Cousin des Huawei P20 Honor 10 offiziell vorgestellt: Und wieder der Farbverlauf

vom 19.04.2018, 13:20
Honor 10 in Wave
Bildquelle: Honor (CN)

Keinen Monat nachdem Huawei mit seiner P20-Familie seine Frühjahrs-Palette vorgestellt hat, zieht der Junior-Partner, also die "junge Marke" Honor nach. Das Honor 10 ist das neue Flaggschiff und wurde in China nun offiziell vorgestellt. Die Redaktion von inside handy zeigt, was aus der chinesischen Präsentation bereits mitgenommmen werden kann.

Beim Honor 10 setzt der Hersteller viel auf Optik. Die hierzulande gern benutzte Abgrenzung der beiden Marken Honor und Huawei spielt in Fernost eine untergeordnete Rolle. Zu ähnlich sind sich die Hauptmerkmale der Smartphones.

Hier wäre zum einen die öffentlichkeitswirksame Farbgebung. Huawei trumpfte mit dem edlen Twilight beim P20 Pro auf. Der Farbverlauf aus blau-silbrig-grünen Tönen, die je nach Licht in ein violett verlaufen ist in einer eigenen Art auch beim Honor 10 verfügbar – zumindest in China. Der Name der Farbvariante wechselt von Huawei zu Honor von "Twilight" zu "Wave".

Steg, Kamera und erste Unterschiede

Ein weiteres Merkmal, das das Honor 10 mit dem P20 und dem P20 Pro teilt: Der Fingerabdrucksensor ist auf der Front unter das Display gequetscht worden. Der obere Teil des Displays wird von einer Notch – bei Huawei "Einschnitt" genannt – geprägt. Dieser Steg enthält die nötigen Sensoren und die Frontkamera und ist in der aktuellen Smartphone-Generation zur Mode geworden.

Auf der Rückseite des Honor 10 fällt zunächst die Dual-Kamera ins Auge. Die Triple-Kamera des P20 Pro mitsamt ihrer Technologie und ihren Finessen ist dem Honor 10 verwehrt geblieben. Auch muss die Kamera offiziell ohne die Leica-Zertifizierung auskommen. Werbewirksam ist die Kamera lediglich mit dem Schriftzug "AI Camera" versehen. Auch die technischen Unterschiede zur "Huawei-Verwandtschaft" sind deutlicher.

Die Sensoren – wie immer paaren sich ein Monochrom- und ein RGB-Sensor – halten Bilder in Größen von 24- und 16 Megapixeln fest und verbinden sie zu einem Gesamtbild. Vor den Sensoren sorgen eine f/1.8- und eine f/2.0-Blende für den nötigen Lichteinfall. Die KI-Einheit des Prozessors soll dann weitere Bildoptimierung und Objekterkennung gewährleisten. Die Frontkamera im Display-Steg besitzt einen 24-Megapixel-Sensor.

Honor 10 Promovideo

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    Honor 10
    Bildquelle: https://v.youku.com/v_show/id_XMzU0OTUxODgyOA==.html?spm=a2h0k.8191407.0.0&from=s1.8-1-1.2
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Noch kurz zu den äußeren Merkmalen: Honor versteckt die Technik in einem Sandwich aus zwei Glasplatten und einem Metallrahmen. Unter der rückseitigen Glasplatte wird die verlaufende Farbvariante "Wave" realisiert, die Honor in der Produktvorstellungen als "aus der Inspiration von Polarlichtern und Wellen geboren" erklärt.

Das Display, das vordergründig für die Handygröße verantwortlich ist, misst in seiner Diagonalen 5,84 Zoll. Auf OLED-Technik müssen Kunden wohl verzichten: Honor verbaut in seinem 10er "nur" ein LCD-Panel. Im Kaufpreis wird sich das aber zu Gunsten des Sparfuchses auswirken. Die Auflösung des Panels beträgt 1.080 x 2.280 Pixel, also erweitertes Full HD. Aus der Pixel-Berechnung ergibt sich ein Format des Handys von 18,7:9.

Technische Daten des Honor 10: Letzter Einsatz des Kirin 970

In Promo-Videos, die Honor auf seinen chinesischen Social-Media und Video-Kanälen postete, gibt es erste Blicke in das Datenblatt des Honor 10. Auch diese sind ob der Existenz der Huawei-P20-Serie nicht überraschend.

So kann die Kamera auf die KI-Power des Kirin 970 zurückgreifen. Der Spitzenprozessor von Huawei kommt damit schon zum fünften, streng genommen sogar zum sechsten Mal in einem neuen Gerät zum Einsatz: Den Anfang machte das Mate 10 Pro, dann folgte das Honor View 10, im März dann der Doppelpack aus Huawei P20 und P20 Pro und das Honor 10. Die angesprochene Nummer sechs ist das Huawei Mate 10 ohne Pro-Zusatz, die jedoch nicht in Deutschland erhältlich ist. Der Kirin 970 dürfte damit ausgedient haben.

Honor 10 Rückseite
Bildquelle: Honor (CN)

Unterstützt wird der Prozessor im Honor 10 von 6 GB Arbeitsspeicher. Der interne Speicher misst 128 GB. Optional wurde auch eine 64-GB-Version ins Spiel gebracht.

Software, weitere Merkmale und Preis-Spekulation

Honor stattet sein Flaggschiff entsprechend der aktuellen Trends wenig überraschend mit Android 8.1 Oreo und der Oberfläche EMUI 8.1 aus. Ein Honor-Exclusive, das den Huawei-Cousins fehlt: Ein eigener Sound-Prozessor soll für optimierten Klang bei eingestöpselten Kopfhörern sorgen: Ja, der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ist beim Honor 10 weiter mit von der Partie.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: Im Vergleich zum P20 Pro ist das Honor 10 nicht dediziert gegen Wasser oder Staub geschützt – die IP-Zertifizierung fehlt. Dazu gibt es die mutmaßlichen genannten Abstriche bei der Kamera und das fehlende OLED-Display. Diese Merkmale dürften einmal mehr für einen deutlich günstigeren Kaufpreis für das Honor 10 sorgen.

Hier kann bisweilen nur gemutmaßt werden, dass sich das Honor 10 in Deutschland wohl in einer Preisregion von 550 bis 600 Euro wiederfinden wird. Damit ist es zum Marktstart aber immer noch deutlich günstiger als der 900-Euro-Bolide Huawei P20 Pro. Für jene, die sowieso lieber mit der Spiegelreflex fotografieren und das Handy nicht mit unter die Dusche nehmen wollen, könnte das Honor 10 eine lohnende Alternative sein.

Honor 10
Bildquelle: Honor (CN)

In Europa hat Honor am 15. Mai eine Pressekonferenz einberufen. In London wird dann der globale Startschuss für das Honor 10 erwartet. Bereits ab dem 27. April werden chinesische Kunden das Honor 10 kaufen können. Die Version mit Speichergrößen von 64 und 6 GB kostet in einem Online-Shop zur Vorbestellung 2.600 chinesische Renminbi (Yuan) oder umgerechnet knapp 335 Euro.

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Quelle: Honor | Bildquelle kleines Bild: Honor (CN) | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Honor, Huawei, Oberklasse-Smartphones, Smartphones

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