Telefónica: Tarifwechsel bis zu 150 Euro ist möglich – aber sehr selten

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Hauptsitz von O2
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Ende März 2018 stellte O2 seine Vorgaben bei den Verlängerungen von Verträgen um. So haben Kunden seitdem die Möglichkeit, schon acht Monate vor dem Ende ihrer regulären Laufzeit den aktuellen Tarif zu verlängern oder zu wechseln. Auch bei den Angeboten und den Wechselgebühren hat das Mutterunternehmen Telefónica Deutschland Änderungen vorgenommen. Besonders die möglichen Kosten für einen Tarifwechsel standen jedoch aktuell in der Kritik.

Vor einigen Wochen hat der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland mit seiner Marke O2 eine umfassende Änderung bei der Vertragsverlängerung sowie dem -wechsel bekannt gegeben. Kunden haben nun die Möglichkeit, acht Monate vor Ende der regulären Vertragslaufzeit, ihren Tarif zu verlängern. Alternativ ist es auch möglich, schon ab diesem Zeitpunkt einen neuen Tarif auszusuchen, in den der Kunde sofort wechselt. Ob es sich dabei um einen Vertrag mit mehr oder auch weniger Datenvolumen – und damit Kosten – handelt, ist unerheblich. Bisher war nur der Wechsel in einen höheren Tarif so problemlos möglich.

Bei der Vertragsverlängerung erhalten Kunden, so O2 in einem Blog-Eintrag, nun außerdem auf allen Kanälen die gleichen Angebote. „Die Suche nach dem besten Angebot verläuft jetzt deutlich entspannter und stressfreier“, schreibt das Unternehmen. Bei einem Vertragswechsel wurde derweil die allgemeine Gebühr in Höhe von 19,99 Euro abgeschafft. An deren Stelle tritt nun ein individueller Preis, der sich laut Telefónica aus der preislichen Differenz zum Wunschtarif, der bisherigen Vertragslaufzeit sowie weiteren Punkten, zusammensetzt. „Am Ende des Tages ist die Ersparnis bei wechselbereiten Kunden stets deutlich höher als die Gebühr“, versucht der Mobilfunkanbieter zu beruhigen.

„Selbst bei maximal 150 Euro Wechselgebühr profitieren Kunden noch“

Besonders zur individuellen Wechselgebühr regte sich in den vergangenen Tagen jedoch Kritik. Wie Teltarif berichtet, geht aus O2-Unterlagen hervor, dass die Tarifwechselgebühr (TWG) vor allem dazu gedacht ist, „um beim Netzbetreiber Umsatz-Einbußen in anderen Bereichen zu kompensieren.“ So heißt es wörtlich: „Die Höhe der TWG ist abhängig von den individuellen vertraglichen und tariflichen Merkmalen des Kunden (…). Die neue TWG bewegt sich in einem Korridor zwischen 0 Euro und 149,99 Euro.“ Die Aussicht, bis zu knapp 150 Euro bei einem Tarifwechsel zu zahlen, sorgte für negatives Feedback von vielen Kunden.

Auf Anfrage von inside-handy.de schränkte Telefónica Deutschland den Preispunkt von bis zu 149,99 Euro jedoch stark ein: „Das betrifft nur sehr krasse Sprünge und dürfte deutschlandweit maximal eine Handvoll Kunden betreffen“, so ein Pressesprecher. Für einen Großteil der Nutzer soll die einmalige Wechselgebühr wesentlich niedriger ausfallen. Laut des Unternehmens sind die Gebühren aber auf jeden Fall eine große Ersparnis für alle Kunden: „Selbst bei maximal 150 Euro Wechselgebühr profitieren Kunden noch.“ Aktuell arbeitet der Anbieter an einer Beispielrechnung, die das Sparpotenzial aufzeigen soll. Dabei handelt es sich jedoch um keinen verbindlichen Fall. „Die möglichen Faktoren sind einfach zu zahlreich und müssen für jeden Kunden individuell angepasst werden“, erklärt O2.

Kanalungleichheit weicht Omni-Channel

Weiterhin erklärte der Mobilfunkanbieter auf Anfrage einzelne Aspekte der neuen Vertragsverlängerung. So lässt sich die Mindestvertragslaufzeit mit der neuen Regelung um acht Monate einkürzen. Nach der Verlängerung beziehungsweise dem Wechsel eines Tarifs verfällt die Restlaufzeit und es beginnt erneut eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten, die sich aber ebenfalls auf 16 Monate reduzieren lässt. „8 Monate sind ein guter Zeitraum, um sich früher einen neuen Vertrag oder ein Smartphone auszusuchen.“

Zur Vereinheitlichung sagt O2: „Es kam immer mal wieder Kritik seitens der Händler und Kunden auf, dass bei den Angeboten eine sogenannte Kanalungleichheit herrschte. Nun ist eine Omni-Channel-Regelung in Kraft, die ein gleiches Angebot im Netz, an der Hotline und im Shop ermöglicht.“ Bestehende Boni gelten natürlich nicht. Auch möchte das Unternehmen nicht gänzlich von Sonderangeboten abweichen: „Temporär wären solche Aktionen auf einzelnen Kanälen schon denkbar.“

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