Gmail-Neuerungen: Verschickte E-Mails können nun gelöscht werden

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Der Facebook-Datenskandal, der vor wenigen Wochen aufkam, macht auch heute noch regelmäßig Schlagzeilen. Es ist darum nicht weiter verwunderlich, dass auch abseits des beliebten sozialen Netzwerks zahlreiche Unternehmen präventive Maßnahmen treffen und ihre Sicherheitsmaßnahmen optimieren. Dazu zählt auch der Softwaregigant Google, der aktuell seinen E-Mail-Dienst einer umfangreichen Aktualisierung unterzogen hat.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Updates, die Android-Nutzer nur allzu gut kennen und die sich oftmals auf die neuesten Sicherheitspatches beschränken, wurde der Mailing-Dienst von Google, Gmail, aktuell um viele neue Funktionen sowie Steuerungsmöglichkeiten erweitert. Diese betreffen unter anderem auch den Datenschutz. So können Anwender künftig dank des neuen Modus „Vertraulich“ versendete E-Mails in bester WhatsApp-Manier widerrufen. Zusätzlich können diese mit einem Ablaufdatum oder einer Authentifizierung per SMS versehen werden. Dies soll dafür sorgen, dass Inhalte selbst dann geschützt werden, wenn das Konto des Gegenübers gehackt wurde. Weiterhin wird es in den kommenden Wochen durch die eingebauten IRM-Steuerelemente möglich sein, die Optionen „Weiterleiten“, „Kopieren“, „Herunterladen“ oder „Drucken“ von Nachrichten zu entfernen.

Neben den Sicherheitsoptionen enthält das Update auch eine Reihe von weiteren Neuerungen. Dazu zählen unter anderem auch die KI-gestützten Funktionen „intelligente Antwort“, „automatische Erinnerungen“ und wichtige Benachrichtigungen. Erstere wurde dabei bereits 2017 in der mobilen Gmail-App eingeführt und hat zum derzeitigen Zeitpunkt laut Angaben von Google mehr als 10 Prozent der E-Mail-Antworten auf dem Smartphone übernommen, während letztere dafür sorgt, dass der Nutzer nur bei relevanten E-Mails benachrichtigt wird. Ergänzend gibt die KI Vorschläge zum Abbestellen von Mailinglisten.

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Auch die Benutzeroberfläche wurde erneuert. So lassen sich künftig beispielsweise Anhänge anzeigen, ohne dass der Verlauf geöffnet werden muss. Darüber hinaus wurden einige Google-Anwendungen wie der Kalender, Google Notizen und ein Aufgabenplaner in das Gmail-System integriert. Der Aufgabenplaner ist dabei eine neue Funktion, der Nutzern ermöglicht, Aufgaben und Teilaufgaben zu erstellen und mit Benachrichtigungen sowie einem Fälligkeitsdatum zu versehen – E-Mails können per Drag-and-Drop in den Planer verschoben werden.

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Zum Abschluss hat Google auch eine Seitenleiste eingeführt, die den Zugriff auf Gmail-Add-ons erleichtern und die Anzahl an geöffneten Tabs oder Apps reduzieren soll. Diese wird in den kommenden Monaten auch in die G-Suite-Programme Kalender, Docs, Tabellen und Präsentationen implementiert. Zusätzlich können maximal 90 Tage alte E-Mails demnächst auch offline gesucht, verfasst, beantwortet, gelöscht und archiviert werden.

So können Privatanwender die neuen Features aktivieren

Wer die neuen Funktionen nutzen möchte, muss lediglich unter Einstellungen die Option „Probiere das neue Gmail“ aktivieren. Das geht verständlicherweise erst, nachdem das Update ausgerollt wurde. Sollten die neuen Features dem Nutzer nicht zusagen, können sie an der gleichen Stelle mit einem klick auf „Zurück zum klassischen Gmail“ wieder deaktiviert werden.

Weitere Informationen stellt Google Privatanwendern in einem Leitfaden bereit. Dieser scheint zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings noch nicht zu funktionieren.

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