Neue Datenschutz-Grundverordnung im Check WhatsApp ab 16 Jahren: Neues Mindestalter bei WhatsApp im Gespräch

vom 16.04.2018, 17:00
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Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Die beliebte Kommunikations-Anwendung WhatsApp ist heutzutage auf fast jedem Smartphone zu finden. WhatsApp ist nicht nur bei Erwachsenen sehr beliebt, sondern auch bei Jugendlichen weitverbreitet. Bisher setzten die Nutzungsbedingungen das Mindestalter auf 13 Jahre fest. Bald greift jedoch die neue Datenschutz-Grundverordnung. Der Medienrechtsexperte Christian Solmecke gibt eine Einschätzung.

WhatsApp ist wohl der beliebteste und meist verbreitete Messenger zum Senden von Text- und Sprachnachrichten, Bildern, Dokumenten, Standorten und Videos. Heutzutage nutzt fast jeder Smartphone-Besitzer den mobilen Nachrichtenservice. Dazu zählen natürlich auch Kinder und Jugendliche. Damit soll es bald erstmal vorbei sein, denn das Mindestalter soll laut Angaben von dem Tweet von WABetaInfo von 13 auf 16 Jahre angehoben werden. Die neuen Nutzungsbedingungen sollen spätestens ab dem 25. Mai zum Einsatz kommen. Grund für die Änderungen ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die von der EU beschlossene Verordnung tritt am 25. Mai in Kraft und besagt unter anderem, dass die Nutzung von persönlichen Daten erst ab dem 16. Lebensjahr der betroffenen Person rechtmäßig ist.

Unsicherheit bei Nutzern unter 16 Jahren

Wenn WhatsApp die Nutzungsbedingungen anpasst, ändert sich etwas für Nutzer unter 16 Jahren. Doch was beudetet das für die Jugendlichen? Zwei Methoden zum Altersnachweis und der Nutzung von WhatsApp sind denkbar. Entweder müssten Teenager unter 16 dann zukünftig das Einverständnis der Eltern oder Erziehungsberechtigen einholen. Hier bleibt jedoch erstmal offen, inwiefern eine tatsächliche Umsetzung dessen erfolgen könnte. Alternativ ließe sich auch eine separate Webseite, die das Alter des Nutzers abfragt, vorstellen. Eben solche Systeme sind bereits von anderen Internet-Inhalten mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren bekannt. Diese separaten Webseiten oder Pop-Up-Fenster sind eine gängige Methode das Alters nachzuweisen. Wie WhatsApp mit den geänderten Gesetzen tatsächlich umgehen wird, bleibt abzuwarten.

Medienanwalt Christian Solmecke: "Ein 'ich bin bereits 16 Jahre alt' wird nicht reichen"

Christian Solmecke gilt als Medienrechtsexperte. Der Kölner gab nun ein offizielles Statement zu den Neuerungen des Messenger-Dienstes WhatsApp ab. "Meiner Ansicht nach erfolgt hier die Änderung des Eintrittsalters nur, damit die Regelungen der DSGVO zum Schutz von Minderjährigen nicht beachtet werden müssen.", sagt der Rechtsanwalt direkt zu Beginn seiner Meinungsäußerung. Der Jurist beschreibt, dass WhatsApp damit ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten erfolgt. Bei anderen sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook sei die Rechtslage allerdings anders, dort sei die Einwilligung der Eltern "nach wie vor erforderlich", so der Anwalt. Laut Solmecke wird eine einfach Angabe im Sinne von “Ich bin bereits 16 Jahre alt" nicht ausreichen und künftig zu Diskussionen mit Datenschützern führen. "Offenbar setzen die Dienste derzeit darauf, dass Kinder und Jugendliche sich dann einfach mit einem falschen Alter anmelden werden“, meint der Experte. Doch neben dem Jugendschutz als solcher, sollte auch das Vertragsrecht beachtet werden. "In Deutschland gilt nach dem Minderjährigenrecht, dass fast alle Verträge erst ab einem Alter von 18 Jahren geschlossen werden können.“"Damit erhalten Eltern nun das Recht die bereits abgeschlossenen Verträge mit zum Beispiel WhatsApp unwirksam zu machen und die bereits gewonnen Daten löschen zu lassen. Laut Solmecke gilt dies auch für alle Daten von 13 bis 15 Jährigen ab dem 25. Mai, die vorher noch beim Messenger-Dienst angemeldet waren.

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Bildquelle kleines Bild: App Store | Autor: Marina Ebert
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Themen dieser News: WhatsApp, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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