Neue Datenschutz-Grundverordnung im Check WhatsApp ab 16 Jahren: Neues Mindestalter bei WhatsApp nun definitiv

vom 25.04.2018, 09:04
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Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Die beliebte Kommunikations-Anwendung WhatsApp ist heutzutage auf fast jedem Smartphone zu finden. WhatsApp ist nicht nur bei Erwachsenen sehr beliebt, sondern auch bei Jugendlichen weitverbreitet. Bisher setzten die Nutzungsbedingungen das Mindestalter auf 13 Jahre fest. Bald greift jedoch die neue Datenschutz-Grundverordnung. Der Medienrechtsexperte Christian Solmecke gibt eine Einschätzung.

WhatsApp ist wohl der beliebteste und meist verbreitete Messenger zum Senden von Text- und Sprachnachrichten, Bildern, Dokumenten, Standorten und Videos. Heutzutage nutzt fast jeder Smartphone-Besitzer den mobilen Nachrichtenservice. Dazu zählen natürlich auch Kinder und Jugendliche. Damit ist es nun definitiv vorbei, denn das Mindestalter zur Nutzung des Messenger-Dienstes wird von 13 auf 16 Jahre angehoben, berichtet das Handelsblatt. Die neuen Nutzungsbedingungen werden ab dem 25. Mai in Kraft treten. Grund für die Änderungen ist die neue, von der EU beschlossene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese besagt unter anderem, dass die Nutzung von persönlichen Daten erst ab dem 16. Lebensjahr der betroffenen Person rechtmäßig ist.

Unsicherheit bei Nutzern unter 16 Jahren

Der Haken: Auch wenn das Mindestalter für die Nutzung von WhatsApp angehoben wird, so werden seitens der EU keine strengen Kontrollen zur Altersgrenze vorgeschrieben. Somit wird auch WhatsApp eine solche Altersüberprüfung nicht einführen, wie es heißt. Stattdessen werden Nutzer – sowohl neue als auch bestehende – in der App selbst ab dem 25. Mai nach ihrem Alter gefragt werden. Solche Systeme sind bereits von anderen Internet-Inhalten mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren bekannt. Auf diesen kommt zumeist allerdings eine separate Webseite oder ein Pop-Up-Fenster zum Nachweis des Alters zum Einsatz. 

Außerdem will WhatsApp eine Tochterfirma in Irland eröffnen, um dort europäische Nutzerdaten verarbeiten zu können. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Daten auch innerhalb der europäischen Grenzen bleiben. Nach wie vor betont der Messenger-Dienst, dass die Account-Informationen von WhatsApp und Facebook nicht für Werbezwecke zusammen fließen.

Medienanwalt Christian Solmecke: "Ein 'ich bin bereits 16 Jahre alt' wird nicht reichen"

Christian Solmecke gilt als Medienrechtsexperte. Der Kölner gab nun ein offizielles Statement zu den Neuerungen des Messenger-Dienstes WhatsApp ab. "Meiner Ansicht nach erfolgt hier die Änderung des Eintrittsalters nur, damit die Regelungen der DSGVO zum Schutz von Minderjährigen nicht beachtet werden müssen.", sagt der Rechtsanwalt direkt zu Beginn seiner Meinungsäußerung. Der Jurist beschreibt, dass WhatsApp damit ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten erfolgt. Bei anderen sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook sei die Rechtslage allerdings anders, dort sei die Einwilligung der Eltern "nach wie vor erforderlich", so der Anwalt.

Laut Solmecke wird eine einfach Angabe im Sinne von "Ich bin bereits 16 Jahre alt" nicht ausreichen und künftig zu Diskussionen mit Datenschützern führen. "Offenbar setzen die Dienste derzeit darauf, dass Kinder und Jugendliche sich dann einfach mit einem falschen Alter anmelden werden", meint der Experte. Doch neben dem Jugendschutz als solcher, sollte auch das Vertragsrecht beachtet werden. "In Deutschland gilt nach dem Minderjährigenrecht, dass fast alle Verträge erst ab einem Alter von 18 Jahren geschlossen werden können." Damit erhalten Eltern nun das Recht die bereits abgeschlossenen Verträge mit zum Beispiel WhatsApp unwirksam zu machen und die bereits gewonnen Daten löschen zu lassen. Laut Solmecke gilt dies auch für alle Daten von 13 bis 15 Jährigen ab dem 25. Mai, die vorher noch beim Messenger-Dienst angemeldet waren.

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Quelle: Handelsblatt | Bildquelle kleines Bild: App Store | Autor: Marina Ebert
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Themen dieser News: WhatsApp, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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