Xiaomi plant noch 2018 gigantischen Börsengang

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Xiaomi Fans vor Mi-Store
Bildquelle: Xiaomi
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Lei Jun, der Gründer von Chinas aufstrebender Smartphone-Marke Xiaomi, viel vor hat. Doch statt sein Unternehmen langsam wachsen zu lassen - zum Beispiel in Form einer kontinuierlichen Expansion in Westeuropa - setzt der Manager nun zum ganz großen Knall an: Er will Xiaomi an die Börse bringen und in diesem Zusammenhang den weltweit größten Börsengang seit 2014 hinlegen.

Das Vorhaben von Lei wurde in der Nacht zu Donnerstag nicht nur in umfangreichen Börsenunterlagen, sondern auch in einem offenen Brief öffentlich gemacht. Noch im Jahr 2018 will Jun sein Unternehmen an die Börse in Hongkong bringen, verschweigt bisher aber noch, welche Summe durch den Börsengang eingesammelt und wie viele Anteile im Detail verkauft werden sollen. In übereinstimmenden Medienberichten heißt es unter Berufung auf mit dem Deal vertraute Banker, dass der erwartete Börsengang das Ziel habe, rund zehn Milliarden US-Dollar einzusammeln. Unter dem Strich wäre Xiaomi damit rund 100 Milliarden Dollar wert, obwohl die Firma erst vor acht Jahren gegründet wurde.

Erstmals werden Umsatzzahlen von Xiaomi öffentlich

Bekannt ist durch die Veröffentlichung von Xiaomis Börsenpläne jetzt auch, dass das Unternehmen im Jahr 2017 rund 18 Milliarden Dollar Umsatz machte – davon 5 Milliarden im Ausland. Der Gewinn vor Steuern lag 2017 bei 1,9 Milliarden Dollar. Bisher hütete Xiaomi derartige Zahlen wie ein Staatsgeheimnis. Lei selbst wird nach bisherigen Erkenntnissen auch nach dem Börsengang weiter rund 31 Prozent an Xiaomi selbst halten.

Im ersten Quartal 2018 lieferte Xiaomi nach eigenen Angaben 27 Millionen Smartphones aus. Und Smartphones sind auch das, womit das Unternehmen das meiste Geld umsetzt. Das Produktangebot umfasst zwar weit mehr als Handys, doch die Mobiltelefone steuerten allein rund 70 Prozent des Firmen-Umsatzes bei. Aktuell ist Xiaomi mit einem Anteil von knapp 8 Prozent hinter Samsung, Apple und Huawei die viertstärkste Kraft am weltweiten Handy-Markt.

Erst kürzlich hatte Xiaomi angekündigt, pro Jahr nicht mehr als 5 Prozent Profit machen zu wollen. Fällt doch mehr Gewinn an, sollen Käufer von Xiaomi-Produkten entsprechende Rückzahlungen erhalten. Nun wurde bekannt, dass Xiaomi 30 Prozent des mit dem durch den Börsengang eingesammelten Geldes in direkte Forschung und Entwicklung in den Schwerpunkt-Sektoren Künstliche Intelligenz und Internet der Dinge stecken wolle, weitere 30 Prozent seien für den allgemeinen Forschungs-Etat vorgesehen. Ebenfalls 30 Prozent seien für die globale Expansion fest eingeplant, 10 Prozent sind als Teil des Geschäftskapitals fest vorgesehen.

Xiaomi will mehr als eine „Hardware-Firma“ sein

Lei selbst ist überzeugt, dass Xiaomi mehr ist als nur eine „Hardware-Firma“. In seinen Augen ist sein Unternehmen „ein innovationsgetriebenes Internet-Unternehmen“. Kern-Elemente seien Smartphones und smarte Hardware, die mit dem Internet der Dinge vernetzt ist. „Unsere Mission ist es, unermüdlich fantastische Produkte mit ehrlichen Preisen zu bauen, um jedem auf der Welt ein besseres Leben durch innovative Technologie zu ermöglichen.“

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