Lokal-Netzbetreiber mit Mobilfunk-Aspirationen wilhelm.tel will 5G-Frequenz

vom 05.05.2018, 17:30
5G Symbolbild
Bildquelle: EU

Neue Konkurrenz für Telekom, Vodafone und Telefónica? Der Norderstedter Stadtnetzbetreiber wilhelm.tel möchte im Wettstreit um neue Mobilfunkfrequenzen mitbieten und in der Region Hamburg blitzschnellen 5G-Mobilfunk anbieten.

Bald ist es wieder soweit: Die Bundesnetzagentur versteigert Mobilfunk-Frequenzen. Dieses Mal vor allem für den Aufbau des schnellen Zukunfts-Mobilfunks 5G, der durch deutlich kürzere Latenzzeiten und noch größere Bandbreiten unter anderem Echtzeit-Anwendungen im Bereich von Medizin und Verkehr beflügeln soll. Am Bietertisch sitzen die üblichen Verdächtigen: Neben der Deutschen Telekom ist die britische Vodafone, für die Deutschland der lukrativste Markt ist, natürlich vertreten. Auch die spanische Telefónica wird als wichtiger Marktteilnehmer natürlich vertreten sein, auch wenn unlängst Gerüchte aufkamen, die Spanier würden sich von ihrem Deutschland-Geschäft trennen wollen. Bei allen drei Firmen handelt es sich um Weltkonzerne, die nicht nur in Deutschland ihre Dienste anbieten, sondern auch international erfolgreich sind.

Auftritt wilhelm.tel

Wie die "WirtschaftsWoche" nun berichtet, gesellt sich ein vierter Bewerber in den illustren Kreis der 5G-Bieter und dieser hat so gar nichts mit den Kommunikationsriesen gemein, denen das Frequenzspektrum abspenstig gemacht werden soll. Denn wilhelm.tel ist als Tochter der Stadtwerke Norderstedt ein lokaler Player, der sich auf die Region Hamburg fokussiert hat und dort ein eigenes Glasfasernetz betreibt. Gut 400.000 Haushalte nutzen im hohen Norden die Dienste von wilhelm.tel und in Zukunft sollen auch Mobilfunkkunden dazu kommen, denn Geschäftsführer Theo Weirich ist sich sicher: "Der 5G-Mobilfunk wird das neue Internet." Im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche" sagte der Manager, dass er darauf hoffe, dass die Bundesnetzagentur an ihren Plan festhält, neben bundesweiten auch regionale 5G-Lizenzen zu vergeben.

Der norddeutsche David wird sich den mächtigen Goliaths aus London, Madrid und Bonn nicht unbedingt allein stellen müssen, man wolle eventuell auch zusammen mit einem Partner antreten, so der Geschäftsführer. Seiner Ansicht nach würden regionale 5G-Lizenzen den Wettbewerb fördern und die Monopolstellung der drei großen Netzbetreiber verhindern.

Glasfaser ist die halbe Miete

Der Stadtnetz-Betreiber wilhelm.tel sieht sich durch sein Glasfaser-Netz bestens für die 5G-Zukunft gerüstet. Denn 5G-Antennen benötigen vor allem eine schnelle Anbindung an das Internet, damit sie ihr technisches Wunderwerk verrichten können. Die Glasfaser-Infrastruktur kommunaler Anbieter wie wilhelm.tel im Großraum Hamburg würde genau dies leisten. Auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es regionale Kommunikations-Anbieter mit eigener Glasfaser, so zum Beispiel NetCologne in und um Köln oder die Münchener M-net, die in weiten Teilen Bayerns ausgebaut hat.



Quelle: WiWo | Bildquelle kleines Bild: 3GPP | Autor: Stefan Winopal
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