Vernetzte Autos über Infotainment-System gehackt

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Infotainment-System VW
Bildquelle: Volkswagen 
Niederländischen Sicherheitsexperten ist es gelungen, über die Infotainment-Systeme auf vernetzte Autos zugreifen zu können. Betroffen waren zwei Modelle des Volkswagenkonzerns, der angibt, die Lücke inzwischen geschlossen zu haben. Wie genau es den Sicherheitsexperten gelang, wurde nicht veröffentlicht, um die Autofahrer nicht zu gefährden. 

Den Sicherheitsexperten Daan Keuper und Thijs Alkemade von der niederländischen Cybersecurity-Firma Computest ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, die Infotainment-Systeme zweier vernetzter Autos aus der Ferne zu hacken. Dabei soll es sich um einen VW Golf GTE und den Audi A3 Sportback E-Tron handeln. Sie konnten so auf die Kommunikation des Fahrers, dessen Adressbuch und weiteren Daten, etwa die der Navigationskomponenten, zugreifen.

Die beiden Hacker haben demnach die WLAN-Verbindung der Autos und das Netzwerkprotokoll genutzt, um sich Zugriff auf das darin verbaute Infotainment-System zu verschaffen. So erlangten sie den Root-Zugriff auf den Zentralrechner des Systems. Laut heise.de konnten sie so nicht nur auf das Infotainment-System zugreifen, sondern auch eine rudimentäre Kommunikation mit dem zentralen Autonetzwerk aufnehmen, das Beschleunigungs- und Bremssysteme beinhaltet. In diese höchst risikoreichen Systeme konnten die Experten jedoch nicht vordringen. Sie haben aber eigenen Angaben nach eine weitere potenzielle Sicherheitslücke in den USB-Schnittstellen hinter der Instrumententafel entdeckt. Computest hat die Hacks im Juli 2017 an Fahrzeugmodellen aus dem Jahr 2015 durchgeführt und den Volkswagenkonzern über die Ergebnisse informiert. Volkswagen gibt an, die entsprechenden offenen Schnittstellen schon Mitte 2016 geschlossen zu haben.

Rückschlag für Connected Cars

Informations- und Kommunikationssysteme sind für die Automobilhersteller ein lukratives Geschäft. Fahrzeuge sollen die Bedürfnisse des Fahrers erkennen und diesem assistierend zur Seite stehen. Bis 2022 sollen weltweit 125 Millionen vernetzte Autos auf den Straßen sein, wie eine Studie aufzeigt. Die jetzt bekannt gewordene Sicherheitslücke sorgt für einen herben Dämpfer in dem prestigeträchtigen Geschäftszweig. Als Vorreiter gelten das US-amerikanische Unternehmen General Motors und die deutschen Hersteller BMW, Audi und Mercedes Benz, welche auf der CES in Las Vegas ein neues Betriebssystem präsentierte. Bis 2022 soll 4G LTE zum Standard und von 90 Prozent der Fahrzeuge bedient werden. Ab 2020 soll zudem auch der Vertrieb mit der 5G Technologie beginnen. 

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