vor allen anderen vorhersahen. Bei Letzterem stellt sich die Frage, weshalb LG dann nicht den Mut gehabt hat, dieses Design auch vor der mittlerweile lange Liste an Herstellern, publik zu machen.

Nicht beachtet wird auch, dass Apple die Notch wohl auch nicht zwei Tage vor der iPhone-X-Vorstellung aus dem Hut gezaubert hat. Die Entwicklung eines Smartphones bis zu dessen Vorstellung ist ein langwieriger Prozess. Der Vorwurf der Kopie des Display-Stegs ist somit wahrscheinlich weder Apple bei Essential noch Huawei, Asus oder LG bei Apple zu machen.

Bessere Verkaufszahlen, klare Abgrenzung: Das plant LG mit dem G7 ThinQ

Die Q&A-Session, von der The Investor berichtet, enthielt natürlich auch hintergründige Informationen zum neuen Star der LG-Smartphones. Bei der Frage nach der Display-Technologie, warum LG beim G7 ThinQ kein OLED-Panel wie zuletzt beim V30 verbaue, antwortete der LG-Chef mit dem Argument klarer, interner Abgrenzung: OLED-Displays seien der V-Serie vorbehalten. Die G-Linie bliebe bei LCD, das V-Line-Up behalte den OLED-Status.

Bei den Verkaufszahlen lässt sich LG erwartungsgemäß kaum in die Karten schauen. Das Ziel sei, dass sich das LG G7 ThinQ besser verkaufe als das LG G6 seinerzeit.

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