United-Internet-Chef fordert viertes Mobilfunknetz für Deutschland – Vodafone widerspricht

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Ralph Dommermuth
Bildquelle: United Internet
Wird es Zeit für mehr Mobilfunk-Konkurrenz in der Bundesrepublik? Diese Frage wirft Ralph Dommermuth in einem Interview auf. So fordert der United-Internet-Chef ein viertes Netz für Deutschland. Dazu sei vor allem nationales Roaming notwendig. Vodafone in Form seines Deutschlandchefs Hannes Ametsreiter widerspricht jedoch. Er spricht von einem "falschen Modell".

Anlass für den Schlagabtausch zwischen Ralph Dommermuth, Gründer und Chef von United Internet, wozu auch die 1&1 Drillisch AG gehört, und dem deutschen Ableger des Mobilfunkanbieters Vodafone ist die anstehende Vergabe der 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur. Die Frequenzen zum nächsten Mobilfunk-Standard sollen noch vor Ende 2018 versteigert werden, so die Behörde. Dazu sollen im Sommer mögliche Regelungen rund um die neue Generation des Mobilfunknetzes beschlossen werden.

Vor der Festlegung dieser Grundpfeiler schaltet sich nun Ralph Dommermuth in einem Interview mit der „Welt“ ein. So denke er über eine Teilnahme bei der Vergabe nach. Jedoch sei „ein neuer Anbieter aber auf jeden Fall darauf angewiesen, Roaming-Vereinbarungen in Deutschland schließen zu können.“ Während des langjährigen Aufbaus seines 5G-Netzes müsse der neue Anbieter also vorhandene Mobilfunknetze kostenpflichtig mitnutzen dürfen, so Dommermuth. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch beim Aufbau des O2-Netzes genutzt. Damals konnten Kunden des vierten Netzes in Deutschland (E2) die Infrastruktur der Deutschen Telekom mitbenutzen. Dieses sogenannte nationale Roaming wurde dann später eingestellt, als die Abdeckung im O2-Netz ausreichend gewesen ist.

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Für Dommermuth ist nationales Roaming unzertrennlich mit dem Aufbau eines vierten Netzes verbunden: „Gäbe es eine solche nationale Roaming-Verpflichtung, würde ich mir das Thema ansehen. Ohne Roaming wird es in Deutschland kein viertes Netz geben.“ Somit koppelt der United-Internet-Chef seine Teilnahme an der Vergabe der 5G-Frequenzen teilweise auch an die Vorgaben der Bundesnetzagentur. Sein Kollege, Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter, lehnt den politischen Einsatz für nationales Roaming und den Aufbau eines vierten Netzes jedoch vehement ab. „Dann wird man vier schlechte Netze haben“, so sein Kommentar in einem Interview mit der „Welt“. Drei Anbieter in Form von der Deutschen Telekom, Vodafone und O2 / Telefónica seien laut Ametsreiter auch genug: „Man sieht ja, wie die Fetzen fliegen.“

Der Vodafone-Chef wehrt sich auch gegen weitere mögliche Vorgaben der Bundesnetzagentur bei der 5G-Vergabe. Den angedachten Verpflichtungen, Service-Provider wie Freenet oder das United-Internet-Unternehmen Drillisch zwingend auf das Netz lassen zu dürfen, steht er kritisch gegenüber. Gleiches gilt für den lokalen Aufbau der Infrastruktur, der teilweise von regionalen Anbietern durchgeführt werden soll: „Deutschland bekommt dann ein Mobilfunknetz zweiter Klasse.“

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