Telefónica Deutschland verliert tausende Prepaid-Kunden

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Hauptsitz von O2
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Es läuft nicht mehr rund bei Telefónica Deutschland. Das dritte Quartal in Folge wurde mit einer rückläufigen Kundenentwicklung abgeschlossen, wie am Mittwoch bei der Vorlage temporärer Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres bekannt gegeben wurde. Geschuldet war das allerdings in erster Linie einer stark rückläufigen Zahl aktiver Prepaid-Karten.

Offiziell standen in den Telefónica-Bilanzen zum 31. März 42,78 Millionen Mobilfunk-Anschlüsse. Das waren 378.000 Anschlüsse weniger als noch zum Jahresende 2017. Beachtlich dabei: Während die Zahl der aktiven Prepaid-Karten unter anderem wegen der im vergangenen Sommer eingeführten Identifikationspflicht und wegen der Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der EU um 535.000 auf 21,35 Millionen zurückging, kletterte die Zahl der Vertragskunden um 157.000 auf 21,43 Millionen. Insbesondere die O2-Free-Tarife seien sehr beliebt, teilte Telefónica mit.

Die Zahl der M2M-Verträge (industriell eingesetzte SIM-Karten) legte um 40.000 auf 1,07 Millionen zu. Verglichen mit M2M-SIM-Karten, die in den beiden deutschen D-Netzen von Telekom und Vodafone laufen, ist das weiterhin sehr wenig. Mit einem LTE-Vertrag sind inzwischen rund 16,09 Millionen Telefónica-Kunden ausgestattet – 335.000 mehr als noch drei Monate zuvor. LTE-Kunden von O2 nutzten zuletzt monatlich im Schnitt 2,8 GB an Daten.

Parallel dazu führt Telefónica aber auch noch eine zweite Statistik, die unter anderem die Marktbepflogenheiten bei den Erfassungszeitfenstern für inaktive Prepaid-Kunden berücksichtigt. Dann kann der Mobilfunk-Konzern nach eigenen Angaben auf 45,29 Millionen Mobilfunk-Kunden blicken – 23,51 Millionen auf Prepaid- und 21,78 Millionen auf Vertragsbasis.

Kaum Bewegung ist hingegen im Festnetz-Geschäft auszumachen. Die Zahl der klassischen Festnetzkunden ging um 110.000 auf 1,97 Millionen zurück. Gleichzeitig standen zum Stichtag Ende März aber auch 1,24 Millionen VDSL-Kunden bei O2 unter Vertrag. Und das ist einem Quartalswachstum um 91.000 Anschlüsse gleichzusetzen.

Telefonica macht in Deutschland weiter hohe Verluste

Insgesamt ging der Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent auf knapp 1,77 Milliarden Euro zurück. Im Mobilfunk-Segment gab es ein Plus um 1,4 Prozent auf knapp 1,57 Milliarden Euro, während das Festnetz- und DSL-Segment 10,7 Prozent weniger (199 Millionen Euro) umsetzte. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen legte um 1,1 Prozent auf 394 Millionen Euro zu, unter dem Strich stand aber – vorrangig wegen der weiter laufenden Zusammenführung der beiden Netze von O2 und E-Plus – ein Verlust in Höhe von 82 Millionen Euro. Das erste Quartal 2016 war noch mit einem Verlust von 99 Millionen Euro abgeschlossen worden.

Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas zeigte sich am Mittwoch in München dennoch optimistisch: „Wir nehmen weiter Tempo auf und liegen nach dem ersten Quartal voll auf Kurs für das Gesamtjahr.“

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