Alternative zu mobilem Datenvolumen Telekom, Vodafone, O2, Congstar: Homespot-Tarife im Vergleich

vom 14.04.2018, 11:35
Congstar Homespot
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke

Ob zu Hause oder unterwegs: Smartphones machen es möglich, zu jeder Zeit an jedem Ort mobil im Netz unterwegs zu sein. Gerade in Deutschland ist das Datenvolumen bei Verträgen oft recht knapp bemessen, sofern man keine horrenden Beträge im Monat zahlen will. Alternativ stehen Homespots zur Verfügung, die ebenfalls versprechen, jederzeit Internet zu bieten. Welche Tarifangebote es auf dem Markt gibt, fasst inside-handy.de in diesem Vergleich zusammen.

Sogenannte WLAN-Sticks für den reinen WLAN-Gebrauch und LTE-Sticks für die Nutzung des Mobilfunknetzes unterwegs gibt es schon seit langer Zeit, richtig zuverlässig arbeiten sie allerdings nicht immer. Hat man keinen Mobilfunkvertrag gebucht, der ein hohes Datenvolumen beinhaltet, wird man in der Regel peinlich genau darauf achten, das Volumen möglichst gut über den Monat zu verteilen. So wird es oft schwierig, verbrauchsintensive Inhalte wie Videos oder Ähnliches zu nutzen, wenn man keine WLAN-Verbindung zur Hand hat.

Eine Alternative bieten Homespots. Das bedeutet, dass Kunden einen kleinen Router kaufen und einen passenden Tarif buchen. Die SIM-Karte wird dann in den Router eingelegt und bietet so Internet zum Beispiel in Gebieten ohne DSL-Zugang. Nützlich ist dies beispielsweise bei einem Umzug, wenn noch kein WLAN vorhanden ist, man gänzlich auf einen DSL-Vertrag verzichten möchte oder an Orten, an denen nicht permanent eine schnelle Internetleitung benötigt wird.

Mittlerweile haben die meisten etablierten Anbieter entsprechende Hardware sowie auch Tarife im Angebot. Die Redaktion von inside-handy.de hat sich die Offerten der Deutschen Telekom, von Vodafone, Congstar und O2 näher angesehen.

Deutsche Telekom - Call & Surf Comfort via Funk

Das Homespot-Angebot der Deutschen Telekom ist auf der Homepage des Bonner Konzerns ein wenig versteckt, bietet nichtsdestotrotz verschiedene Möglichkeiten, einen Homespot samt dazugehörigem Tarif auszuwählen.

Hardware

Die Deutsche Telekom bietet zwei verschiedene Router an, die beide keine zusätzlichen Kabel im Sinne eines herkömmlichen Routers benötigen. An den Speedport LTE II können Nutzer bis zu 4 PCs per LAN und mehrere mobile Geräte anschließen.

Kunden können den Speedport LTE II entweder kaufen oder auch mieten. Entscheiden sich Kunden für eine Miete, wird ein monatlicher Betrag von 4,95 Euro fällig, die Mindestvertragslaufzeit beträgt 12 Monate. Der Vorteil ist, dass Kunden den Router im Falle eines Defekts immer austauschen können, regelmäßige Software-Updates erhalten und technische Hilfe bei Problemen beziehen können. Möchte man den Router hingegen kaufen, wird eine einmalige Summe in Höhe von 299,99 Euro fällig.

Wichtig zu wissen ist, dass der Homespot ausschließlich an einer Adresse zu verwenden ist. Das heißt, dass Kunden einen Ort, zum Beispiel zu Hause, auswählen und dieser Bereich wird folglich von der Telekom freigeschaltet. Anderswo ist der Homespot dann nicht nutzbar.

Tarife

Insgesamt hat die Deutsche Telekom drei Tarife für den Homespot in petto, die folgende Konditionen zugrunde liegen:

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (reduziert) Preis (regulär)

Call & Surf Comfort via Funk S

10 GB bis zu 16 MBIt/s 69,95 Euro (einmalig) 12 Monate 34,94 Euro 

39,95 Euro

Call & Surf Comfort via Funk M

15 GB bis zu 50 MBit/s 69,95 Euro (einmalig) 12 Monate 39,95 Euro 49,95 Euro

Call & Surf Comfort via Funk L

30 GB bis zu 100 MBit/s 69,95 Euro (einmalig) 12 Monate 49,95 Euro 69,95 Euro

Zudem beinhalten die Homespot-Tarife der Telekom eine Telefonie-Flatrate für das deutsche Festnetz. Für Gespräche in deutsche Mobilfunknetze werden 19 Cent, ins Ausland 2,9 Cent pro Minute fällig. Ist das jeweils inkludierte Datenvolumen aufgebraucht, behält die Telekom es sich vor, die Geschwindigkeit auf maximal 384 KBit/s zu reduzieren. Die marginale Nutzung des Internets ist dann zwar noch gegeben, aber das normale Surf-Verhalten wird mit der Drosselung untergraben.

Kunden können sich zudem zwischen einer Standard- und Universal-Ausführung entscheiden, die sich in der Zahl der Leitungen und Rufnummern unterscheiden: Während die Standard-Version eine Leitung und eine Rufnummer bietet, sind es bei der universellen zwei Leitungen und drei Rufnummern.

Die Telekom offeriert die Tarife für Kunden, die sich bis zum 30. Juni 2018 für einen der Tarife entscheiden, mit einem Rabatt von 10 Prozent auf die monatliche Grundgebühr. Der vergünstigte Preis gilt für zwölf Monate. Wissenswert ist zudem, dass mittels der Option SpeedOn Datenvolumen nachgebucht werden kann. Für 14,95 Euro bekommt Kunden erneut so viel Datenvolumen, wie ihr Call&Surf-Comfort-Vertrag besitzt - hat man beispielsweise Call & Surf Comfort via Funk M gebucht, erhält man über SpeedOn nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens nochmal 15 GB Volumen. 

Alle Angebote zum Homespot und der Call&Surf-Tarife der Telekom gibt es auf der Webseite des Bonner Konzerns.

Vodafone GigaCube Unboxing

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    Der Vodafone GigaCube kommt im Pappschuber mit Vodafone-Logo …
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
  • 2/8
    … dahinter verbirgt sich jedoch Design von Huawei.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Vodafone GigaCube

Vodafone hat sich schon seit geraumer Zeit mit seinem GigaCube auf dem Markt etabliert. Anders als bei der Telekom kann man den Router nicht erwerben, sondern lediglich mit beziehungsweise ohne einen Mobilfunkvertrag mieten. Kunden können mit dem GigaCube innerhalb Deutschlands mit LTE-Geschwindigkeit surfen. Videos werden auf eine SD-Qualität von 480p komprimiert.

Anders als beim Angebot der Telekom erlaubt es Vodafone GigaCube-Nutzern, den Spot an vielen verschiedenen Orten zu nutzen. Der GigaCube ist also nicht an eine bestimmte Adresse gebunden und eignet sich somit auch für Reisen innerhalb der Bundesrepublik.

Tarife

Zur Auswahl stehen die Tarife GigaCube und GigaCube Flex, die sich im Wesentlichen darin unterscheiden, dass Kunden entweder nur bei Nutzung oder aber einen monatlichen Grundpreis zahlen. Die generellen Eigenschaften der Verträge sind wie folgt:

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (reduziert) Preis (regulär)

GigaCube

50 GB bis zu 300 MBit/s 49,99 Euro (einmalig) 24 Monate 24,99 Euro 

34,99 Euro

GigaCube Flex

50 GB bis zu 300 MBit/s 49,99 Euro (einmalig) 24 Monate 24,99 Euro 34,99 Euro

Zu beachten ist, dass wenn sich Kunden für die Flex-Variante entscheiden, dass sich der einmalige Preis für den GigaCube an sich erhöhtt: Knapp 50 Euro werden fällig, während beim Tarif Vodafone GigaCube nur 1 Euro für die Hardware fällig wird.  Außerdem wissenswert: Sind die 50 GB verbraucht, sodass nur noch eine Geschwindigkeit von höchstens 32 KBit/s geboten wird. Mehr Datenvolumen ist allerdings über SpeedPlus nachbuchbar. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Optionen: Die erschwinglichste liegt bei einmalig 2,99 Euro mit 1 GB, die teuerste Variante kostet 24,99 Euro. Dafür erhalten Kunden dann aber zusätzlich 25 GB Datenvolumen. Buchbar ist zusätzliches Datenvolumen ausschließlich über center.vodafone.de.

Der reduzierte Grundpreis ergibt sich ausschließlich für Kunden, die bereits einen Red- oder Young-Mobilfunkvertrag bei Vodafone abgeschlossen haben und diesen mit dem GigaCube-Tarif koppeln wollen. Der Konzern gewährt diesen Kunden einen GigaKombi-Rabatt in Höhe von 10 Euro.

Telefonie- und SMS-Nutzung werden beim GigaCube gänzlich ausgeschlossen. Alle Details rund zum GigaCube und den Tarifmöglichkeiten sind auf der Webseite von Vodafone nachlesbar. 

O2 HomeSpot LTE Router

Es besteht die Möglichkeit, auch das Netz von Telefónica mit einem Homespot zu nutzen. O2 hat ebenfalls einen HomeSpot in petto, der entweder gemietet oder erworben werden kann. Bislang handelt es sich beim Homespot-Angebot von O2 um Testtarife, mit denen der Mobilfunkanbieter überpüfen will, wie gut eine solche Offerte von Kunden angenommen beziehungsweise wahrgenommen wird. Anders als bei der Telekom und Congstar bietet O2 mit seinem HomeSpot LTE Router, wie auch Vodafone, die Möglichkeit, den Spot unabhängig von einem bestimmten Surfbereich zu nutzen. Das heißt, Nutzer können den HomeSpot von O2 auch mit auf Reisen nehmen und flexibel gebrauchen.

Tarife

Zur Wahl stehen Kunden zwei Tarife, die sich nur in ihrer Laufzeit unterscheiden. Wie die Option O2 HomeSpot Flex bereits verrät, sind Kunden mit diesem Tarif nicht längerfristig gebunden, sondern können jeden Monat kündigen. Dafür muss die Hardware allerdings auch zu einem Preis von 121 Euro erworben werden.

Der Tarif O2 HomeSpot verlangt im Gegensatz eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten; dafür  muss der LTE-Router mit nur 1 Euro eher symbolisch bezahlt werden. 

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (1 Monat Laufzeit Preis (24 Monate Laufzeit)

O2 HomeSpot 

50 GB bis zu 150 MBit/s 29,99 Euro 24 Monate 29,99 Euro 24,99 Euro

O2 HomeSpot Flex

50 GB bis zu 150 MBit/s 29,99 Euro 1 Monat 29,99 Euro 34,99 Euro

Sobald das inkludierte Datenvolumen aufgebraucht ist, wird die Geschwindigkeit auf 32 KBit/s gedrosselt – das heißt, Internetzugang besteht nach wie vor, mit dieser sehr langsamen Geschwindigkeit wird die normale Nutzung aber nahezu unmöglich. Webseiten wie YouTube und Co. lassen sich dann kaum noch in Anspruch nehmen. Diejenigen, die den Rest des Monats weiterhin schnell surfen wollen, können ein Datenpaket nachbuchen. Mit O2 Data lassen sich für 15 Euro 15 GB extra kaufen. Das zusätzliche Datenvolumen hat eine Vertragslaufzeit von einem Monat. O2-Kunden, die bereits einen Mobilfunk-Vertrag haben, können diesen mit dem Homespot-Tarif kombinieren und sich so einen Rabatt über 10 Euro auf die monatliche Grundgebühr sichern.

Der O2 HomeSpot LTE Router lässt sich nur innerhalb der Grenzen Deutschlands nutzen; Telefonate sind über das normale Mobilfunknetz nicht möglich. Alle Details zu den Homespot-Tarifen stehen auf der Webseite von O2 bereit.

Congstar WLAN-Cube

Die Telekom-Tochter Congstar hat ebenfalls ein eigenes Homespot-Angebot in petto und nutzt für die Realisierung das Netz der Deutschen Telekom.

Hardware

Congstar bietet seinen WLAN-Cube ausschließlich zum Kauf an. Für den hauseigenen Homespot werden entweder einmalig 119 Euro fällig, alternativ bietet sich auch eine Ratenzahlung an. Dann muss die Hardware mit 23,99 Euro angezahlt und in den folgenden 24 Monaten mit 4 Euro monatlich abbezahlt werden. Die SIM-Karte, die für die Nutzung eines Homespots mit einem Congstar-Tarif mitgeliefert wird, ist auch mit LTE-WLAN-Routern von Drittanbietern kompatibel. 

Tarife

Im vergangenen Jahr wurde das Tarifportfolio erneuert und folglich gestaffelt, sodass sich nun insgesamt drei Tarif-Optionen für Kunden ergeben:

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis 

Homespot S (Datenpass)

10 GB bis zu 20 MBit/s 30 Euro 48 Stunden 10 Euro/Datenpass

Homespot M

30 GB bis zu 20 MBit/s 10 Euro 24 Monate 20 Euro/Monat
Homespot L 50 GB bis zu 40 MBit/s 10 Euro 24 Monate 30 Euro/Monat

Wie bei der Telekom müssen Congstar-Kunden sich ebenfalls entscheiden, wo sie ihren WLAN-Cube nutzen wollen. Denn für zugehörige SIM-Karten wird nur ein Surfbereich freigeschaltet, an dem das LTE-Netz nutzbar ist. Möglich ist allerdings ein Wechsel des Surfbereichs, der jedoch 20 Euro kostet. Insgesamt können 32 Geräte mit dem WLAN-Cube verbunden werden.

Bei verbrauchtem Datenvolumen kann zusätzliches Volumen nachgebucht werden. Andernfalls besteht für den restlichen Monat weiterhin Internetzugang, jedoch wird die Geschwindigkeit auf maximal 384 Kbit/s gedrosselt. Während Telefonate über das Mobilfunknetz nicht möglich sind, können SMS sehr wohl versendet werden – pro Nachricht verlangt Congstar 9 Cent.

Congstar Homespot Hands-on

  • 1/10
    Congstar Homespot WLAN-Cube
    So sieht der WLAN-Cube von Congstar als Homespot von vorne aus...
    Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
  • 2/10
    Congstar Homespot WLAN-Cube
    ... so von der linken Seite...
    Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke

Die Tarife und der WLAN-Cube respektive LTE-WLAN-Router können über die Webseite von Congstar ergattert werden.

Fazit

Die großen deutschen Mobilfunkanbieter sind hinsichtlich der Homespot-Angebote recht gut aufgestellt. Die Angebote der Telekom, von Vodafone, Congstar und O2 ähneln sich in weiten Teilen, nur kleinere Details machen den Unterschied. So kommt es zunächst darauf an, in welchem Netz der jeweilige Nutzer surfen möchte. Mit der Telekom, Vodafone und Congstar funkt man in den am besten ausgerüsteten Netzen Deutschlands; doch auch O2 bietet mit dem Netz von Telefónica nur ein marginal schlechteres Netz. Darüber hinaus spielt auch eine Rolle, ob man den Homespot nur an einem oder mehreren Orten nutzen möchte.

Wenig verwunderlich ist, dass die Telekom auch bei den Homespot-Tarifen preislich gesehen ganz vorne steht. Die monatlichen Grundgebühren sind mit einer Preisspanne von rund 40 bis 70 Euro am teuersten und das inkludierte Datenvolumen ist vergleichsweise gering. Das Tarifangebot von Congstar staffelt sich mit drei unterschiedlichen Optionen ähnlich wie bei der Telekom, insgesamt sind die Preise dem günstigen Mobilfunkanbieter jedoch angepasst. Ein weiterer Punkt, den es bei einer Buchung zu beachten gilt, ist, dass die Homespots beider Anbieter nur in einem Surfbereich genutzt werden können. Wollen Kunden diesen wechseln, wird eine Gebühr von maximal 20 Euro fällig.

Vodafone und O2 setzen beide auf eine flexible Nutzung ihrer Homespots an den Ortschaften der Wahl. In den Tarifen beider Anbieter sind 50 GB Datenvolumen inkludiert, jedoch bietet Vodafone eine Spitzen-Geschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s, die in keiner anderen Option zu finden sind. Auch preislich liegen die Mobilfunkanbieter auf einem ähnlichen Niveau und überschreiten die Grenze von 35 Euro nicht.

Alle Offerten haben hingegen folgende Dinge gemeinsam: Sie sind nur innerhalb Deutschlands nutzbar und bieten LTE-Netz. Der Nachteil aller Homespots gegenüber WLAN beziehungsweise einer DSL-Leitung ist, dass im Monat nur ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung steht. Benötigt man mehr Volumen, entstehen zwangsweise auch mehr Kosten.

WLAN-Hotspot Skyroam Solis im Test ›


Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: Simone Warnke
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