WhatsApp rollt neue Nutzungsbedingungen aus

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Die beliebte Kommunikations-Anwendung WhatsApp ist heutzutage auf fast jedem Smartphone zu finden. WhatsApp ist nicht nur bei Erwachsenen sehr beliebt, sondern auch bei Jugendlichen weitverbreitet. Durch die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird das Nutzungsalter auf 16 Jahre erhöht. Der Medienrechtsexperte Christian Solmecke gibt eine Einschätzung.

WhatsApp ist wohl der beliebteste und meist verbreitete Messenger zum Senden von Text- und Sprachnachrichten, Bildern, Dokumenten, Standorten und Videos. Heutzutage nutzt fast jeder Smartphone-Besitzer den mobilen Nachrichtenservice. Dazu zählen natürlich auch Kinder und Jugendliche. Damit ist es nun definitiv vorbei, denn das Mindestalter zur Nutzung des Messenger-Dienstes wird von 13 auf 16 Jahre angehoben. Die neuen Nutzungsbedingungen werden ab dem 25. Mai in Kraft treten. Der Dienst beginnt nun jedoch schon die Nutzer über die neuen Bedingungen zu informieren und diese auszurollen. Teil der Neuerung ist die Abfrage, ob die Nutzer schon 16 Jahre alt sind. Der Grund für die Änderungen ist die neue, von der EU beschlossene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese besagt unter anderem, dass die Nutzung von persönlichen Daten erst ab dem 16. Lebensjahr der betroffenen Person rechtmäßig ist. Doch was bedeutet es den neuen Nutzungsbedingungen zuzustimmen?

Was bedeutet „Zustimmen“ bei den neuen Nutzungsbedingungen?

Der Haken: Auch wenn das Mindestalter für die Nutzung von WhatsApp angehoben wird, so werden seitens der EU keine strengen Kontrollen zur Altersgrenze vorgeschrieben. Somit wird auch WhatsApp eine tatsächliche Altersüberprüfung nicht einführen. Stattdessen werden Nutzer – sowohl neue als auch bestehende – in der App selbst nach ihrem Alter gefragt werden. WhatsApp hat bereits damit begonnen, die neuen Nutzungsbedingungen auszurollen. Bevor den neuen Bedingungen zugestimmt werden kann, müssen alle Mitglieder des Messenger-Dienstes bestätigen, dass sie mindestens 16 Jahre alt sind. Solche Systeme sind bereits von anderen Internet-Inhalten mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren bekannt. Der Medienanwalt Christian Solmecke gibt jedoch an, dass diese Form des Altersnachweises nicht ausreicht.

WhatsApp Nutzungsbedingungen

Den Nutzungsbedingungen zustimmen bedeutet in diesem Fall zum einen zu bestätigen, dass man selbst älter als 16 Jahre alt ist. Und zum anderen die Bedingungen gelesen und verstanden zu haben, sowie einverstanden zu sein. 

Medienanwalt Christian Solmecke: „Ein ‚ich bin bereits 16 Jahre alt‘ wird nicht reichen“

Christian Solmecke ist Medienrechtsexperte und Anwalt. Der Kölner gab nun ein offizielles Statement zu den Neuerungen des Messenger-Dienstes WhatsApp ab. „Meiner Ansicht nach erfolgt hier die Änderung des Eintrittsalters nur, damit die Regelungen der DSGVO zum Schutz von Minderjährigen nicht beachtet werden müssen.“, sagt der Rechtsanwalt direkt zu Beginn seiner Meinungsäußerung. Der Jurist beschreibt, dass WhatsApp damit ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten arbeitet. Bei anderen sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook sei die Rechtslage allerdings anders, dort sei die Einwilligung der Eltern „nach wie vor erforderlich“, so der Anwalt.

Laut Solmecke wird eine einfach Angabe im Sinne von „Ich bin bereits 16 Jahre alt“ nicht ausreichen und künftig zu Diskussionen mit Datenschützern führen. „Offenbar setzen die Dienste derzeit darauf, dass Kinder und Jugendliche sich dann einfach mit einem falschen Alter anmelden werden“, meint der Experte. Doch neben dem Jugendschutz als solcher, sollte auch das Vertragsrecht beachtet werden. „In Deutschland gilt nach dem Minderjährigenrecht, dass fast alle Verträge erst ab einem Alter von 18 Jahren geschlossen werden können.“ Damit erhalten Eltern nun das Recht die bereits abgeschlossenen Verträge mit zum Beispiel WhatsApp unwirksam zu machen und die bereits gewonnen Daten löschen zu lassen. Laut Solmecke gilt dies auch für alle Daten von 13 bis 15 Jährigen ab dem 25. Mai, die vorher noch beim Messenger-Dienst angemeldet waren.

Außerdem will WhatsApp eine Tochterfirma in Irland eröffnen, um dort europäische Nutzerdaten verarbeiten zu können. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Daten auch innerhalb der europäischen Grenzen bleiben. Nach wie vor betont der Messenger-Dienst, dass die Account-Informationen von WhatsApp und Facebook nicht für Werbezwecke zusammen fließen.

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